Gräfenberg
Tourismus

Massenansturm auf historisches Bürgerfest in Gräfenberg

Gräfenberg wurde beim historischen Bürgerfest von Besuchern überflutet. Mehr als 5000 wollten sich den Hochzeitsfestzug nicht entgehen lassen.
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Die Hochzeitstruhe wird geschleppt. Foto: Petra Malbrich
Die Hochzeitstruhe wird geschleppt. Foto: Petra Malbrich
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Aus Gräfenberg wurde Gravenberc im Jahr 1200. Die kleine Bergstadt befand sich im Ausnahmezustand. Mehr als 5000 Besucher waren aus allen Richtungen gekommen, um den detailgetreuen und liebevoll gestalteten Hochzeitsumzug des Ritters Wirnt von Gravenberc zu sehen. Nicht nur die Teilnehmer, auch zahlreiche Gäste hatten sich der historischen Zeit entsprechend gewandet und ließen das Mittelalter in allen Ecken und Gassen der Stadt Realität werden. Wohin man auch hörte, alle Besucher fanden lobende Worte. Das Festkomitee, die Darsteller und die Teilnehmer ließen diesen Umzug und die Festtage zu einem gelungenen Erlebnis werden. Erwartungsvoll standen die Besucher an den Straßenseiten, um Fotos von dem historischen Hochzeitszug zu machen. Das war an manchen Stellen schier ausweglos, so viele Besucher drängten dicht aneinander, als die Stadtwache die Tore öffnete und der Festzug mit den Fanfarenbläsern und einem lauten "Jubel erschalle" eröffnet wurde. Die Trommeln setzten ein und damit setzte sich der Festzug in Bewegung. Von da an war Gräfenberg das Gravenberc zur Zeit des Ritter Wirnts. Das Brautpaar winkte der Menge aus der Mitte des Festzugs zu. Truhenträger folgten dem Paar, Brauteltern, Blumenmädchen, Ritter und Knappen, Mönche, Gaukler, Händler und das einfache Fußvolk.

Probleme der Zeit

Es wurden auch Probleme des Mittelalters thematisch umgesetzt. So war ein Mensch in Mantel und Schnabelmaske zu sehen - die typische Vorsichtsmaßnahme für Mediziner, die Pestkranke behandelten. In den Vogelschnabel wurden damals Kräuter und Flüssigkeiten gegeben, um der Ansteckung vorzubeugen. Eine "Pestkranke" wurde in einem Wagen gezogen. Die Feuerwehr zu Wirnts Zeit war mit ihren Löscheimerchen unterwegs, und Händler und Bauern trugen ihre Waren, ob Tauben oder Brot, zum Markt. An 57 Ständen wurde mittelalterliche Handwerkskunst geboten. Vom Buchdruck bis zur Münzprägung, von Mode, Schuhwerk und Schmuck bis zu mittelalterlichen Waffen, ob Schwert oder Pfeil und Bogen, und selbst Verpflegung aller Art und für jeden Geschmack wurden auf Art und Weise des mittelalterlichen Gravenbercs angeboten.

Einst Gericht und Gefängnis

Beim Verwaltungsgebäude, wo einst Gericht und Gefängnis waren, wurde ein mittelalterliches Urteil auf humorige Weise nachgespielt. Magische Tricks hypnotisierten Jung und Alt, das Lagerleben gab einen Einblick in den Alltag, und mit Spielen wurde das Freizeitverhalten dargestellt. Alles in allem: Das Mittelalter lebte für drei Tage auf. Auch die Musik mit Trommeln und Dudelsack versprühte entsprechend Atmosphäre und Flair. Das historische Bürgerfest war facettenreich. Nur reichten die ausgewiesenen öffentlichen Parkplätze nicht aus, so dass überall geparkt wurde. Das allerdings brachte Verzögerung für den Shuttle-Verkehr, der an manchen Stellen nur schwer Durchkommen hatte, weshalb die Gäste viel länger als geplant auf den Bus warten mussten oder den langen Fußmarsch auf sich nahmen. Allerdings leistete auch hier die Feuerwehr zwischendurch schnelle Hilfe und fuhr ältere, erschöpfte Menschen mit dem Auto zu den öffentlichen Flächen.

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