Forchheim
Bundestagswahl

Lisa Badum triumphiert nach schlafloser Nacht

Am Montagmorgen konnte es Lisa Badum noch immer kaum fassen. Nach einer schlaflosen Nacht schaffte die Grüne von Forchheim nach Berlin.
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Bei ihrer dritten Kandidatur   schaffte es        Lisa Badum nach Berlin. Unser  Bild zeigt  sie     am Freitag     in Bamberg, als sie ihren   Grünen  Kollegen   "auf ein Bier mit Özdemir"     traf.FT
Bei ihrer dritten Kandidatur schaffte es Lisa Badum nach Berlin. Unser Bild zeigt sie am Freitag in Bamberg, als sie ihren Grünen Kollegen "auf ein Bier mit Özdemir" traf.FT
Die Bundestagsfraktion der Grünen hatte Lisa Badum bereits um Mitternacht unter der Rubrik "Abgeordnete der 19. Wahlperiode" gelistet. Demnach war die Forchheimer Grüne schon zu diesem Zeitpunkt eine von elf bayerischen Abgeordneten, die im neuen Bundestag sitzen würde. Doch Gratulationen nahm Lisa Badum noch nicht entgegen. "Ich wollte abwarten, bis der Bundeswahlleiter es auf der Homepage veröffentlicht." Und so wurde es für die 33-Jährige eine aufregende, fast schlaflose Nacht. Als sie um 5.30 Uhr dann schwarz auf weiß und offiziell nachlesen konnte, was der Mandate-Rechner der Grünen bereits eruiert hatten, da "brachen alle Dämme", erzählte Badum gestern Morgen. "Ich hab erstmal meine Eltern aus dem Bett geklingelt und was man halt so macht..."

Auch am Montagfrüh um 10 Uhr schien für sie alles noch nicht so recht wahr zu sein: "Ich kann es noch nicht so richtig fassen", sagte Lisa Badum, die sich auf den Weg zur Arbeit machte, "um es dort zu verkünden". Und bereits am Nachmittag machte sich die Forchheimerin auf den Weg nach Berlin: "Morgen ist die erste Fraktionssitzung."
Wo sie künftig in Berlin wohnen werde, darüber habe sie noch überhaupt noch nicht nachgedacht. "Im Mai gab es zwar eine Vorbesprechung in Berlin, aber damals hatten die Grünen in den Umfragen sechs Prozent und ich hab mir überhaupt keine Gedanken gemacht, wie es sein könnte."

Dass Badum den Sprung in den Bundestag geschafft hat, verdankt sie nicht nur dem guten Ergebnis der bayerischen Grünen, sondern vor allem den wenigen Zweitstimmen der CSU, die zugleich die Direktmandate in sämtlichen Wahlkreisen gewonnen hat: "In meinem Fall sind es die Ausgleichsmandate", erklärte Badum ihren geglückten Weg nach Berlin.

Ihr langjähriger Wegbegleiter, der Grüne Kreisrat und Fraktionschef Karl Waldmann, reagierte am Montag ebenfalls enthusiastisch: "Als ich heute Morgen aufgestanden bin, um auf der Homepage des Bundeswahlleiters nachzuschauen, hat es mich fast vom Sessel gehaut." Gerührt sei er von Badums Erfolg, die sich "einen Lebenstraum verwirklicht" habe, sagte Waldmann. Er habe ja selbst als Landtagskandidat zwei Wahlkämpfe hinter sich. Aber "so einen professionellen Wahlkampf", wie ihn nun Lisa Badum abgeliefert habe, das sei unvergleichlich.
"Super" sei auch das Grüne Wahlkreisergebnis, schwärmt der Kreisrat: "Wir haben außer in Hallerndorf und in Pinzberg überall zugelegt." Allerdings werden die Kreis-Grünen nach Badums Erfolg auch umdenken müssen. "Aus Sicht der Kreistagsarbeit sehe ich Badums Weggang mit einem lachenden und einem weinenden Auge", sagt Waldmann: "Sie war stellvertretende Fraktionsvorsitzende und unglaublich aktiv. Wir müssen jetzt bereden, wie wir diese Lücke schließen."

Wobei Lisa Badum betont, dass sie Kreisrätin in Forchheim bleiben will. Schließlich sei für eine Abgeordnete "der Kontakt zum heimischen Wahlkreis" ein entscheidender Faktor. Besonders glücklich sie, dass sie Elisabeth Scharfenberg beerben dürfe und dass das südliche Oberfranken nun wieder eine Vertreterin im Bundestag habe.



Der Forchheimer FDP-Politiker Sebastian Körber, der mit Lisa Badum dieselbe Schule besuchte (Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim), war 2009 als 31-Jähriger als einer der jüngsten Abgeordneten in den Deutschen Bundestag eingezogen. Den Triumph Badums kommentierte Körber so: "Sie ist eine Idealistin und Überzeugungstäterin. In einigen Punkten stimmen wir überein, in anderen liegen wir auseinander. Ich freue mich, dass sie ein Bundestagsmandat erhält, für sie persönlich und dann auch für den Wahlkreis."
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