Forchheim
Ambiente

"Licht an!": Ein Park in Forchheim erstrahlt für eine Veranstaltung

Zehn Tage lang werden fünf Künstler den Park in der Klosterstraße in Forchheim mit leuchtenden Installationen bereichern.
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Der Künstler Robert Enderwitz wird den Weg, der durch den Park führt, ein Stück weit illuminieren. Foto: Mirjam Stumpf
Der Künstler Robert Enderwitz wird den Weg, der durch den Park führt, ein Stück weit illuminieren. Foto: Mirjam Stumpf
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Noch ist nicht so recht klar, wie genau der zwei Meter lange Schriftzug an den Bäumen befestigt werden soll. Dieser ist Teil der Installation, die die Künstlerin Marianne Vordermayr aus Nürnberg eigens für die Veranstaltung "Licht an! Forchheim" kreiert hat.

Für zehn Tage wird der Park in der Klosterstraße ab heute Abend in neuem Licht erstrahlen. Dafür sorgen neben Vordermayr die vier jungen Künstler Katharina Heubner, Susan Helen Miller, Jan Vormann und Robert Enderwitz, die mit unabhängigen Kunstinstallationen einzelne Abschnitte des Parks in Szene setzen werden. Bereits gestern Vormittag hat der Aufbau begonnen.

Eine Aufwertung des Parks

Katja Browarzik, Kulturbeauftragte der Stadt, hat die Kunstaktion organisiert. "Die Passanten sollen etwas, das sie bei Tageslicht kennen, in einem anderen Licht wahrnehmen", sagt sie zu den Hintergründen. Bereits seit Jahren arbeite die Stadt gemeinsam mit den Stadtwerken ohnehin an einem neuen Lichtkonzept für die Innenstadt. Fragen nach einer ansprechenden Beleuchtung für das Rathaus oder die Kaiserpfalz, aber auch für Einzeldenkmäler oder eindrucksvolle Bäume stehen im Vordergrund. Auch gelte es, die die Stadtachse zwischen Bahnhof und Paradeplatz in Richtung Fußgängerzone optisch zu verschönern. Deshalb biete sich der Park als Veranstaltungsort an. "Es liegt viel Potenzial in dem Park", sagt Browarzik.

Eingeladen hat die fünf Künstler, die allesamt aus der Metropolregion Nürnberg kommen, Kunstlehrerin Christine Frick. Jeder von ihnen hat sich im Vorfeld Gedanken gemacht und daraus eine Installation entwickelt, die die Besucher zum Innehalten und zum freien Assoziieren bewegen soll. "So entstehen kleine, feine Lichtinstallationen", stellt Kulturreferentin Browarzik in Aussicht.

Marianne Vordermayr hat sich das Denkmal zum Deutsch-Französischen-Krieg ausgesucht, das die Spitze des Parks markiert. Es gehe ihr um die generelle Frage, wie mit solchen Denkmälern umzugehen sei. "Kriegerdenkmäler gibt es viele, aber weiß man, warum sie da stehen?" Der Schriftzug "Humanité", der über dem Denkmal hängen wird, soll mit dem Einbruch der Dunkelheit daran erinnern, bei allen gesellschaftspolitischen Problemen damals und in der heutigen Zeit die Menschlichkeit nicht außer Acht zu lassen.

Künstler Robert Enderwitz schraubt unweit ein Gerüst aus Holzlatten zusammen, das Lichtschläuche tragen soll. Das Objekt führt - leicht versetzt - direkt über den Weg "Man kann es nicht ignorieren. Jeder, der durch den Park läuft, muss sich damit auseinandersetzen."

Forchheim als Gastgeber

"Ich mag den Gedanken, dass Forchheim Gastgeber für Künstler ist", sagt Kuratorin Frick und lobt die gelungene Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Institutionen, die im weiterführenden Rahmenprogramm mitwirken. Nach der offiziellen Eröffnung wird es die Möglichkeit geben, mit den Künstlern über ihre Werke ins Gespräch zu kommen.

Bis zum Abend müssen noch einige technische Hürden vom städtischen Bauamt und der Firma "M+M - Licht, Ton, AV" im Park gemeistert werden. Dann kann es heißen: "Licht an!"

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