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Forchheim
Interview

Musiktalent aus Forchheim: Junge Sängerin Nisa nimmt erstes Album auf

Mit dem Abitur in der Tasche stellt sich die 18-jährige Sängerin aus Forchheim der nächsten Herausforderung: Nisa Bajric nimmt ihr erstes Album auf. Ihr Weg führt weg von der Disco-Musik, hin zu handgemachten Liedern mit Tiefgang.
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Alles, was die junge Forchheimerin erlebt und bewegt, verarbeitet Nisa Bajric in ihren Pop- und Soul-Liedern. Ihre erste Single "So cold" ist ein nachdenkliches, aber hoffnungsvolles Stück über unsere Gesellschaft, die ihr immer "kälter" zu werden scheint. Foto: Ronald Heck
Alles, was die junge Forchheimerin erlebt und bewegt, verarbeitet Nisa Bajric in ihren Pop- und Soul-Liedern. Ihre erste Single "So cold" ist ein nachdenkliches, aber hoffnungsvolles Stück über unsere Gesellschaft, die ihr immer "kälter" zu werden scheint. Foto: Ronald Heck
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Ein bewegendes Jahr liegt hinter Nisa Bajric. Vor einem Monat feierte die aufstrebende Sängerin ihren 18. Geburtstag. Erfolgreich hat die junge Forchheimerin heuer ihre Schulzeit beendet und das Abitur geschafft. Bevor Nisa in Bamberg studieren will, nimmt sie sich nun Zeit, sich intensiv ihrer großen Leidenschaft zu widmen. Aktuell arbeitet sie an ihrem großen Projekt - das erste eigene Musik-Album. Der FT trifft das junge Talent, das bereits bei der TV-Sendung "Voice of Germany" mitmachte, am Regnitzufer auf der Sportinsel. Die Pop-Sängerin ist reifer, erwachsener, nachdenklicher geworden. Im Interview verrät Nisa, was sie mit ihrer Musik erreichen will: mit authentischen Liedern ihren Hörern etwas Positives mitgeben.

 

Das letzte Mal haben wir uns vor einem Jahr getroffen, als du noch Schülerin warst. Was hat sich musikalisch seitdem getan?

Nisa Bajric: Zur Schulzeit habe ich in meiner Freizeit Musik gemacht. Gerade im Abiturstress hat man davon ja nicht viel. Aber man kann auch nicht nur lernen. Um mich wieder aufzumuntern, habe ich dann Songs geschrieben. Jetzt will ich erstmal meine ganze Energie in die Musik stecken und nehme mein erstes Album auf.

 

 

Was erwartet die Hörer?

Das Lied "Dance with me", das 2018 kurz vor dem Annafest herauskam, war eher Club-Musik, die von einem DJ produziert wurde. Was ich jetzt auf dem Album haben will, sind aber echte Instrumente, die eingespielt werden. Sozusagen echte Musik wieder zurückbringen. Es geht in Richtung Pop, aber auch Soul. Mit meiner Stimme bin ich eher eine Soul- und R'n'B-Sängerin. Dieses Album soll für mich stehen und der Anfang meiner Musikkarriere sein.

 

 

Die englischen Texte sind selbst geschrieben: Um was geht es?

Mein größtes Musik-Idol ist Michael Jackson, der am Donnerstag übrigens Geburtstag hatte. Was ich an ihm so bewundert habe, ist, dass jeder Song wirklich eine Bedeutung hat. Das will ich auch. Ich will die Menschen mit meiner Musik positiv beeinflussen. Mein Lied "So cold" handelt über unsere Gesellschaft, die so kalt geworden ist. Die Menschen sind immer so selbstfokussiert und nicht mehr so offen für andere. Heute ist jeder in seiner Welt gefangen und achtet nicht wirklich darauf, was außen herum passiert. Ich will mit meinen Songs auch erreichen, dass die Leute über ihr Verhalten und die Gesellschaft nachdenken.

 

 

 

Hast du ein Beispiel?

Eine Textzeile aus dem Lied lautet "People keep calling other people names". Auf Deutsch bedeutet das, dass die Leute sich gegenseitig beleidigen. Dabei sind wir doch alle gleich. Manche denken, andere Leute sind besser oder schlechter - dabei sind wir alle menschlich. Wir machen alle Fehler. Das ist für mich wichtig, weil ich das in den letzten Jahren realisiert habe und selbstbewusster geworden bin.

 

 

Wie weit ist das Album? Wann soll es erscheinen?

Wir nehmen uns so viel Zeit, wie wir wollen. Ich arbeite mit meinem Produzenten, Bobby Bachinger, in seinem Studio in Regensburg gerade an vier Songs gleichzeitig. Wir arbeiten immer an dem Song, auf den wir kreativ gerade Lust haben. Es werden auch Coversongs drauf sein. Zum Beispiel "Let's hear it from the boy" (von Deniece Williams, bekannt aus dem Film "Footloose" von 1984). Nächste Woche nehme ich die endgültige Stimme dafür auf.

 

 

Was gibt es schon jetzt zu hören?

Für die Unplugged-Akustik-Version des Songs "So cold" drehen wir ein Video. Über Facebook haben wir gefragt, welche Location im Landkreis Forchheim wir nehmen sollen. Es gab gute Vorschläge. Eine Szene wollen wir voraussichtlich in Streitberg an dem Pavillon drehen. Mir ist wichtig, dass der Ort etwas Hoffnungsvolles ausstrahlt. Neben Studio-Szenen wollen wir auch in der Natur drehen. Vielleicht auch hier auf der Sportinsel. Hier in Forchheim, wo alles angefangen hat.

 

 

Sind Live-Auftritte geplant?

Der Arbeitsprozess bei Musikern ist eher im Privaten. Aber ich denke, wenn "So cold" herauskommt, werde ich eine kleine Tour auf Veranstaltungen in der Umgebung machen.

 

 

Im Musik-Geschäft bist du keine Unbekannte mehr: Was braucht es, um den Traum zu verfolgen?

Es ist schon schön, ab und zu in Forchheim erkannt zu werden. Ohne viel Arbeit und Leidenschaft schafft man es nicht. Mein Ziel ist es aber nicht, berühmt zu werden. Ich will die Leute mit meiner Musik erreichen. Das Interview führte Ronald Heck

 

Musikgröße aus Untertrubach, Bobby Bachinger, produziert Nisas Album

Robert "Bobby" Bachinger, der Nisas Album produziert, ist eine Musikgröße aus der Region: In den 80er-Jahren war sein Tonstudio in Untertrubach so etwas wie der Nabel der Popmusik. Künstler wie Nena und Chris Rea vertrauten dem musikalischen Können von Bobby Bachinger. Auch Aufträge vom weltbekannten "Abbey Road Studio" aus London landeten in seinem Mischpult. Bachinger, der für seine Musik auch zahlreiche Preise einheimste, produziert heute Stars in seinem Studio in Regensburg.