Forchheim

Nach Peta Anzeige: Amtsgericht Forchheim stellt Verfahren wegen getötetem Rehkitz ein

Jedes Jahr werden Rehkitze, die sich in Wiesen verstecken, durch Mähmaschinen getötet. Vor dem Amtsgericht Forchheim musste sich deshalb am Donnerstag ein Angeklagter aus dem Landkreis Forchheim verantworten.
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Jedes Jahr werden Rehkitze, die sich in Wiesen verstecken, durch Mähmaschinen getötet. Vor dem Amtsgericht Forchheim musste sich deshalb am Donnerstag ein Angeklagter aus dem Landkreis Forchheim verantworten. Foto: Barbara Herbst/Archiv
Jedes Jahr werden Rehkitze, die sich in Wiesen verstecken, durch Mähmaschinen getötet. Vor dem Amtsgericht Forchheim musste sich deshalb am Donnerstag ein Angeklagter aus dem Landkreis Forchheim verantworten. Foto: Barbara Herbst/Archiv

In Neunkirchen am Brand (Lkr. Forchheim) wurde im vergangenen Sommer ein Rehkitz während einer Mahd tödlich verletzt. Ein Zeuge hat das verletzte Tier gefunden und den Landwirt informiert, die Tierrechtsorganisation Peta wurde aufmerksam und erstattete Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bamberg.

Am Donnerstag musste sich der 40-jährige Angeklagte aus dem Landkreis vor dem Amtsgericht Forchheim verantworten.

Der Vorwurf: quälerische Tierquälerei. Im Vorfeld der Mäharbeiten seien keine Vorkehrungen getroffen worden, um Rehkitze aufzuspüren, so die Anklageschrift. "Wie zu erwarten", befand sich am Tatabend ein Rehkitz im hohen Gras. Dem Tier wurden drei Läufe verletzt, ein Bein fast vollständig abgetrennt. Der zuständige Jagdpächter war zu dem Zeitpunkt verhindert. "Unfachmännisch" habe der Angeklagte dann versucht, das Tier zu betäuben und schnitt ihm schließlich die Kehle mit einem Teppichmesser durch.

"Sollte ich es noch länger leiden lassen?", erwidert der Angeklagte vor Gericht. Er mähe seine eigenen Wiesen und im Lohnauftrag die von Landwirten. Seit über 15 Jahren sei er für den Landwirt im Einsatz, auf dessen Wiese das Unglück passiert ist, seit drei Jahren sei er auf jener Wiese tätig.

Er sei davon ausgegangen, dass sich der Landwirt "wie immer" selbst darum kümmere, die Wiesen abzusuchen. "Weil ich mich darauf verlasse, dass er das erledigt", so der Angeklagte. Das Ganze sei nicht leicht für ihn gewesen, eine psychische Belastung.

Amtsrichterin Silke Schneider stellte das Verfahren wegen geringfügiger Schuld ein, der Tatbestand sei aber erfüllt. Der Angeklagte muss eine Geldstrafe in Höhe von 750 Euro an den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Regionalverband Forchheim zahlen.

Was die Tierschutzorganisation Peta zu dem Fall sagt und wie Rehkitze während der Mahd gerettet werden können, lesen Sie hier in einem ausführlichen Artikel und in der gedruckten Ausgabe des Fränkischen Tag Forchheim vom 24. Januar 2020.

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