Effeltrich
Gemeinderatssitzung

Mitfahrbank in Effeltrich auch für Kurzstrecken?

Auch der Radweg nach Langensendelbach, der Preis für eine Busfahrt nach Erlangen und der Breitbandausbau haben die Effeltricher Räte am Montag beschäftigt.
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Die Mitfahrbank nach Effeltrich, im Hintergrund die Effeltricher Linde Foto: Dagmar Niemann
Die Mitfahrbank nach Effeltrich, im Hintergrund die Effeltricher Linde Foto: Dagmar Niemann

Unter dem Tagesordnungspunkt "Bürgeranfragen" brachte eine Bürgerin stellvertretend für viele Bewohner der Gemeinde zum Ausdruck, wie dringend der Bau eines Radweges zwischen Effeltrich und Langensendelbach gewünscht wird. Man höre immer wieder, sagte die Bürgerin, dass es Schwierigkeiten mit den Grundeigentümern gebe und die Zusammenarbeit mit Langensendelbach nicht gut funktioniere. Auf Nachfrage beim Straßenbauamt in Forchheim habe sie erfahren, dass der Bau des Radweges die Gemeinde nicht einmal etwas kosten würde. Warum also gehe es nicht voran?

Problem mit Grundeigentümern

Bürgermeisterin Kathrin Heimann (DEL) antwortete, dass das Projekt durchaus Fortschritte mache, und die Zusammenarbeit mit Langensendelbach sei gut. Das Problem seien die Grundeigentümer. Dazu könne sie jedoch in der öffentlichen Sitzung weiter nichts sagen, dies dürfe nur ratsintern behandelt werden, und man brauche noch etwas Geduld.

Ein weiteres Anliegen der Bürgerin betraf die Mitfahrbank nach Gaiganz am Lindenplatz: Könne diese nicht auch von Personen genutzt werden, die in die gleiche Richtung an den Ortsrand von Effeltrich oder in die Bergstraße mitfahren wollen?

Die Bürgermeisterin versprach, sich darum zu kümmern. Die Mitfahrbank bei der Linde in leuchtend bunten Farben hat die Gemeinde als sinnvolle Ergänzung des öffentlichen Personennahverkehrs installiert. Inzwischen gibt es sogar eine interaktive Karte der Bänke in Oberfranken (Infos dazu unter mitfahrbank-oberfranken.de).

Nicht nachvollziehbare Preise

Wie kann es sein, dass eine Fahrt mit dem Bus von Poxdorf über Effeltrich und Langensendelbach nach Erlangen billiger ist als die Fahrt von Effeltrich nach Erlangen? Für die längere Fahrt von Poxdorf aus muss man drei Streifen einer Zehnerkarte abstempeln lassen, für die kürzere Fahrt von Effeltrich aus jedoch vier. Die Fragestellerin wollte wissen, was der Grund für diesen ungerechtfertigten Preisunterschied einer Hin- und Rückfahrt nach Erlangen (von Poxdorf aus 7,38 und von Effeltrich aus 9,88 Euro) sei. Bürgermeisterin Heimann will der Sache auf den Grund gehen und im VG-Blatt Auskunft geben.

Bekannt ist den Räten das Problem, dass auch die Gemeinde Effeltrich sich um den Breitbandausbau kümmern muss. Seit November 2016 gibt es ein Gesetz zur Erleichterung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze. Es sieht vor, dass die Kommunen nun die Pflicht haben, bei öffentlich finanzierten Bauvorhaben wie Erschließungsmaßnahmen oder Straßenausbauten, wenn sie länger als acht Wochen dauern, Leerrohre plus ein Glasfaserkabel zu verlegen.

Kosten von sieben Millionen Euro

Die Gemeinde Effeltrich hat bereits von einem Ingenieurbüro (mit 100 Prozent Förderung durch die Bundesrepublik) einen detaillierten Plan aller insgesamt 993 Gebäude in Effeltrich und Gaiganz, die mit Leerrohren zu versorgen sind, ausarbeiten lassen. Deshalb können die Kosten für den Breitbandausbau grob abgeschätzt werden: Sie würden sich auf circa sieben Millionen Euro belaufen.

Bisher gibt es in Bayern für den Glasfaserausbau bei Kommunen kein Förderprogramm. Es ist aber damit zu rechnen, dass sich das innerhalb der nächsten zwei Jahre ändern wird, da es bereits sechs geförderte Pilotprojekte gibt und ein entsprechendes Gesetz bei der EU anhängig ist. Der mit dem Projekt befasste Verwaltungsbeamte Andreas Hofmann schlug deshalb vor, einen Grundsatzbeschluss dahingehend zu fassen, dass bei Straßenbaumaßnahmen von mehr als acht Wochen eine Versorgung mit Leerrohren plus Glasfaserkabel als optionaler Punkt mit ausgeschrieben wird. Im Falle der Vergabe eines Auftrages würde die Gemeinde die Kosten bis zum Grundstück der Hauseigentümer tragen. Für Hausanschlüsse müssten die Eigentümer selbst sorgen. Der Gemeinderat schloss sich diesem Vorschlag einstimmig an.

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