Effeltrich hat sich beschenkt mit einer neuen Orgel in der Pfarrkirche St. Georg. Sie wurde mit der Weihe durch den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick beim Festgottesdienst feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Pfarrer Jürgen Dellermann blickte nach dem Einzug in eine gut besuchte Kirche. Die Spannung auf das neue Musikinstrument, die "Königin der Instrumente", wie es Professor Markus Willinger, Domorganist und amtlicher Orgelsachverständiger der Erzdiözese Bamberg, nannte, war spürbar.

"Ihr habt mich zu meinem 60. Kommunionsjubiläum in eure Mitte geschlossen", erinnerte Erzbischof Schick an die gemeinsame Jubelkommunion im zurückliegenden Mai. Nach dem Kyrie begab er sich auf die Empore, um die Orgel zu weihen. Schick dankte den vielen, die mitgewirkt hatten, die Orgel zu einer gelungenen Anschaffung zu machen. Auf das Tagesevangelium bezogen meint der Erzbischof, Johannes der Täufer habe wohl eher nicht gesungen. Er habe den Menschen ins Gewissen geredet und seine Worte seien die Botschaft zu Frieden und Freude in Erwartung zu Weihnachten gewesen. Matthias Schulz ging näher auf die Entwicklung zur neuen Orgel ein. Gleichzeitig stellte er eine Chronik "Die neue Orgel 2018" vor. Sie war geheim als bewusste Überraschung angefertigt worden fand nach dem Gottesdienst reißenden Absatz. 2012, noch unter der Zeit von Pfarrer Albert Löhr, war für jeden und jede in Effeltrich gut hörbar, dass die alte Orgel das Ende ihrer Spielzeit erreicht hatte. Kostspielige Reparaturen waren erfolglos.

Kleiner Kreis bildet sich

Es bildete sich ein kleiner Kreis mit dem Ziel des Neubaus einer Orgel. Am 4. Januar 2013 fanden sich 35 Personen zur Gründungsversammlung des Förderkreises ein. Zum Gründungsvorstand zählten Matthias Schulz als Vorsitzender und Manfred Geisler als Stellvertreter, Johann Wisheckel als Kassenwart, Andre Kaup als Schriftführer. Im Gründungsbeirat fanden sich Pfarrer Albert Löhr, Pfarrer Michael Krug, Diakon Norbert Naturski, Heimo Ertl, Stefan Kotz und Roland Hetzel. Johann Wisheckl dürfte besonders zufrieden sein, konnte doch Manfred Schulz vermelden, dass mit Geldspenden von 220.000 Euro über 60 Prozent der Anschaffungskosten von 361.000 Euro gedeckt sind und so die Orgel zum Zeitpunkt der Weihe auch vollkommen bezahlt ist. Dafür hatten sich die Effeltricher viele Möglichkeiten zum Spenden einfallen lassen. Vieles davon ist detailliert in der neuen Chronik nachzulesen. Den Spendern dankte Matthias Schulz ausdrücklich ebenso wie dem Wohlverhalten von Pfarrer Albert Löhr und Pfarrer Jürgen Dellermann. Sein Dank galt Markus Willinger für die Unterstützung. "Sie haben ein wunderbares Instrumente geschaffen", sagte Schulz an Orgelbauer Johannes Rohlf gewendet. Zu den Beratern zählte auch Pfarrer Christoph Reinhold Morath, amtlicher Orgelsachverständiger in der evangelisch-lutherischen Kirche. "Die neue Orgel wird ihre eigene Stimme auf höchstem Niveau einbringen in die kreative Konkurrenz", ist er überzeugt. Kräftig stimmte Matthias Willinger zum Schluss jubilierend das "Großer Gott, wir loben dich" auf der Orgel an.

Orgelwerkstatt

Johannes Rohlf gründete seine Orgelwerkstatt 1964 in Neubulach bei Nagold in Württemberg. Mehr als 30 Orgeln, so erzählte er, habe er mittlerweile im Frankenland eingerichtet. Effeltrich ist sein insgesamt 201. Auftrag. Die Orgel in der Pfarrkirche St. Georg verfügt über 17 Register, 992 Pfeifen aus Holz und Metall, zwei Manuale und ein Pedal. Sie ist zusätzlich mit einem Zimbelstern, einem Effektregister also, ausgestattet. Man hat bewusst wieder eine mechanische, keine elektronische Orgel gewählt, wie sie seit mindestens dem 15. Jahrhundert bewährt ist und da sie eine lange Lebensdauer verspricht.

Begrenzter Raum

Eine besondere Herausforderung stellte der begrenzte Raum dar. Im Gegensatz zur alten Orgel rückte die neue vor den Turm, was technische Modifikationen wie einen senkrecht angebrachten Blasebalg verlangte. Diese räumliche Umstellung hatte auch den Grund, eine bessere Klangwirkung zu erhalten. Die alte Orgel wanderte in Einzelteile zerlegt in eine Pfarrei nach Zlatar in Kroatien. "Wir werden uns bemühen, dass eure alte Orgel wieder spielt", schreibt dazu Pfarrer Dragutin Cerovecki in der Chronik.

Nebenan im Pfarrsaal fand sich nachher Gelegenheit zur Begegnung und zum Gedankenaustausch mit Erzbischof Ludwig Schick. Neben den kirchlichen Vertretern und den Fachleuten des Orgelbaus fanden sich unter den Gästen auch Landrat Hermann Ulm, MdL Michael Hofmann (beide CSU) und Bürgermeisterin Katrin Heimann (DEL). Bei einem Orgelkonzert am gleichen Nachmittag mit Markus Willinger durften sich die Effeltricher schon über die hohe Qualität ihres Instrumentes freuen. Für den Orgelbauer Rohlf ging damit die offizielle Orgelabnahme einher. Gleichzeitig feierte die Kirchengemeinde mit diesem Festtag das offizielle Ende der Kircheninnenrenovierung.