"Im Namen des Vaters..." - "Maunz". Eine tierische Stimme mischt sich in die Eröffnung des Gottesdienstes im Pfarrheim Verklärung Christi. Sie gehört zu Karina, einer zehnjährigen Katze.

In einem Transportkorb sitzt sie auf dem Schoß von Chantals Mutter. Die Sechsjährige besucht den Kindergarten und hat mit ihrer Gruppe ein Lied für den Haustiergottesdienst einstudiert. Stolz zeigt sie ihren Kameraden ihren Liebling.

Eine Reihe weiter hinten sitzt die zwölfjährige Selina. Ihr Begleiter ist der Yorkshire Terrier Snoopy. Und daneben hat Petra Hofstätter mit ihren zwei Fellknäueln Luna und Sina Platz genommen. Die zwei munteren Hunde machen es sich im schmalen Mittelgang bequem.


Was ist in der roten Box?



Noch eine Familie mit einer Katze im Korb, eine ältere Frau mit einem Meerschweinchen, ein Hund an der Leine möchte von seinem Frauchen, einem Teenager, hochgehoben werden. Dann noch an der Ecke die Mutter eines Buben im Kindergartenalter. Als die beiden - nein, die drei - zur Tür hereinkamen, erregten sie die Neugierde aller Kinder. Was ist in der kleinen knallroten Box? Ein Hamster. Er streckt frech das Schnäuzchen heraus, kaum wird der Deckel etwas angehoben. Und vorne in der ersten Bank sitzen vier Mädchen aus dem Kindergarten. Sie haben einfach ihre Plüschlieblinge mitgebracht.

Es ist schon eine kleine Menagerie, auf die Pfarrer Martin Battert blickt, während er Gebete spricht. Und sie ist erstaunlich still. Nur Karina kommt mit der für sie ungewohnten Situation nicht so ganz zurecht und maunzt noch ein paar Mal. Die Gottesdienstband stimmt das "Laudato si" an, eine eingängige Melodie auf der Grundlage des Sonnengesangs des heiligen Franziskus. Seine Predigt für die Vögel ist weithin bekannt.

Kein Gebelle, Geknurre oder wildes Gezerre an den Leinen. Selbst die Weihwasserspritzer irritieren die Hunde nicht. "Die Katze ist aber zusammengezuckt", entfährt es dem Pfarrer, während Weihwasser sprengend die Reihe entlang geht.