Forchheim
Ferienprogramm

Mini-Forchheim hat eine eigene Oberbürgermeisterin

Auf dem Gelände der Adalbert-Stifter-Schule Forchheim gestalten Ferienkinder ihre eigene Stadt - und eine eigene Währung haben sie auch.
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Oberbürgermeisterin Amelie (12) neben dem Ortsschild ihrer Gemeinde Foto: Franka Struve
Oberbürgermeisterin Amelie (12) neben dem Ortsschild ihrer Gemeinde Foto: Franka Struve
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Drei Tage lang erfahren rund 200 Kinder im Alter zwischen acht und 15 Jahren auf dem Gelände der Adalbert-Stifter-Schule Forchheim, was zu einer Stadt so alles dazugehört inklusive Kommunalwahl, Kontoeröffnung und Kirchenbau: Mini-Forchheim hat wieder seine Pforten geöffnet und bietet von 10 bis 16 Uhr ein abwechslungsreiches Ferienprogramm.

32 Einrichtungen und Unternehmen bieten Schnuppermöglichkeiten für den späteren Beruf, Spiel, Spaß und Wissenswertes. Wer einen Tagespass hat, darf als Bürger am Stadtleben teilnehmen und dieses mitgestalten. Die Währung heißt Quak und das Geld muss erst verdient werden. Für 30 Minuten Arbeit werden drei Quaks dem Konto gutgeschrieben, welches von der Sparkasse Forchheim ausgestellt und verwaltet wird.

Im Zelt der Firma Simon-Hegele-Logistik kommissionieren Sophia und Hannah (beide 11) Bestellungen unter der Anleitung von Martina Messingschläger. Max und Yannick (beide 11) sind vertieft in ihre Aufgabe, einen Papierlocher und ein kleines Stanzgerät aus vorgefertigten Metallteilen zusammenzubauen. Am Stand der Firma Gebrüder-Waasner-Elektrotechnik probieren die beiden gleich aus, ob die Geräte auch funktionieren.

"Eine Kirche darf nicht fehlen in Mini-Forchheim", erläutert Pastoralreferent Dietmar Denzler von der Kirche Verklärung Christi. Bauingenieur Michael Rattel konzipierte ein Gotteshaus aus Papprollen und Elektroschienen, welches zehn Kinder und Jugendliche in einer Dreiviertelstunde errichteten.

Thema Frieden

Die evangelische Christuskirche nimmt die Jahreslosung "Frieden" als Thema für die Mini-Aktivitäten. Die Kinder malen Bilder, basteln Friedenstauben und sägen Friedensmotive aus Sperrholz aus.

Gleich nebenan glänzen die kriegerischen Schwerter und Bögen des Vereins Ellodan-Creative-Works-Jugendbildung in der Sonne. "Der Kastellan" alias Samuel Karpowski erklärt die mittelalterlichen Rollenspiele und das Improvisationstheater, bei dem man in eine selbsterdachte Rolle schlüpfen kann.

Geld wieder ausgeben

Wo kann man die verdienten Quaks wieder ausgeben? Julian (8) empfiehlt den quietschgrünen "Cocktail-Swimmingpool" auf Sahne-Kokossirup-Basis oder vielleicht ein paar selbst gemachte Pralinen der Firma Piasten.

Andrang beim Kameramann

Großer Andrang herrscht beim Kameramann Kari Hennig, der für den Bezirksjugendring Oberfranken ein komplettes Kamerateam zusammenstellt, Interviews führen lässt, die Sequenzen zusammenschneidet und später den fertigen Film auf einem Fernseher spielt.

Ein wichtiges Thema in den Medien - neben der Fernsehübertragung gibt es auch eine Tageszeitung - ist die Kommunalwahl. Die Kandidaten der "Umwelt- und Tierschutzpartei", die sich gegen Tierversuche bei Kosmetikprodukten einsetzen, konkurrieren mit den Vertretern der Partei "Soziale Energie-Forschung", die sich für E-Auto-Besitzer starkmachen, um den Posten des Oberbürgermeisters und der Stadträte. Auch Jonathan (11) von der Partei "Electronics for schools" tritt mit der Forderung nach einer sauberen Stadt Forchheim an, während sich die FFP-Partei für Frauenrechte einsetzt.

Zur Oberbürgermeisterin gewählt

Schließlich wird Amelie Neumann (12) von der Umwelt- und Tierschutzpartei zur Oberbürgermeisterin von Mini-Forchheim gewählt. Sie denkt, dass ihr Vortrag über ihre Vorhaben besonders überzeugt habe. Allerdings habe sie am ersten Tag noch nicht so viel umsetzen können, gesteht die Baiersdorferin.

Marlene (8) hat im Zelt von "'s Blaue Stäffala" der Buchhändlerin Heike Schade Bücher einsortiert und Buchseiten zu kleinen Kunstwerken gefaltet. Auch Lea (13) hat die Arbeit im Buchladen am meisten gefallen. In einer kurzen Ansprache lobt Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) den unermüdlichen Einsatz der beiden Veranstalterinnen, Kathrin Reif vom Bürgerzentrum Forchheim und Bettina Schuierer von der Offenen Jugendarbeit Forchheim-Nord. Er habe Mini-Forchheim schon als Stadtrat begleitet: "Eine großartige, tolle Idee." Den Termin in der letzten Ferienwoche könne man sich gut merken, meint das Stadtoberhaupt des "großen" Forchheims.

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