Forchheim
Bildung

Lernen 2.0: Wissen vermitteln durch Videos

Beim 13. Bildungsforum in Forchheim geht es um Wissensvermittlung auf YouTube. Dass es wichtig ist, diese neuen Möglichkeiten im Unterricht zu verwenden, finden auch Schulleiter Michael Horn und Ulrich Löhr, Leiter des Schulamtes.
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Lernen via Handy, Tablett und Laptop? Kann man durch die neuen Möglichkeiten wie YouTube wirklich etwas lernen? Symbolfoto/epd
Lernen via Handy, Tablett und Laptop? Kann man durch die neuen Möglichkeiten wie YouTube wirklich etwas lernen? Symbolfoto/epd

Zwischen Katzen-, Musik- und Spielvideos finden sich eine Reihe an Lern- und Informationsvideos. Dazu gehören zum Beispiel die Lernvideos über Geschichte, Politik und Gesellschaft von Mirko Drotschmann, die er als MrWissen2go auf seinem YouTube Channel präsentiert.

Beim 13. Bildungsforum, der morgen in der Hauptstelle der Sparkasse Forchheim stattfindet, ist genau das Thema: Können solche neuen Medien im Zuge der Digitalisierung wirklich Wissen vermitteln und als Lehrmaterial in der Schule integriert werden?

Medien sind Teil der Gesellschaft

"Die neuen Medien und ihre Möglichkeiten sind mittlerweile in der Gesellschaft angekommen und nehmen einen wichtigen Platz im Alltag ein", hält Martin Horn, neuer Schulleiter an der Adalbert-Stifter-Grund- und Mittelschule, fest. Deswegen sei es wichtig, die Schüler auf die Veränderungen und den Umgang mit der neuen Technik vorzubereiten.

Ulrich Löhr, Leiter des staatlichen Schulamts Forchheim ist ebenfalls der Ansicht, dass die digitale Welt aus Schulen nicht ausgeschlossen werden darf. "Die Jugend wächst mit dem Internet auf und ist viel mehr online", sagt er. Es sei wichtig erklärt er, dass die Schüler von Anfang an im Bereich Medienkompetenz unterrichtet werden.

Medienethik ein wichtiger Aspekt

"Der Umgang mit verschiedenen Quellen im Internet ist genauso wichtig wie gewisse Verhaltensregeln, die in der virtuellen Welt gelten: Die Kinder und Jugendlichen müssen auch lernen wie sie sich im Internet verhalten sollen und was sie machen dürfen", erklärt Horn.

Der neue Schulleiter erklärt, dass aktuell an Schulen die finanziellen Mittel für digitale Klassenzimmer beantragt werden: "Dazu gehören natürlich Beamer, Laptops, aber auch Tablets , die im Unterricht verwendet werden können." Die neuen Informations- und Lernmöglichkeiten seien außerdem eine gute Ergänzung, da es individuelle Lernsoftwares und viele Videos zu unterschiedlichsten Themen gebe.

"Videos können eine sehr gute Unterstützung für den Unterricht sein. Man kann Themen visualisieren, die so nicht möglich wären. So kann man schnell ein kurzes Video oder Bilder von Ägypten zeigen. Dadurch werden mehrere Sinne angesprochen, was hilft, etwas leichter und schneller zu begreifen", sagt er.

Ulrich Löhr findet: "Eltern müssen einfach dabei sein und sich auch damit beschäftigen. Dabei hilft vielleicht der Vortrag von Herrn Drotschmann." Er erzählt außerdem, dass er schon selbst Videos auf YouTube angesehen hat. "Von Gebrauchsweisungen bis Informationsvideos - auch für uns als Lehrer oder Eltern gibt es da viele interessante Videos."

Interview mit Mirko Drotschmann "MrWissen2Go"

YouTube ist eher für seinen Unterhaltungswert bekannt: Wie kann man mit den Videos lernen und warum sollten Jugendliche diese Möglichkeit nutzen?

Mirko Drotschmann: "Das Klischee sagt, bei YouTube gibt es nur Katzen- und Schmink-Videos. Das ist schon lange nicht mehr so. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe an Nachhilfe-Videos, Wissens-Videos und informierenden Videos. Und man kann mit diesen Videos lernen, indem man sich zum einen klar macht, es reicht nicht aus, nur mit den Videos zu lernen. Sie sollen einen Impuls oder einen Überblick geben. Und zum anderen sollte man sich klar machen, nicht alles muss stimmen, was man da sieht. Anders als vielleicht in einem Schulbuch gab es in dem Fall niemanden, der das noch einmal überprüft hat, was gesagt wird. Jugendliche sollten diese Gelegenheit nutzen, weil sie kostenlos ist. Und weil die Videos eine gute Ergänzung sind zum Unterricht. Im besten Fall können die Videos auch den Nachhilfe-Unterricht, der eventuell notwendig wäre, ersetzen."

Woran erkennt man gute Videos bzw. was müssen sie leisten?"Ein gutes Video schaut man sich einfach gerne an. Egal ob es ein Wissens-Video oder ein unterhaltendes Video ist, man sollte nicht, wenn man dieses Video schaut, denken: "Boa, ich hab eigentlich gar keine Lust das zu sehen." Außerdem muss der Aufbau logisch sein, es muss eine gewisse Dramaturgie drin sein. Man muss dem Erzählten gut folgen können. Und es sollte im besten Fall am Schluss noch etwas hängen bleiben. Es sollte Inhalte vermitteln, zumindest im Wissensbereich. Es sollte schon der ein oder andere Fakt vermittelt werden, der einen dann am Ende im besten Fall schlauer zurück lässt."

Welche allgemeinen Tipps können Sie zum Thema Lernen empfehlen?"Der wichtigste Tipp ist: Fangt nicht zu spät an. Das ist ganz wichtig, wenn man das beherzigt, hat man schon die halbe Miete. Und dann sollte man sich vor allem auf den Bereich konzentrieren sollte, in dem man Defizite hat. In den Bereichen, in denen man gut ist, sollte man natürlich auch lernen, aber vielleicht dort nicht so viel Energie reinstecken. Wichtig ist auch, dass man sich einen Plan macht, gerade bei größeren Lernprojekten. Daran kann man sich dann immer wieder orientieren und dann kann man auch etwas abhaken und sich belohnen. Und man sollte den Kopf frei bekommen. Nicht immer nur dasitzen und lernen, sondern auch zwischendurch rausgehen und was anderes machen."

Die Fragen stellte Theresa Schiffl

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