Forchheim
Empfang

Neu in Forchheim und glücklich

OB Uwe Kirschstein begrüßte Neubürger im Rathaus. Die Stadt wird als Alterssitz zunehmend interessant.
Artikel drucken Artikel einbetten
Oberbürgermeister Uwe Kirschstein heißt die Neubürgerinnen willkommen. Foto: Pauline Lindner
Oberbürgermeister Uwe Kirschstein heißt die Neubürgerinnen willkommen. Foto: Pauline Lindner
"A goldigs Städtle" nennt Christine Mirsberger mit unverkennbar Nürnberger Tonfall Forchheim beim Neubürger-Empfang durch Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD). Ob es den Adventskalender weiter gibt, ist ihre nächste Frage. Auch den mag sie und - dass man in der Fußgängerzone mit dem Rad fahren darf. "Ich fühle mich seit dem ersten Tag wohl in Forchheim und vermisse Nürnberg nicht."

Solche Aussagen erfreuen sicherlich das Herz des "Ureinwohners", im anderen Blick auf die Stadt - gewissermaßen von außen - stecken aber auch Impulse, die eigene Heimatstadt mal anders zu betrachten, auch anders als bei der Stadtführung, die den Abschluss des Treffens mit Kirschstein bildet.

Mirsberger wohnt wie ihre Begleiterin Hannelore Reuter in den neuen Wohnungen hinter dem BRK-Seniorenheim am Königsbad. Erstaunlich war für beiden Frauen, die sich dort einen altersgerechten Wohnsitz gesucht haben, die große Zahl junger Leute zwischen 30 und 40, die dort leben oder Wohnungen erwarben. Ihr Nachbar ist Mieter, weil er für einige Zeit bei Siemens Forchheim arbeitet. Seine Vermieter sind gebürtige Kersbacher. Obwohl sie aus beruflichen Gründen in Würzburg leben, haben sie sich schon heute zur Altersabsicherung die Wohnung in der Heimat gekauft.

Dieses Motiv für den Wohnungserwerb ist auch Kirschstein vertraut. Aus diesen Kreisen werden wahrscheinlich auch die Wohnungsinteressenten für das künftige "Philosophenviertel" auf den ehemaligen Fußballplätzen des Jahn und des ATSV kommen. Oder die für das Vorhaben der Sparkasse auf deren Firmenparkplatz an der Birkenfelderstraße.

Dort in der Nähe wohnt die dritte, deutlich jüngere Neubürgerin, die das städtische Angebot annahm. Sie stammt aus Garmisch und lebte bisher in München. Da ist verständlich, dass sie in manchen Innenstadtstraßenzügen das Grün, vor allem Bäume vermisst. Die typisch fränkische enge, mittelalterliche Bauweise bringen die anderen ins Gespräch.


Wärmere Nächte

Kirschstein nennt aber auch ein besonderes Problem: die gestiegene nächtliche Durchschnittstemperatur, wie sie im Klimagutachten für die Stadt dargelegt wurde. Ihm ist bewusst, dass das bei manchen Menschen zu Schlafstörungen führen kann. Deshalb sind Bäume für ihn nicht nur optisch erfreulich, sondern auch ein Stück Lebensqualität für eine Stadt.

Einerseits freut sich die junge Frau über die gute Anbindung per Bahn, andererseits stößt sie auf die vielen Straßenbaustellen, besonders auf der A 73. Hier ist Kirschstein sehr zuversichtlich, dass die Autobahndirektion ("sehr angenehme Gesprächspartner", so Kirschstein) ihre Zeitvorgaben zuverlässig einhält. "Woher erhält die Stadt ihre Gewerbesteuer?", lautet ihre nächste Frage. "Hauptzahler ist Siemens", antwortet der Oberbürgermeister. Das erstaunt seine Gesprächspartnerin, liegt doch der Firmensitz in München.

Aber die Steuer, so Kirschstein, wird nach Beschäftigten an den Standorten verteilt. Da macht sich die Steigerung auf annähernd 3000 Personen schon im Stadtsäckel bemerkbar. "Sie ist nicht nur auf der Einnahmenseite wichtig, sondern vor allem als Stärkung des medizintechnischen Standorts Forchheim." Hier sieht er eine "Tendenz", dass Forchheim der bayern- und damit deutschlandweit größte Produktionsstandort wird. Nicht allein durch den Globalplayer, sondern besonders durch "kleine Betriebe mit zehn bis zwölf Mitarbeitern", die auf ihrem Spezialsektor Weltmarktführer sind.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren