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Leutenbach
Gemeinderat

Leutenbach will Bauland in Ortspitz ausweisen

Felsiger Untergrund würde eine Baulanderschließung in Ortspitz teuer machen. Die Gemeinde Leutenbach will daher konkrete Zusagen von Bauinteressenten.
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Hier könnte demnächst der Dorfladen öffnen Foto: Franz Galster
Hier könnte demnächst der Dorfladen öffnen Foto: Franz Galster
Was zunächst recht einfach aussah, erweist sich auf den zweiten Blick doch als schwer oder nicht realisierbar. Intensiv befasste sich der Gemeinderat Leutenbach nochmals mit einer Baulandausweisung im westlichen Bereich von Ortspitz. Die Kommune könnte das Gelände als Bauland erwerben.

Mit neuen Proben stellte man fest, dass keine Belastung des Untergrundes vorliegt. Dabei ergab sich jedoch, dass der Grund massiv felsig ist, was die Erschließungskosten außerordentlich in die Höhe treibt. Für 7500 Quadratmeter Bauland sind aus ersten Schätzungen 784.000 Euro Erschließungskosten plus Grunderwerb zu erwarten. Acht bis zehn Bauplätze waren vorgesehen.


Kleinere Parzellen

Eine Überlegung ist, die Parzellen etwas kleiner zu gestalten mit bis zu 13 Bauplätzen. Unter dem Strich, so erläuterte Bürgermeister Florian Kraft (FW), wären Quadratmeterpreise zwischen 120 und 150 Euro zu erwarten. Erwerben und zügig verkaufen, damit das Geld wieder hereinkommt, war eine Anregung im Rat. Ziel der Erschließung sollte aber sein, bauwilligen Einheimischen eine Möglichkeit zum Bauen zu ermöglichen.

Gemeinderat Jürgen Stöhr (CSU) meldete Bedenken an, ob ein lokaler Markt bei dieser Preislage vorhanden sei. Ähnlich zurückhaltend äußerten sich auch Bürgermeister Kraft und die überwiegende Zahl der Räte. "Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende", meinte auch Igor Lamprecht (FW). Bisher hat die Gemeinde 4000 Euro für die Untersuchung ausgegeben. Jetzt wird Bürgermeister Kraft nochmals einen Aufruf im gemeindlichen Mitteilungsblatt an Interessenten richten. Für eine positive Entscheidung braucht es verbindliche Zusagen.

Abgelehnt mit zwei Gegenstimmen wurde zunächst auch ein Vorbescheid auf Errichtung eines Einfamilienhauses im Außenbereich in Oberehrenbach. Es besteht die Absicht, das umliegende Gebiet mitzuplanen und als Bauland auszuweisen. Nach ersten Informationen sind die Anlieger damit einverstanden. Bürgermeister Kraft wird das Vorhaben weiter verfolgen.


Die Ortskanäle

Die Ortskanäle von Ober- und Mittelehrenbach sowie Leutenbach und Dietzhof wurden bereits vor zwei Jahren mit der Kamera befahren. Jetzt beschloss der Gemeinderat mit der Auftragsvergabe auch die Ortskanäle von Ortspitz und Seidmar, sowie die Verbindungssammler zu befahren und damit das Thema zu komplettieren. Das Honorar von 8046 Euro für die Auswertung wurde mit 6:5 Stimmen bewilligt. Für die Kosten der Befahrung plädierte der Rat mit 6:5 Stimmen dafür, noch ein zweites Angebot einzuholen.

Neu verlegen muss der SV Mittelehrenbach seine Wasser- und Stromleitungen zum Sportplatz. Dazu kommt eine Zähleranschlusssäule. Nach einem Grundsatzbeschluss der Gemeinde aus dem Jahre 2001 werden solche Vorhaben mit zehn Prozent bis maximal 25.000 Euro gefördert. Dem stimmte der Rat mit einer Gegenstimme zu.


Höhere Hundesteuer

Mit dem Erlass einer neuen Satzung zur Erhebung der Hundesteuer findet ein weiteres Thema seinen Abschluss. Aus 30, 40 und 50 Euro für ersten, zweiten oder jeden weiteren Hund werden künftig 40, 60 und 80 Euro. Kampfhundebesitzer werden künftig mit den 20-fachen Sätzen zur Kasse gebeten, das heißt mit 800 für den ersten, 1200 Euro für den zweiten und 1600 Euro für jeden weiteren Kampfhund.

Bürgermeister Florian Kraft informierte zum Thema geplanter Dorfladen im ehemaligen Gebäude der Volksbank. Demnach beabsichtigt der künftige Pächter, sein Angebot zunächst auf Getränke und Backwaren zu beschränken. Von der beabsichtigten Eröffnung im April kann nicht mehr die Rede sein. Termin weiterhin offen.


Haushalt 2018

Relativ zügig verabschiedete der Gemeinderat von Leutenbach den Haushalt für 2018. Demnach umfasst der Verwaltungshaushalt 2,52 Millionen . Euro, der Vermögenshaushalt 1,86 Millionen Euro.

Im Verwaltungshaushalt erhöhten sich Einkommen- und Umsatzsteuer um 90.000 Euro auf 1.108 Millionen Euro. Die Gewerbesteuer bleibt mit 400.000 Euro konstant, die Grundsteuer bei 136.000 Euro. Die Schlüsselzuweisung reduziert sich auf 249.000 Euro auf Grund der gestiegenen Steuerkraft, die um 9,8 Prozent pro Einwohner gestiegen ist. Leutenbach belegt damit Platz 6 von 29 im Landkreis Forchheim.

Wichtige Ausgaben sind die Kreisumlage mit 738.000 Euro, Personalkosten mit 271.000 Euro, der Betriebsaufwand mit 637.000 und Ausgaben für soziale Einrichtungen mit dem Kindergarten mit 320.000 Euro. Die VG-Umlage beläuft sich auf 159.000 Euro.

Umfangreich sind die Investitionen im Vermögenshaushalt. Allein im Feuerschutz der Kommune sind 85.000 Euro veranschlagt, davon 45.000 Euro für einen Mannschaftstransportwagen, der im Bauhof von Leutenbach stationiert werden soll. Die Erweiterung der Kinderkrippe wird mit 325.000 Euro veranschlagt. Der Ausbau der Rosenau mit Brücke kostet voraussichtlich 400.000 Euro. Für den Erwerb bebauter Grundstücke und Bauland sind 350.000 Euro vorgesehen. Der Gehweg in der Dietzhofer Straße ist mit 46.000 Euro veranschlagt. Für ein Gewässerentwicklungskonzept, den Hochwasserschutz, wurden 50.000 Euro eingestellt.


Gemeinde ist schuldenfrei

Die Gemeinde Leutenbach ist seit 2015 schuldenfrei und wird auch 2018 keine Kredite aufnehmen. Zwar sinkt die Zuführung zum Vermögenshaushalt auf geringe 40.000 Euro. Die Rücklagen betragen aber beachtliche 1,38 Millionen o. Euro. Darin sind Rücklagen für außergewöhnliche Belastungen von 250.000 Euro berücksichtigt. Gemeinderat Raimund Dörfler (WvE) fragte an, ob diese Höhe ausreiche, was Bürgermeister Kraft bejahte. Was im Einzelnen sich dahinter verbirgt, wurde nicht öffentlich erläutert.

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