Es war eng, sehr eng. Und schwül. Doch niemand schien dadurch seine gute Laune zu verlieren. Mit Ausnahme von Wut-Kabarettist Egersdörfer, der nun endlich trotz "defizitärer Laune" mit seinem Programm "Ich mein's doch nur gut" loslegte. Er wetterte über die nicht vorhandenen Kochkünste seiner Frau, über das "Leck-mich-am-Arsch-Gefühl" der Gesellschaft.

Egersdörfers Mund begann schon, bedrohlich Schaum zu werfen. Richtig sauer schien er aber erst zu werden, als er von den "rausgefressenen, selbstverliebten, dicken, schwarzen Lampenspinnen" berichtete, die unter einer Brücke der Autobahn 73 in der dritten Generation ihre Netze gesponnen haben. Die Spekulanten-Spinnen fangen immer mehr Fliegen als sie überhaupt fressen können, während andere im Angesicht von so viel Rücksichtslosigkeit "verrecken" müssen. Nach zahllosen weiteren Gags ist der Auftritt allzu schnell zu Ende.

Egersdörfer zeigte sich nach seinem Einsatz - im Gegensatz zu seinem "Bühnen-Ich" - freundlich und entspannt. "Das Publikum ist gut mitgegangen", sagte er zufrieden, wenn auch noch ein wenig geschafft vom Auftritt. "Es war sehr schön, vor allem wegen der ungewöhnlichen Location im Zug."


Begeisterung für Buffet und Ambiente


Auch das Publikum fand Buffet und Ambiente wunderbar und die Show des Kabarettisten sowieso. "Meine Erwartungen wurden erfüllt", meinte Robert Leopold (41) gut gelaunt. Ihm gefalle der anstößige, fränkische Humor und das Entsetzen, das manchen Zuschauern ob einiger Pointen ins Gesicht geschrieben stand. "Der Auftritt und die Zugfahrt waren einfach super. Egersdörfer ist live sogar besser, als ich erwartet habe", meinte Stephanie Siebert (26).

Für "typisch fränkisch" hält auch Ulrike Hoffmann (48) die Persönlichkeit Egersdörfers. "Ich fand aber, er war heute fast schon zahm. Normalerweise wird mehr gebrüllt." Während die einen nicht genug von dem speziellen Humor bekommen konnten, empfanden andere den Auftritt als fast zu derb. Dietmar Jeck (70) beschreibt seine Gefühle daher als "durchwachsen".