LKR Forchheim
Sicherheit

Neue Sicherheitsvorkehrungen während des Annafestes: Wegweisende Kellerwald-Ideen?

Die Bügel vor dem Winterbauer-Podium und die Absturzsicherungen an den Kellergn sind umstritten. Nach zehn Tagen Annafest fällt die Bilanz positiv aus.
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An den Holzgeländern wurden Zähne angebracht und an den unteren Kellern trennen Stangen einen "Durchgangsweg" ab. Foto: Johannes Wolf
An den Holzgeländern wurden Zähne angebracht und an den unteren Kellern trennen Stangen einen "Durchgangsweg" ab. Foto: Johannes Wolf
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Für die Annafest-Besucher auf den unteren Kellern sind sie nicht zu übersehen: Die hochhängenden Schilder "Stehen" und "Gehen" sowie Metallbügel sollen Festbesucher in die richtigen Bahnen lenken. Wenige Tage vor Festbeginn wurden sie vor dem Winterbauer-Keller installiert. Das städtische Ordnungsamt testet heuer neue Sicherheits-Vorkehrungen. Bei einigen Stadträten stießen die kurzfristig aufgestellten Bügel und Zäune auf Ablehnung. Doch wie haben sich die umstrittenen Maßnahmen im Annafest-Trubel bewährt?

Keine Beschwerden bisher

Wenn es am Abend voll wird vor dem Winterbauer-Podium, läuft der "Durchgangsverkehr" tatsächlich flüssig weiter auf dem 1,20 Meter breiten Weg zwischen Musiktribüne und Bügeln. Sicherheitsdienst-Mitarbeiter kontrollieren, dass sich jeder daran hält. "Bisher hat es keine Probleme geben", erklärt ein Security-Mann. Matthias Muß, Wirt des Winterbauer-Kellers, bestätigt: "Das mit den Absperrungen hat gut funktioniert. Es hat dadurch keine Einschränkungen gegeben." Bisher hätten sich weder Gäste noch Angestellte des Sicherheitsdienstes über die Stangen beschwert.

"Das Ordnungsamt und die Stadt sind mit den Reaktionen bislang sehr zufrieden und wir denken, dass sich das Konzept bewährt", erklärt Britta Kurth, die Pressesprecherin der Stadt Forchheim.

Die Befürchtungen einiger Kritiker, dass es wegen der Bügel zu Konflikten kommen könnte, bewahrheitete sich nicht. Weil es auf den unteren Kellern noch keinen Rettungsweg gibt, sollen die silbernen Stangen eine vorläufige Lösung sein, um im Ernstfall einen Durchgang zu ermöglichen, erklärte im Vorfeldt der Ordnungsamtschef Klaus Backer.

Ebenfalls neu sind die anthrazitfarbenen Zäune an den Holzgeländern. Diese Absturzsicherungen seien für die gesamte Kellerwald-Saison außerhalb des Annafestes nötig, betonte Backer und verwies auf gesetzliche Vorschriften. "Unsere Besucher haben nichts Negatives zu den Zäunen gesagt. Die Konstruktion ist ja recht unauffällig", bilanziert Johanna Werner, die am Kaiser-Keller bedient.

Die Forchheimer CSU hält an ihrer Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen fest: Die Christsozialen bemängeln vor allem, dass die Maßnahmen vorher nicht in den politischen Gremien vorgestellt worden seien.

Charme nicht aufs Spiel setzen

Nicht alles was notwendig erscheine müsse "auch zu 120 Prozent umgesetzt werden", meint CSU-Stadtratsfraktionsvorsitzender Udo Schönfelder. "Ermessensspielräume sollten wenn möglich ausgereizt werden, um so die Identität des Kellerwaldes zu erhalten." Der Charme des Kellerwaldes dürfe nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Auf Bitten von Schönfelder habe sich MdL Michael Hofmann (CSU) im zuständigen Ministerium informiert: Die Behörde hätten die Maßnahmen im Kellerwald zwar nicht beanstandet, aber "so in seiner Form auch nicht gefordert", meint Hofmann.

Nach zehn Tagen Festbetrieb scheinen sich viele Annafest-Besucher und Keller-Betreiber mit den Stangen am Winterbauer-Podium und den Zäunen arrangiert zu haben: An einem der silbernen Bügel haben Unbekannte zwei gestrickte Bänder befestigt.

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