Eggolsheim
Kabarett

Lisa Fitz in Eggolsheim: scharfzüngig und bissig

Lisa Fitz, eine der beliebtesten Kabarettistinnen im Freistaat Bayern, trat mit ihrem neuen Programm "Flüsterwitz" in der Eggerbachhalle in Eggolsheim auf.
Artikel drucken Artikel einbetten
Lisa Fitz während ihres Auftritts in der Eggerbachhalle in Eggolsheim Foto: Mathias Erlwein
Lisa Fitz während ihres Auftritts in der Eggerbachhalle in Eggolsheim Foto: Mathias Erlwein
+16 Bilder
Über 40 Jahren Bühnenerfahrung hat die 66-Jährige vorzuweisen. Sie war die erste Frau in Deutschland, die ein Soloprogramm mit eigenen Texten hatte. Kein Wunder also, dass ihre Fangemeinde groß ist.

Schwungvoll kommt sie auf die Bühne und animiert sogleich auch das Publikum, mit ihr eine Aufwärmgymnastik zu machen. "Ich bin geistig voll fit, in meinem Gehirn geht es zwischen den Synapsen so zu wie in der Rushhour einer Großstadt", lässt sie die gespannten Zuhörer wissen. Diese mussten auch ihre Synapsen bemühen, denn das neue Programm "Flüsterwitz" der mit Freigeist ausgestatteten Künstlerin ist voller Spitzen, man muss ihr aber an den Lippen kleben, um alles zu verstehen. Nicht, weil sie ihre Flüsterwitze tatsächlich flüstert, sondern weil sie Mitdenken erfordern.


Abrechnung mit der Politik

"Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es schon ist", seufzt sie zu Beginn ihrer Abrechnung mit den Granden der Politik. Sie spricht von der "GroKo", dem "Großen Kotzen", und der "Raute des Grauens". Immer wieder dazwischen trägt sie auch Lieder mit der Gitarre vor. Und sie rappt. In ihrem Lied "Ich sehe was, was du nicht siehst" legt sie sich mit den Mächtigen der Welt an. Wieder einmal muss man genau hinhören, die Texte kommen wie ein Feuerwerk.

Lautstark fordert sie mit ihrer unverkennbaren rauchigen Stimme die "freie Rede, solange es noch geht". Ein kurzer Blick ins Publikum lenkt sie ab: "Sie schauen so intelligent, wo lassen sie denken?", fragt sie einen Herrn in der vordersten Reihe. Um dann aber gleich wieder zu den "Pomos", den "Politikermonstern", zurückzukommen: "Sie hinterlassen eine Spur der Zerstörung."


Revolution muss scheitern

Revolution wäre angesagt, doch in Deutschland würde diese ja schon daran scheitern, dass das Betreten des Rasens verboten ist, mutmaßt sie unter dem Gelächter des Publikums. Dafür präsentiert sie dann ihren Song "Revolution liegt in der Luft".

Ihre Botschaften sind manchmal aber auch sehr deutlich. Etwa, wenn Fitz von der Gründung einer eigenen Partei spricht. Die "NdM" (Nicht die Merkel) oder die "AaM" (Alle außer Merkel) fallen ihr ein. Sie ist scharfzüngig und bissig.

Nach der kurzen Pause geht es weniger um politische Themen. Das Publikum kommt etwas zum Durchschnaufen. Als Zugabe gibt sie schließlich das Lied ihres Vaters "Das Kamel" zum Besten. Die Synapsen können sich wieder etwas beruhigen. Ein herrlicher Abend für alle Fitz-Fans.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren