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Forchheim
Wirbelsturm

Markus Zwosta aus Eggolsheim bleibt trotz Taifun

Markus Zwosta aus Eggolsheim leistet Freiwilligenarbeit auf den Philippinen. Der 27-Jährige berichtet aus der Hauptstadt von dem verheerenden Sturm auf der Insel Cebu. Die Katastrophe beschäftigt Zwosta sehr. Denn auch er hat schon starke Unwetter hautnah miterlebt.
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Im Sommer regnete es in Manila zwei Wochen fast Tag und Nacht ohne Unterbrechung. Tausende Menschen verloren schon damals zeitweise ihr Zuhause.  Foto: privat
Im Sommer regnete es in Manila zwei Wochen fast Tag und Nacht ohne Unterbrechung. Tausende Menschen verloren schon damals zeitweise ihr Zuhause. Foto: privat
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Die Bilder von den Auswirkungen des Taifuns "Haiyan", die man in den letzten Tagen im Fernsehen sehen konnte, schockieren. Verwüstete Städte und tausende Tode sind die schreckliche Bilanz des Wirbelsturms. Richtig begreifen wird man als Fernsehzuschauer das Ausmaß der Zerstörung wohl nie können. Deutsche Hilfsorganisationen bereiten sich derzeit überall in der Republik auf Hilfseinsätze im Krisengebiet vor. Zum Helfen ist auch Markus Zwosta (27) aus Eggolsheim auf die Philippinen gekommen.

Schon vor eineinhalb Jahren. Seitdem arbeitet der gelernte Mechatroniker als Missionar bei einer Bibelschule und hilft drogenabhängigen Menschen wieder zurück ins Leben. Bis nächsten August hilft er noch den Ärmsten in der Millionenmetropole Manila. Familie, Freunde und Verwandte in Forchheim haben sich nach der Nachricht vom Wirbelsturm freilich Sorgen um ihren Markus gemacht. "Er hat dann auch gleich am Samstagabend angerufen und uns beruhigt", berichtet die Mutter: "Wir sind überglücklich, dass ihm nichts passiert ist."




Nicht direkt betroffen

Markus lebt und arbeitet in der Hauptstadt Manila, die größtenteils von dem heftigen Sturm verschont geblieben ist. Die Katastrophenregion liegt etwa eine Flugstunde von der Hauptstadt entfernt. "Bei uns gab es zwar auch heftige Regenfälle. Aber von der Katastrophe und ihren fatalen Folgen habe ich hier auch nur über die Medien erfahren", berichtet Markus Zwosta am Dienstagvormittag live am Telefon über den Internet-Dienst Sykpe. Sorgen mache er sich derzeit um seine philippinischen Mitarbeiter vor Ort. Zwosta ist für die Hilfsorganisation "Help International" in Manila. "Kurz bevor der Taifun die Philippinen erreichte, hatten unsere einheimischen Mitarbeiter noch Kontakt zu ihren Verwandten aus dem Krisengebiet. Als der Sturm dann kam, brach die Kommunikation zusammen und sie haben seitdem nichts mehr von ihnen gehört. Sie warten noch immer auf ein Lebenszeichen", schildert er die dramatischen Folgen für die betroffenen Familien und Menschen.

Markus hilft den Straßenkindern

Zwosta kümmert sich in Manila um Straßenkinder und Drogenabhängige. "Wir nehmen etwa 30 bis 60 Straßenkinder täglich bei uns auf und versorgen sie mit dem Nötigsten", erzählt der engagierte 27-Jährige am Telefon. Deshalb könne er nicht spontan aus Manila abreisen, um den Opfern in den Krisengebieten selbst zu helfen. Schließlich sei die Insel total abgelegen und schlecht zu erreichen. Das sei auch alles eine Frage der Organisation und schlussendlich auch des Geldes. "Wenn wir genug Geld zusammen bekommen, schicken vor ein Team in die Region, dass nach den Familien unserer philippinischen Mitarbeiter sucht und beim Wiederaufbau hilft."

Markus kennt die Tropenstürme

Einen Tropensturm wie diesen hat Markus während der ein einhalb Jahr auf den Philippinen glücklicherweise noch nicht hautnah miterleben müssen. Aber erst Sommer diesen Jahres haben starke Regenfälle die Hauptstadt überschwemmt. "Zwei Drittel der Millionenstadt waren überflutet", erinnert sich Zwosta. Die Folgen der stürmischen Regenfälle seien so schlimm gewesen, dass Markus und seine Freunde und Kollegen einige Tage völlig auf sich allein gestellt waren.

"Das Wasser kann nicht so schnell ablaufen, weil die Flüsse vermüllt sind, alles zu betoniert ist und es kein gutes Abwassersystem gibt", erklärt Markus Zwosta. Wenn genügend Spenden zusammen kommen, hätte die Organisation mehr Möglichkeiten zu helfen.