Moggast
Schandfleck

Moggast: Disco-Ruine verschwindet aus dem Ortsbild

Vor fast neun Jahren brannte die Discothek in Moggast lichterloh. Aber erst jetzt reißen Bauarbeiter den ehemaligen Tanztempel in der Fränkischen Schweiz ab. Darauf hatten die Bewohner der Ortschaft lange Zeit gedrängt.
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Zwei Bauarbeiter kümmern sich derzeit um den Abriss des Gebäudes. Fotos: Barbara Herbst
Zwei Bauarbeiter kümmern sich derzeit um den Abriss des Gebäudes. Fotos: Barbara Herbst
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Einst wirbelten hier Möchtegern-Travoltas und fränkische "Dancing Queens" über das Parkett, in diesen Tagen bewegen sich zwei Bauarbeiter mit Atemschutzmasken und Schutzanzügen sehr bedächtig über Steinbrocken und Schutt. Sie reißen die ehemalige Discothek in Moggast ab. Im September 2004 stand das Gebäude in Flammen, seitdem verschandelt der ehemalige Tanztempel als Ruine das Ortsbild, wie viele Einwohner meinen.



Ein Abriss scheiterte viele Jahre daran, dass sich die Versicherung geweigert hat, die Kosten zu übernehmen. Bis sich der Ebermannstadter Stadtrat im Januar ein Herz nahm und beschloss, dass die Kommune die 50 000 Euro für den Abbruch bezahlt. Seit Gründonnerstag wird nun gewerkelt - und zwar mit höchster Vorsicht. "Wir haben den Baukörper vorab auf Schadstoff-Konsistenz geprüft und keine Auffälligkeiten festgestellt", erklärt Steffen Lipfert, Leiter des Ebermannstadter Bauamts.

Schutz vor Asbestfasern
Dennoch müssten die Arbeiter entsprechende Schutzkleidung tragen, da in bestimmten Bauteilen Eternit vorhanden sein könne und Asbestfasern freigesetzt werden könnten. Das sei jedoch bei einem Abbruch eines alten Hauses völlig normal, betont Lipfert. Die Maßnahme werde zudem "von einem Sachverständigen begleitet, der dafür sorgt, dass die Entsorgung richtig vonstatten geht".

Beauftragt mit dem Abriss ist die Firma Walter aus Burggaillenreuth, ausgeführt wird er jedoch von der Firma Barthelme aus Hallerndorf. "Am Bau ist es üblich, dass Aufträge an Spezialfirmen weitergegeben werden", erklärt Chef Ludwig Walter. Seine Firma achte trotzdem darauf, dass alle Vorschriften eingehalten werden. Die Arbeiten sollen bis Ende April beendet sein. Danach wird das Areal geschottert und soll als Parkplatz verwendet werden. Statt von Tänzern am Samstagabend wird das Gelände dann von Kirchenbesuchern am Sonntagmorgen genutzt.
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