Forchheim
Beisetzung

Letzter Wille Urne: Das neue Kolumbarium in Forchheim ist eingeweiht

Die Zahl der Urnenbestattungen nimmt im gesamten Landkreis Forchheim zu. Auf dem Alten Friedhof wurde am Mittwoch das sanierte Kolumbarium eingeweiht.
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Das Kolumbarium auf dem Alten Friedhof ist fertig gestellt und am Mittwoch eingeweiht worden. Die Bänke im Innenraum wurden symbolisch in Form eines Schiffes entworfen. Foto: Mirjam Stumpf
Das Kolumbarium auf dem Alten Friedhof ist fertig gestellt und am Mittwoch eingeweiht worden. Die Bänke im Innenraum wurden symbolisch in Form eines Schiffes entworfen. Foto: Mirjam Stumpf
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Es ist eine neue Form der Bestattungskultur für Forchheim. Das betonte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) am Buß- und Bettag bei der Einweihung des Kolumbariums auf dem Alten Friedhof. Das Gebäude, das die Urnenwände beherbergt, wurde saniert und erweitert, sodass sich nun 61 Kammern darin befinden. Weitere sollen folgen, so Kirschstein, denn Anfragen gebe es bereits.

Die Nachfrage an Einäscherungen nach dem Tod hat in den letzten Jahren zugenommen. Diese Tendenz zeigt sich auch in Forchheim, wie Bestatter Klaus Rösch vom Bestattungsunternehmen Rösch weiß. "In der Stadt sind wir mit der Urnenbestattung schon bei 75 bis 80 Prozent", stellt er fest. In den Dörfern sei der Anteil ebenfalls gestiegen - auf rund 50 Prozent.

Für Rösch basiert diese Zunahme auf zwei Wandlungen, die sich in den vergangenen Jahrzehnten abgezeichnet haben. Zum einen möchten sich immer weniger mit der zeitaufwendigen Grabpflege auseinandersetzen. Was früher eine Selbstverständlichkeit war, ist es heute nicht mehr. "Die junge Generation macht keine Grabpflege", kriegt der Bestatter die Entwicklungen mit. Außerdem sei eine Urnenbestattung ungefähr um die Hälfte günstiger als eine Erdbestattung.

Eine Laufzeit von zwölf Jahren

Wer sich für die Beisetzung von Angehörigen in einer Urnenstele im neuen Kolumbarium entscheidet, zahlt für zwei Grabplätze jährlich 80 Euro, wie es im Finanzausschuss Anfang Oktober beschlossen worden ist. Die Laufzeit beträgt zwölf Jahre, sagt Walter Mirschberger, Leiter des Bau- und Grünbetriebes. Folgt daraufhin die Auflösung, werde die Urne in einem Gemeinschaftsgrab "ebenfalls auf geweihtem Boden" beigesetzt.

Der Anstieg der Urnenbestattungen habe wiederum Auswirkungen auf das Erscheinungsbild der Friedhöfe, sagt Mirschberger weiter. An den vielen Freiflächen und aufgelösten Gräbern sei das bereits zu erkennen. Deshalb sei es in Forchheim möglich, eine Urne mit in einem bereits bestehenden Familiengrab beisetzen zu lassen. Das sei in die Gebührensatzung aufgenommen worden.

Doch auch das Spektrum an anderen Formen der Urnenbestattung ist breit. Oft gefragt werde die Beisetzung am Stamm eines Baumes, sagt Mirschberger. In Forchheim sei eine solche Beisetzung auf dem Neuen Friedhof möglich.

In Ebermannstadt gibt es sogar einen Friedwald, einen Abschnitt des Waldes, der nur für Urnengräber vorgesehen ist. "Bis auf die Seebestattung haben wir in Forchheim eine große Auswahl an Möglichkeiten", sagt Mirschberger.

Das Kolumbarium als Zuhause

Dass die Menschen immer mobiler werden und beispielsweise die Zahl der anonymen Bestattungen in der heutigen Zeit zunehme, sprach auch Dekan Martin Emge bei der Einweihung an. "Es gehört zu unserer Identität, ein Zuhause zu haben", stellte der Dekan dem entgegen. Das Kolumbarium könne deshalb als eine Art Zuhause gesehen werden.

Mit 242.000 Euro Kosten lagen Sanierung und Neubau im geplanten finanziellen Rahmen, sagte OB Kirschstein. Im Inneren des Gebäudes erinnerten zwei Bänke zudem an die Form eines Schiffs, um es Angehörigen zu ermöglichen, die Verstorbenen symbolisch ein Stück weit auf ihrer Reise zu begleiten.

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