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Forchheim
Wahlkampf

Lediglich die K-Frage lässt Habeck in Forchheim offen

Eine Lanze für die Kommunalpolitik brach Robert Habeck in Forchheim. Er war auf Einladung der Grünen OB-Kandidatin Annette Prechtel gekommen und blieb nur eine Antwort schuldig.
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Im Dialog mit dem Publikum: Die Grünen Robert Habeck und OB-Kandidatin Annette Prechtel.  Fotos: Barbara Herbst
Im Dialog mit dem Publikum: Die Grünen Robert Habeck und OB-Kandidatin Annette Prechtel. Fotos: Barbara Herbst
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Wie groß die Fan-Gemeinde von Robert Habeck in Forchheim ist, das war den Grünen der Stadt schon einige Tage vor dem Besuch ihres Bundesvorsitzenden bewusst geworden. Emmerich Huber, dem Sprecher der Forchheimer Grünen, waren "im Vorfeld" jede Menge Autogrammwünsche zugetragen worden.

"Treffen Sie uns!" Unter diesem Motto hatten Annette Prechtel (die OB-Kandidatin der FGL) und Robert Habeck die Bevölkerung am Dienstag (10. März) in das Arivo-Hotel eingeladen. Vom Andrang der über 150 Gäste im Restaurant Gutland schienen dann aber auch die Veranstalter etwas überrascht zu sein.

Wobei sich Prechtel wegen der Einladung Habecks auch Kritik eingehandelt hatte. Die OB-Kandidatin erzählte von der Begegnung mit einem enttäuschten Bürger: Wenn er gewusst hätte, dass Habeck kommt, hätte er ihr nicht seine Briefwahl-Stimme gegeben. Offenbar, so Prechtel, steckten hinter solcher Ablehnung Angst vor einem angeblich "grün-fundamentalistischen Dogmatismus".

Alles andere als das bekamen die Zuhörer gestern in dem Dialog zu spüren, in den Habeck zuerst mit Prechtel, dann mit dem Publikum trat. Der Grüne Bundesvorsitzende, der Schriftsteller war, bevor er Politiker wurde und der auch schon als Minister Erfahrung gesammelt hat, schilderte seine eigenen Anfänge als Kommunalpolitiker.

Immer wieder vom Beifall unterbrochen, verdeutlichte er die immense Bedeutung, die gerade die Politik vor Ort habe; weil sie öffentliche Räume besetze, statt sich in den Blasen der sozialen Medien zu verbreiten. Kommunalpolitik sei keineswegs "die Umsetzungsinstanz der großen Politik".

Sie sei auch nicht "die kleine Politik, sondern materiell entscheidend". Kommunalpolitik setze "Zeichen, dass die Gesellschaft über Kooperationen funktioniert."

Kommune, Kooperation, Wir, Bündnispartei, das waren zentrale Stichworte Robert Habecks. Die Zuhörer, die ihm an den Lippen hingen, kamen nicht nur aus Forchheim. Aus Neunkirchen, Heroldsbach oder Wiesenthau waren Besucher angereist, um Fragen zu stellen: zur Landwirtschaft, zu Umgehungsstraßen, zur Energiepolitik, zur Rentenfrage, zum Umgang mit der AfD... Oder auch, um Robert Habeck die K-Frage zu stellen. "Gibt es einen Kanzler-Kandidat Habeck? Das würde mich freuen", sagte eine Besucherin. "Die Kanzler-Frage ist keine Antwort auf irgendetwas", erklärte der Gefragte. Um erneut den Wir-Gedanken in den Mittelpunkt zu rücken. "Das Zentrum der Demokratie ist porös." Daher wollten die Grünen noch mehr Verantwortung übernehmen. "Ich möchte die Kooperation, die ich beschworen habe, fortsetzen", betonte Habeck.

Am Ende war er von Autogramm-Jägern umringt und ließ ein offensichtlich beeindrucktes Publikum zurück. Im Hinausgehen schwärmten Besucher von Habecks "schlüssigen Argumentationsketten, die völlig ohne Phrasen auskommen"; oder von dessen Rhetorik, der "kein anderer Politiker" das Wasser reichen könne.