Pinzberg
Brauchtum

Licht und Freude teilen

Im "Haus der Kinder" in Pinzberg werden die letzten Laternen gebastelt und die Lieder für den Martinsumzug am Montag geübt. Dieses Jahr gibt es dort eine bunte Mischung aus Laternen, das hat auch einen Grund.
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Claudia Weigand, Gesamtleiterin der Kita, freut sich zusammen mit den Kindern über ihre schönen Laterne, die am Montag beim Martinsumzug in Pinzberg erleuchten werden. Fotos: Theresa Schiffl
Claudia Weigand, Gesamtleiterin der Kita, freut sich zusammen mit den Kindern über ihre schönen Laterne, die am Montag beim Martinsumzug in Pinzberg erleuchten werden. Fotos: Theresa Schiffl
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"Ich will auch noch meine Einhorn-Laterne herzeigen", sagt eines der Mädchen und flitzt wieder in den Kindergarten in Pinzberg. Nur wenige Sekunden später steht sie bei den anderen Kindern mit ihren vielen bunten Laternen. Neben dem Einhorn gibt es eine moderne Roboter-Laterne, aber auch einen Drachen oder runde und eckige mit bunten Abdrücken von Blättern.

Die Gesamtleiterin der Kita Claudia Weigand fragt: "Welche Lieder singen wir denn beim Umzug?" und als Antwort singen alle Mädchen und Jungen begeistert und voller Vorfreude: "Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir."

"Für uns ist nicht das Basteln der Laterne für den Martinsumzug wichtig", sagt Weigand. Die religiöse Hintergrundgeschichte dürfe natürlich nicht vergessen werden, meint sie weiter. "Am Wichtigsten ist uns bei der Arbeit mit den Kindern, dass sie das Teilen lernen."

Eine ihrer Kolleginnen hilft gerade dem kleinen Julius seine Laterne fertig zu machen. Gemeinsam kleben sie den oberen, blauen Rand fest, stanzen die Löcher für die Haken ein und schließlich kommt noch der Griff mit dem LED-Licht. "Dieses Jahr verwenden wir eine Spritztechnik. Den hübschen Effekt bekommt man durch eine Zahnbürste und ein Sieb", erklärt die Kindergartenleiterin.

Stolz auf Bastelarbeiten

In den Räumen der verschiedenen Gruppen sind schon viele Laternen fertig. Aber ein paar der Kinder dürfen ihre eigene Laterne auch erst noch basteln, wie Julius. In einen blauen "Maler-Kittel" eingepackt, sitzt er an einem der kleinen Tische und gestaltet gerade die Verzierung des durchsichtigen Papieres, auf dem ein Mond und Sterne liegen.

"Natürlich können die Kinder nicht bei allen Bastelschritten mithelfen, aber es ist am Ende immer ihre ,eigene' Laterne. Das ist ihnen auch sehr wichtig und uns auch. Sie sollen sehen, dass sie etwas schaffen und darauf auch stolz sein", sagt Claudia Weigand und lächelt.

Jedes Jahr überlegt sich das Kindergarten-Team in Pinzberg ein anderes Motto für die Gestaltung der Laternen. "Als bei uns am Haus gebaut wurde, entstanden zum Beispiel die Laternen in der Form eines Hauses, bei anderen war das Motto ,Herbst' und wir haben Blätter für die Gestaltung verwendet", erklärt Weigand . Dieses Jahr werden jedoch nicht so viele Umzugslaternen gebastelt.

"Das diesjährige Jahresthema von uns ist Achtsamkeit und Nachhaltigkeit. Deswegen haben wir auch die Eltern dazu angehalten, dass sie ihren Kindern die Laternen aus vorherigen Jahren wieder mitgeben."



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