Beim Erntedank-und Kürbisfest am Wochenende in Muggendorf war für alle Generationen etwas geboten. "Here we go-Let us rock": Mit der legendären Rockband "Number Nine" aus den 80er Jahren startete das dreitägige Fest am Freitag im beheizten Zelt.

Am Samstag kamen dann die Liebhaber der Volksmusik und des Volkstanzes auf ihre Rechnung. Dafür garantierten die Trachtenvereine aus Muggendorf, und Pegnitz. Mit Schlagern und Blasmusik sorgten danach die "Stadelhofener" für einen stimmungsvollen Abend.

Der Festsonntag war ganz und gar dem Brauchtum gewidmet. Im Mittelpunkt stand hierbei der große Erntefestzug durch die von Zuschauern dicht gesäumten Straßen des Luftkurorts. Dem Zug mit 50 Gruppen vorangetragen wurde die aus Ähren gebundene Erntekrone.

Es folgten die Königinnen der Region und die unterfränkischen Weinprinzesinnen, die Ehrengäste sowie die Mädchen und Buben der Volksschule und des Kindergartens. Dann kamen Trachtenvereine, Wagen mit bäuerlichen Motiven, Vereine aus dem Markt und den Nachbargemeinden sowie historische Traktoren. Vier Blaskapellen sorgten für den richtigen Takt.

Dass die Fränkische Schweiz landwirtschaftlich geprägt ist und auch bleiben soll, demonstrierten die Landwirte anlässlich ihres Bauerntags, dem Kreiserntedankfest des BBV. Der Abend gehörte schließlich den Kindern.

Die Vorfreude der Kleinen auf ihr Kürbisfest war groß. Schließlich konnten sie die oft selbst geschnitzten Kürbisse auf dem Arm oder einem liebevoll geschmückten Wägelchen beim abendlichen Kürbiszug zur Schau stellen. Wiesenttals Bürgermeister Helmut Taut eröffnete den Festnachmittag im vollbesetzten Zelt ."Die Anzahl der vielen Ehrengäste ist ein Zeichen für die Beliebtheit unseres Festes."

Dass sich der Bauernverband in Muggendorf wie zuhause fühlt, bekannte der Bezirksvorsitzende des BBV, Hermann Greif. "Für uns Bauern ist Erntedank eine Tradition, die wir uns nicht nehmen lassen." Die Regale in den Einkaufsmärkten seien bis an den Rand voll. Mann müsse an einem Tag wie heute auch an die denken, die die Regale füllen. Neben dem Anbau brauchten die Bauern jedoch politische Stabilität, so Greif.

MdB Silke Launert brachte es auf den Punkt: "Wer dankt, der denkt, zum Beispiel an die Zeiten nach dem Krieg, als Nahrung nicht selbstverständlich war. "Heute müssen die Verbraucher mehr Verantwortung tragen für die, die die Nahrungsmittel herstellen, nämlich unsere Bauern."
Das Schlusswort des Bauerntages sprach Kreisbäuerin Rosi Kraus. Der Abstand zwischen der Bevölkerung und der Landwirtschaft sei größer geworden. "Ein Fest wie heute möge dazu beitragen, dass wir näher zusammenrücken."

Brach das abendliche Kürbisfest alle bisherigen Rekorde? Man kann natürlich die Besucher nicht zählen. Aber es könnten um die 5000 gewesen sein, die das Fest in der abendlichen Dämmerung begleiteten.

Dekan Günther Werner sagte am lodernden Erntefeuer, dass man beim Danken auch an Gott, den Geber aller Gaben, denken müsse. Zum Danken gehöre für den Geistlichen auch ein Stück das Teilen. An die 400 Mädchen und Buben präsentierten ihre kunstvoll gestalteten Früchte auf Wägelchen oder auf dem Arm beim Kürbiszug den zahlreichen Gästen. (hl)