Industriebrache

Nachbarn haben Bedenken wegen Wohnungsbau auf Betonwerk Hemmerlein in Neunkirchen

Nicht jeder Neunkirchener ist von den 120 Wohneinheiten und den 240 Parkplätzen, die auf dem ehemaligen Hemmerleingelände errichtet werden, begeistert.
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Das ehemalige Betonwerk Hemmerlein in Neunkirchen am Brand ist eine Industriebrache. Foto: Petra Malbrich
Das ehemalige Betonwerk Hemmerlein in Neunkirchen am Brand ist eine Industriebrache. Foto: Petra Malbrich

120 Wohneinheiten sollen auf dem Gelände des ehemaligen Betonwerks Hemmerlein in Neunkirchen am Brand entstehen. Das gefällt vor allem den Anwohnern in der Gößweinsteiner Straße nicht, wie schon in der Bürgerfragestunde deutlich wurde. Deren Terrassen liegen in der Sonne, "und nun wird uns das höchste Gebäude vor die Nase gesetzt", empörte sich ein Bürger und meinte damit das 15 Meter hohe Gebäude, das dort mit den Wohneinheiten errichtet werden soll. Damit nicht genug: Da die Anwohner ohnehin lärmtechnisch belastet seien, wollte der Bürger mit einer eigenen Lärmschutzwand für Abhilfe sorgen, was ihm jedoch hinterher vom Landratsamt Forchheim abgelehnt wurde, weil an der Kreisstraße FO 28 rechts und links der Straße ein Verbauungsverbot gelte. Die Wand wäre jedoch begrünt worden, wie gefordert, und schallabsorbierend. "800 Euro habe ich in den Sand gesetzt. Die Verwaltung hätte mich darauf aufmerksam machen sollen", schimpfte der Bürger, der sich eigens einen Planer für die Schallschutzwand geholt hatte. "Nun sind gegenüber Carports geplant, eine 2,50 Meter hohe Mauer, die ist nicht begrünt. Ich möchte dasselbe Recht haben wie alle anderen", forderte der Bürger. Hier pflichtete ihm Bürgermeister Heinz Richter (FW) bei. Man befinde sich jedoch noch im Bauverfahren und die Stellungnahmen stünden noch aus. Das Landratsamt habe das Recht abzulehnen. Dass dies geschehen werde, bezweifelte der Bürger, der an den meterhohen Bau der Achsenfabrik NAF erinnerte. Die Firma habe eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Das fürchte er bei dem jetzigen Bau auf dem Hemmerleingelände auch. Er als Privatbürger habe aber kein Druckmittel.

Einwände von Familien

Ähnliche Stellungnahmen gaben andere Familien in der Nähe des neuen Wohnareals ab. Diese Stellungnahmen und die Vorschläge des Ingenieurbüros, wie mit diesen Einwänden umgegangen werden sollte, standen als Tagesordnungspunkt auf der Sitzungsordnung. Auch diese Bürger forderten eine Begrünung der Schallschutzwand, aber vor allem eine Reduzierung der Bauhöhe auf zwei Geschosse, damit sich das Bauvorhaben harmonisch ins Umfeld integriere. Zudem sollten nur 100 statt der geplanten 120 Wohneinheiten gebaut werden. Die ohnehin schon enorme Lärm- und Abgasbelastung durch die Kreisstraße würde deutlich erhöht werden. Von 200 zusätzlichen Fahrten täglich könne ausgegangen werden. Kritisch betrachtet wurden die Stellplätze. So müssten 240 Stellplätze geschaffen werden, deren Umsetzung bezweifelt wurde. Über die ausgearbeiteten Antworten des Ingenieurbüros konnten die Gemeinderäte nicht viel diskutieren, nachdem Martin Walz (CSU) aufgefallen war, dass es Abweichungen bei den Antworten der verteilten Tischvorlage zu den Unterlagen gab, die eine Woche zuvor an die Gemeinderäte verschickt worden waren. Wie das zustande kam und ob dies auf den 41 Seiten noch öfter vorkam, konnte die Verwaltung nicht erklären, weshalb einstimmig beschlossen wurde, den Tagesordnungspunkt bis zur Klärung zu vertagen.



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