Forchheim
Sanierung

Montessori-Schule in Forchheim hat ein neues Outfit

Das freundliche Äußere der Montessori-Schule lässt die Strapazen des energetischen Umbaus vergessen. Die Stadt hat das ehemalige Berufsschulgebäude außen und zum Teil auch innen saniert. Beim Tag der offenen Tür am Samstag kann man sich umschauen.
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Unübersehbar weist das Logo mit den stilisierten Kindern auf die Funktion des Gebäudes hin.  Fotos: Pauline Lindner
Unübersehbar weist das Logo mit den stilisierten Kindern auf die Funktion des Gebäudes hin. Fotos: Pauline Lindner
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Den Materialbestand einer ganzen Schule einpacken, weil das Gebäude renoviert wird, ist in Forchheim en vogue. Der Realschule steht es bevor, die Montessori-Schule in der Egloffsteinstraße hat es gerade hinter sich.
Ab den Sommerferien hat die Stadt Forchheim das ehemalige Berufsschulgebäude aus den 50er Jahren von außen und zum Teil auch innen auf neuen Stand gebracht. Ein Kernpunkt bei der energetischen Sanierung waren die Fenster, die ausgewechselt wurden. Für die Schule hieß das zu Ferienbeginn, alle Klassräume zu räumen, vor allem das reichliche Unterrichtsmaterial einzupacken. Und nach Abschluss der Arbeiten wieder an seinen Platz zu bringen.

Viel weniger Aufwand, als der Realschule bevorsteht, war das auch nicht, obwohl die private Grund- und Hauptschule mit 288 Schülern in 14 Klassen deutlich kleiner ist.
Denn zum ihrem pädagogischen Konzept gehören die von Maria Montessori entwickelten anschaulichen Lernmaterialien. Sie werden so bereit gelegt, dass die Schüler selbstständig darauf zugreifen können. Ganz praktisch hieß das für einen Lehrer in den jahrgangsübergreifenden, nach Bäumen benannten Klassen des Grundschulalters beispielsweise die Perlenschnüre zum Erfassen von Zahlengrößen fein säuberlich an ihre Haken am angestammten Platz im Klasszimmer zu hängen.

Dank der reichlichen Mithilfe von Schülereltern konnte diese Aufgabe gut gestemmt werden. Doch auch das folgende halbe Jahr Baustelle brachte allerhand Einschränkungen mit sich. So war in der ersten Herbstwoche nur die Toilette im Keller fertig. "Dafür haben wir jetzt auch eine Behindertentoilette", betont Sibylle Kellner, die Geschäftsführerin. Die Barreierefreiheit und vor allem der Aufzug in alle Stockwerke sind eine große Erleichterung für das Rollstuhlkind im Haus.

"Man gewöhnt sich daran; die Kollegen haben es mit großer Gelassenheit getragen", blickt Schulleiterin Birgit Burczyk-Wening zurück. Ausdrücklich lobt sie die Handwerker, die sehr viel Rücksicht auf den Unterricht genommen haben und laute Arbeiten auf den Nachmittag verlegten.

Unerwartetes passierte auch. Erst vergangene Woche ein Wasserschaden. "Er hatte auch etwas Gutes. So bekam ein Raum einen neuen Fußboden", ergänzt die Schulleiterin ruhig und erinnert gleich an das Baustellen-Dankeschön-Fest vor ein paar Tagen.

"Die Farbgestaltung gefällt uns gut", betonen sie und ihre Vertreterin Anja Wenkemann unisono. Der Architekt Ralf Bahl hatte mehrere Entwürfe vorgelegt und Schule und Bauauschuss des Stadtrats trafen gemeinsam ihre Wahl. Nur jetzt ist der Kontrast zu innen umso krasser.

Auch das wird sich bald ändern. Der Montessori-Verein hat sich die (farbliche) Umgestaltung der Eingangshalle mit dem interessant gemusterten Marmorfußboden vorgenommen. Entwürfe hängen schon am Schwarzen Brett aus.

Am kommenden Samstag kann sich die Öffentlichkeit ein Bild davon machen, was alles erneuert wurde. Aus zwei alten Räumen wurde ein helle Schulküche. Aus der alten Aula im Keller kam die Trennwand heraus, um einen großen Raum für die Schulfamilie zu haben. Das Treppenhaus wurde schon frisch gestrichen und die Schule überlegt sich ein Farbkonzept für die einzelnen Stockwerke. "Damit das Haus einen einheitlichen Eindruck macht", sagt Kellner beim Rundgang.

Vorteil des alten Gebäudes ist für sie neben der zentralen Lage die vorhandene großzügige Innenaufteilung, die dem Montessori-Prinzip mit viel selbstständiger Arbeit der Schüler sehr entgegenkommt. Ein Stück mehr Fläche ergab sich durch die Außensanierung. Der markante Umgang im obersten Geschoss ist wieder zugänglich. Kellner kann suich für die Großen eine Nutzung in den Pausen und auch als sommerlichen Aufenthaltsraum vorstellen.

Ein kleiner Minuspunkt wird bleiben: die Doppelfunktion des Pausenhofs. Er ist zugleich der Eingangsbereich für die früheren Werkstattgebäude, die heute vom türkischen Kulturverein genutzt werden.

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