Forchheim
Baustelle

Lücke klafft weiter in der Stadtmauer

Bald ist es ein Jahr her, dass in das historische Mauerwerk am Pfalzgraben ein Loch gerissen wurde. Wann es endlich repariert wird, fragen sich viele.
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Die einzige Mauer, die ein Loch oder Risse haben sollte, ist die Mauer, die jeder um sich herum aufgebaut hat." Dieser Hinweis ist auf den Styropor-Ersatz zu lesen, der von anonymen Forchheimern aufgestellt wurde.  Foto: Theresa Schiffl
Die einzige Mauer, die ein Loch oder Risse haben sollte, ist die Mauer, die jeder um sich herum aufgebaut hat." Dieser Hinweis ist auf den Styropor-Ersatz zu lesen, der von anonymen Forchheimern aufgestellt wurde. Foto: Theresa Schiffl

"Das dortige Bild ist ein sehr trauriges", schreibt Stadtrat Udo Schönfelder (CSU) in seinem Brief an Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD). Er meint damit die Lücke, die seit zehn Monaten die historische Stadtmauer am Pfalzgraben verunstaltet. Diese entstand beim Abbau des Weihnachtsmarktes, als ein Lastwagen sich in einem Kabel einer Marktbude verfing und die Mauer beim Rangieren einriss.

"Es ist unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, aber auch Touristen nicht mehr erklärbar, dass die Behebung des Schadens so lange andauert", schreibt Schönfelder in seinem Brief.

Britta Kurth von der Pressestelle der Stadt Forchheim zeigt für die Verärgerung über das Mauerloch Verständnis: "Wir wurden schon oft danach gefragt, aber wir können leider nichts machen."

Der Stadt seien die Hände gebunden, da die Verhandlungen mit der Versicherung noch immer andauern. Ein weiteres Problem sei außerdem, dass der Verursacher des Schadens noch nicht ermittelt werden konnte.

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Wer zahlt die Reparatur?

Deswegen ginge es jetzt noch immer darum, wer die Reparatur bezahlen soll. Deshalb werden noch einmal alle Beweise überprüft, erklärt Kurth. "Es ist nicht möglich, dass wir die Mauer in Eigenregie wieder ausbessern, da wir sonst die Kosten nicht erstattet bekommen."

Eine Sachbearbeiterin der Stadt kümmere sich speziell um diesen Fall und sei immer mit der Versicherung in Kontakt. Kurth sagt: "Nur wenn die rechtlichen Fragen geklärt sind und der Prozess beendet ist, können wir mit der Ausbesserung anfangen." Sie erklärt weiter, dass solche Schäden nur von der Stadt eigenhändig und ohne Absprache mit der Versicherung ausgebessert werden dürfen, wenn es aus Sicherheitsgründen dringend notwendig sei.

Forchheimer verschließen Lücke

Mittlerweile haben sich unbekannte Forchheimer etwas überlegt um die Lücke zu füllen: Eine Styroporverkleidung. Darauf hängt ein kleines Schild: "Wenn Forchheim Hilfe benötigt, müssen wir alle an einem Strang ziehen." Aktuell überlegt die Stadt, ob es möglich wäre die Lücke durch einen Glaseinsatz zu füllen. "Das wäre für Rollstuhlfahrer und Kinder toll, da sie dann in den Pfalzgraben schauen können," sagt Britta Kurth.

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Seit dieser Woche prüft das Bauamt diese Möglichkeit. In diesem Zusammenhang werden zum einen auch die anfallenden Kosten geprüft, zum anderen wird die Vereinbarkeit mit dem Denkmalschutz unter die Lupe genommen.

Die Pressesprecherin erklärt, dass ein Steinmetz schon in den Startlöchern stehe, aber vorher muss noch entschieden werden, ob es nun ein gläserner Einbau oder wieder Steine werden.



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