Forchheim
Beratung

MPU: Nur Einsicht führt zurück zum Führerschein

Im Volksmund ist die so genannte Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) besser unter dem Begriff "Idiotentest" bekannt. In Forchheim gibt es jetzt eine Verkehrspädagogische Beratungsstelle.
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Tabletten und Alkohol vertragen sich generell nicht mit dem Autofahren . Da kann der Führerschein schnell weg sein.  Foto: Josef Hofbauer
Tabletten und Alkohol vertragen sich generell nicht mit dem Autofahren . Da kann der Führerschein schnell weg sein. Foto: Josef Hofbauer
Leute, denen der Führerschein entzogen worden ist, können sich dort informieren, wie der individuelle Weg zurück zur Fahrerlaubnis aussehen kann.

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) ist besser unter dem Begriff "Idiotentest" bekannt, "zu Unrecht", findet Antje Malzer, die zusammen mit ihrem Mann Joachim Seminare anbietet, wie jemand, der seinen Führerschein nach Alkohol- oder Drogenkonsum verloren hat, wiederbekommen kann.

Der Autofahrer muss nachweisen, dass er im Stande ist, ein Fahrzeug zu führen, ohne andere zu gefährden. Wer mit Alkohol oder Drogen am Steuer erwischt worden ist oder wer zu viele Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg gesammelt hat, dem wird diese Eignung abgesprochen. Sein Führerschein wird erst einmal eingezogen.

Eignung nachweisen

"Um ihn wiederzubekommen, muss der Verkehrsteilnehmer erst einmal nachweisen, dass er aus seinem Fehlverhalten etwas gelernt hat", erklärt Antje Malzer. Diese Einsicht fehle in vielen Fällen. Aber ohne die Erkenntnis, dass etwas schiefgelaufen und dass der Führerscheinentzug zu einer dauerhaften Verhaltensänderung geführt hat, geht gar nichts. "Die Psychologen merken sehr schnell, ob jemand flunkert. Dann fällt das Gutachten negativ aus und der Betroffene muss weiterhin auf seinen Führerschein verzichten," weiß die gelernte Sozialpädagogin.

Die Probanden müssen erst einmal einsehen, warum sie nicht ans Steuer dürfen. Deshalb gelte es, zunächst ein Problembewusstsein zu schaffen. Wurde jemand mit mehr als 1,1 Promille am Steuer erwischt, könnte ein Alkoholproblem dahinterstecken, das bekämpft werden müsse. Waren Drogen im Spiel, muss der Betroffene nachweisen, dass er bereits über einen längeren Zeitraum "clean" ist, ehe er erneut zur Führerscheinprüfung zugelassen wird.

Häufig Alkoholprobleme

Alkohol und Drogen, so Malzer, seien nach wie vor die Hauptgründe, warum jemand seine Eignung als pflichtbewusster Autofahrer nachweisen muss. Aber auch Menschen, die zu viele Punkte im Fahreignungsregister des Kraftfahrt-Bundesamtes aufweisen, müssen sich fragen, wie sie es generell mit der Beachtung von Vorschriften halten. Auch in diesen Fällen müsse der Verkehrssünder glaubhaft nachweisen, dass bei ihm ein Umdenken stattgefunden habe.

"Wir erklären den Menschen, die zu uns kommen, was von ihnen erwartet wird, welche Anforderungen Ärzte und Psychologen stellen", erklärt Antje Malzer, die eng mit der Bundesanstalt für Straßenwesen zusammenarbeitet, deren Ziel es ist, mit Hilfe von Experten verlässliche Informationen zu bekommen, um entscheiden zu können, wer auf dem richtigen Weg zurück zum Führerschein ist. Dabei gelte es auch zu vermeiden, dass unnötig Zeit und Geld vergeudet wird, sagt Malzer. Sie rät daher, sich möglichst frühzeitig zu informieren, wie der individuelle Weg zurück zur Fahrerlaubnis aussehen kann.

Keine Tricks

"Tricks bekommen die Leute von uns nicht, Tipps aber jede Menge", stellt Joachim Malzer klar, der den Interessenten ein kostenloses Informationsgespräch anbietet. Dann könne jeder entscheiden, ob er den Weg zurück zum Führerschein allein gehen oder ob er die Hilfe der "Verkehrspädagogischen Beratungsstelle" in Anspruch nehmen will.

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