Morschreuth
Bürgerprotest

Fränkische Schweiz: Morschreuther regen sich über "Rummelplatz" auf

Eine "Outdoor Base", die noch ausgebaut werden soll, mit Zeltplatz und "Eventhütte" nervt Bürger des 300-Seelen-Dorfes Morschreuth jetzt schon.
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Die Eventhütte bildet das Zentrum der "Outdoor Base" Foto: Act.3/Archiv
Die Eventhütte bildet das Zentrum der "Outdoor Base" Foto: Act.3/Archiv

Zur Marktgemeinderatssitzung in Gößweinstein waren fünf Bürger aus Morschreuth gekommen, die während der Bürgerfragestunde ihrem Ärger über eine geplante Ausweisung eines Sondergebiets zur Freizeitnutzung bei Morschreuth Luft machten.

"Wir lieben unsere Natur, schätzen die Ruhe im Ort und wollen von einem Volksfestplatz verschont bleiben", sagte deren Sprecher Rüdiger Beck. Hintergrund ist die Einrichtung einer sogenannten "Outdoor Base" mit Zeltplatz, Wohnmobilstellplätzen, einer schon gebauten "Eventhütte", in die 180 Personen passen, Parkplätzen und einem Cateringgebäude.

Der Platz zwischen Wald und Dorf ist mit circa 30 000 Quadratmetern fast so groß wie der Volksfestplatz in Bayreuth - und dies unmittelbar angrenzend an das 300-Seelen-Dorf.

Lärmbelästigung

Wie Beck befürchtet, komme es durch weitaus mehr Veranstaltungen dann zu enormer Lärmbelästigung, die schon jetzt unerträglich sei. Auch das Verkehrsaufkommen durch Besucher und Bedienstete werde die ohnehin schon schlechten Straßen zusätzlich belasten. Schon im letzten Jahr habe sich gezeigt, dass bis 2 Uhr nachts laute Musik die Nachtruhe der Morschreuther störte. Am Osterwochenende waren etwa 60 Zelte aufgebaut, der Lärm nicht zu überhören.

Aus dem Schlaf gerissen

Trotz Trockenheit würden in Waldnähe Lagerfeuer geschürt, Büsche würden als WC genutzt, Wildtiere verschreckt, Holz der Waldbesitzer gestohlen und verbrannt. "Ritter" hielten früh um 4 Uhr ihren Appell ab und rissen die Morschreuter aus dem Schlaf. Felsen aus der Eiszeit würden mit Runenschriften beschmiert, Müll liege überall herum und Feuerwerkskörper flögen durch den Nachthimmel.

"Soll aus Morschreuth ein Rummelplatz gemacht werden? Wie soll das Ganze lärmschutztechnisch in den Griff bekommen werden? Wie seht es mit dem Brandschutz aus?" Fragen über Fragen, die Beck Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) stellte. Zimmermann fragte nach, was Beck denn für eine konkrete Frage gestellt habe.

Laut Zimmermann liege der Gemeinde auch noch kein Konzept des Betreibers vor. Momentan, erklärte Zimmermann, sei man in einem Verfahren mit größtmöglicher Transparenz. Wenn es so weit sei, werde in Morschreuth dazu auch eine Bürgerversammlung stattfinden, sagte Zimmermann zu.

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