Behringersmühle
Handwerk

Meister des Krippenbaus

Georg Bayerschmidt erinnert sich an seine goldenen Jahre des Krippenweges in Gößweinstein.
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Georg Bayerschmidt vor der Krippe in seinem Wohnzimmer.Foto: Thomas Weichert
Georg Bayerschmidt vor der Krippe in seinem Wohnzimmer.Foto: Thomas Weichert
Vier völlig verschiedene Weihnachtskrippen stellt Krippenbau-Meister Georg Bayerschmidt (aus dem Ortsteil Behringersmühle) dieses Jahr beim Gößweinsteiner Krippenweg aus. Bayerschmidt, dessen Wohnhaus schon wie eine Krippe aussieht, ist wohl einer der bekanntesten Krippenbauer der Region, hatte er doch auch jahrzehntelang die Jahreskrippe in der Gößweinsteiner Basilika betreut und die Gößweinsteiner Krippenfreunde gegründet.
Aus gesundheitlichen Gründen hat er sich schon vor Jahren zurückziehen müssen. Er bedauere, dass es im Haus des Gastes die Krippenausstellung nicht mehr gibt, die er einst ins Leben gerufen habe. Mit Oswald Neuner aus Hartenreuth hat er aber einen ganz exzellenten Nachfolger für die Betreuung der Jahreskrippe in der Basilika gefunden. Bayerschmidt hat diese Jahreskrippe 27 Jahre lang betreut.
Selbst hat Bayerschmidt weit über 30 verschiedene Krippen gebaut und sein Prunkstück ist eine große Fränkische Weihnachtskrippe, die heuer in der Nürnberger Kirche St. Egidien unter dem Motto "Weihnachten in der Fränkischen Schweiz" zu sehen ist. Der 67-jährige Nürnberger ist dabei auf die Hilfe seiner Frau Effi angewiesen. Ausgestellt habe er einst auch beim berühmtern Bamberger Krippenweg und am Domberg. "Da gibt es schon sehr hohe Ansprüche", sagt Bayerschmidt, der sein Handwerk in der Schule für Krippenbau in Innsbruck von der Pike auf gelernt hat und auf diesem Weg Krippenbaumeister wurde: "Bei uns in Deutschland hat der Krippenbau nicht diese Bedeutung wie in Österreich. Das ist dort vergleichbar wie mit einem Übungsleiter im Sport bei uns." Habe man die Lehrgänge nicht, könneman für seine Kurse auch kein Geld verlangen.

Schon als Bub Hauskrippe gebaut

Geld hat Bayerschmidt allerdings nie verlangt. Im Gegenteil: Er hat in sein Hobby selbst sehr viel investiert. Schon im Alter von 16 Jahren hatte er als Bub für seine Familie eine eigene Hauskrippe gebaut. So richtig zum Krippenbau kam er dann aber erst 1980 in Gößweinstein als er mit seinem Freund, dem Pater Ewald, die Jahreskrippe in der Basilika gestaltet hatte. Als Pater Ewald starb, erbte Bayerschmidt einige wunderbare handgeschnitzte Krippenfiguren. Einige stehen noch in seiner eigenen kleinen Hauskrippe im Herrgottswinkel seines Wohnzimmers.

"Erste Sahne"

"Bis zu 20 verschiedene Motive haben wir jedes Jahr in der Jahreskrippe der Basilika aufgebaut", sagt Bayerschmidt. "Eine Krippe kann man nur nach den Figuren bauen, die man dafür hat und nicht umgekehrt. Danach richtet sich das ganze Drumherum und auch der Ort, wo sie einmal aufgestellt wird."
In Nürnberg zum Beispiel habe er schon Krippen mit berühmten Nürnberger Figuren wie Hans Sachs oder Albrecht Dürer aufgebaut. So im Pilatushaus am Tiergärtnertor. "Wenn aber kein heiliges Paar dabei ist, ist es auch keine richtige Krippe", meint Bayerschmidt, der etwas wehmütig wird, wenn er daran denkt, dass er bei der Gößweinsteiner Krippenausstellung nicht mehr weitermachen konnte. Fünf mal war diese im Haus des Gastes jedes Jahr bis 2008 zu sehen und viele seiner Krippenfreunde hatten ihm damals Leihgaben mit Krippen aus aller Herren Länder zu Verfügung gestellt. "Einem anderen hätten sie ihre Krippen auch gar nicht anvertraut und die Krippenausstellung im Haus des Gastes war schon erste Sahne", erinnert sich Bayerschmidt.


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