Forchheim
Ideen

Neue potenzielle Parkplätze in Forchheim

Parken, Pendler und Politik: Im Zuge des Landratsamt-Neubaus wird über neue Stellplätze für die Amtsmitarbeiter mitten in Forchheim nachgedacht.
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Dort wo bereits Parkplätze sind, könnten mit einer platzsparenden "Paletten"-Lösung neue Stellplätze entstehen. Visualisierung: Landratsamt Forchheim
Dort wo bereits Parkplätze sind, könnten mit einer platzsparenden "Paletten"-Lösung neue Stellplätze entstehen. Visualisierung: Landratsamt Forchheim

Autoparkplätze sind rund um den Neubau des Landratsamtes stark nachgefragt. Deshalb sollte die Verwaltung prüfen, wie viele Stellplätze für die Behördenmitarbeiter und Besucher benötigt werden und wo Parkflächen entstehen können. Eine umfangreiche und komplexe Aufgabe, die Geschäftsbereichsleiter Reinhold Göller und Kreisbaumeister Walter Neuner zu bewältigen hatten.

Ein Anspruch besteht nicht

Dass die Parkflächen am Streckerplatz in Forchheim beliebt sind, ist offensichtlich: Die 52 Stellplätze direkt am Landratsamt sowie die 65 auf dem ehemaligen Stadtwerke-Parkplatz sind tagsüber stets ausgelastet und sogar teils überbelegt. Um sich dem aktuellen und zukünftigen Bedarf anzunähern, führte Göller unter anderem eine Befragung unter den 256 Landratsamt-Mitarbeitern in Forchheim durch. "Es besteht aber kein Anspruch auf Mitarbeiterparkplätze", betont Reinhold Göller.

Seine Kolleginnen und Kollegen sollen gar animiert werden, aufs Auto zu verzichten und in den ÖPNV und aufs Fahrrad umzusteigen. Seit Oktober bezuschusst das Landratsamt seinen Beschäftigten ein VGN-Jobticket zu 25 Prozent. Bislang nutzen das Angebot lediglich zehn Berufspendler. Generell nimmt der Pendlerverkehr im Landkreis Forchheim nimmt zu.

Göller schätzt: Es bestehe Bedarf für rund 100 neue Parkplätze - nicht nur für die Angestellten des Amtes, sondern auch für Besucher. Wo könnten die entstehen? Kreisbaumeister Walter Neuner stellte dem Kreisausschuss am Donnerstag erste Ideen vor:

1. Parkdeck am Landratsamt

Auf dem bestehenden Parkplatz am Landratsamt am Streckerplatz könnte eine zweigeschossige "Parkpalette" gebaut werden. Auf der selben Grundfläche würde mehr Parkraum für Autos oder Fahrräder entstehen. Im Gegensatz zu einem höheren Parkhaus braucht ein derartig "gestapeltes" Parkdeck nur wenig Platz für die Auf- und Abfahrtsrampen. "Das Parkdeck könnte auch eine Dachbegrünung bekommen und könnte Platz für E-Autos oder Fahrradstellplätze bieten", betont der Kreisbaumeister.

2. Neubau auf ehemaligen Stadtwerke-Parkplatz

Das Grundstück zwischen Dreikirchen- und Schönbornstraße gehört dem Landkreis Forchheim. Ein Parkhaus-Neubau könnte die dortigen Stellflächen vervielfachen. "Dafür ist dieses Filetstück eigentlich zu schade", meint FDP-Kreisrat Sebastian Körber. Sein Vorschlag, dass dort geförderter Wohnbau inklusive Parkmöglichkeiten entstehen könnten, erhielt im Kreisausschuss viel Zuspruch.

3. Parkplätze am EGF

Neben der Halle des Ehrenbürg-Gymnasiums in der Ruhalmstraße stehen aktuell Parkplätze bereit. Eine Idee wäre, dort Stellflächen für Landratsamts-Mitarbeiter und -mitarbeiterinnen auszuweisen; oder angrenzend an das EGF-Gelände ein Parkhaus im Löschwöhrd zu errichten. Ob die 700 Meter, sprich rund neun Minuten Laufweg, zum Landratsamt allerdings von den Beschäftigten angenommen würden, bezweifelte Neuner.

4. Kooperation mit der Stadt

Gemeinsam mit der Stadt Forchheim könne der Landkreis auch Parkflächen in der Nähe erweitern: Genannt wurden das geplante Parkhaus auf dem ehemaligen Seltsam-Areal oder die städtische Parkpalette in der Birkenfelderstraße. Theoretisch kämen hier vom Landkreis finanzierte Erweiterungen in Frage. Laut Neuner sollten jedoch die landkreiseigenen Flächen vorrangig behandelt werden.

Es gibt einen Favoriten

Unter den Mitgliedern des Kreisausschusses stieß vor allem ein Parkdeck am Landratsamt auf breite Zustimmung. Die geschätzten Kosten liegen bei rund einer Million Euro. Ein Parkhaus-Neubau kostet zwischen drei und vier Millionen Euro.

Der grüne Kreisrat Karl Waldmann warnte jedoch grundsätzlich davor, mit neuen Parkplätzen Anreize zu schaffen, um mit dem Auto nach Forchheim zu fahren. "Das Ehrenbürg-Gymnasium bietet ein Riesenpotenzial. Wir brauchen keine neuen Parkplätze", stellte Waldmann fest und verwies auf die Klimaschutz-Ziele des Landkreises. Andere Kreisräte hingegen betonten den akuten Bedarf für Behörde, Besucher und die Forchheimer Bürger.

Versöhnlich warb Landrat Hermann Ulm (CSU) abschließend dafür, die Parkplatz-Frage im Zuge des Landratsamt-Neubaus mitten in Forchheim nicht zum "Wahlkampfthema" zu machen.

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