Forchheim
Kinder-Uni

Lass die Stimmbänder schwingen!

Die meisten von uns quasseln jeden Tag. Aber wie das mit dem Sprechen funktioniert und wie wir Laute und ganze Wörter bilden, überlegen wir uns eher selten. Genau darum ging es in einer Vorlesung für Kinder am Herder-Gymnasium in Forchheim.
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Lina spricht ihren Namen in ein Mikrofon. Die Wissenschaftlerin Patrizia Noel neben ihr wandelt Linas Namen in ein sprachliches Signal-Bild um. Foto: Barbara Herbst
Lina spricht ihren Namen in ein Mikrofon. Die Wissenschaftlerin Patrizia Noel neben ihr wandelt Linas Namen in ein sprachliches Signal-Bild um. Foto: Barbara Herbst
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"Es hat Mama gesagt!" Diesen Satz rufen Mütter überglücklich aus, wenn ihr Baby das erste Mal "Ma-Ma" gebrabbelt hat. Es kann allerdings sein, dass das Baby gar nicht weiß, was es da gerade gesagt hat, sondern einfach nur Laute ausprobiert. Mund zu, Mund auf und wieder zu und noch mal auf. Dabei ausatmen - das klingt dann irgendwie nach "Ma-Ma".
"Ein Baby merkt, dass sich die Mama freut, wenn es ,Mama‘ sagt und sagt das Wort dann immer wieder", erklärt Patrizia Noel. Sie ist Professorin für Sprachwissenschaft an der Universität Bamberg und hat am Freitag mit Jungen und Mädchen in einer Kinder-Uni-Vorlesung im Forchheimer Herder-Gymnasium erforscht, wie das mit dem Sprechen funktioniert. Wir Menschen besitzen dafür so etwas wie Werkzeuge: "Unsere Lippen, Zähne, die Zunge, unseren Kehlkopf, unsere Nase, die Luftröhre, die Stimmbänder und die Lunge", zählt die Wissenschaftlerin auf. Und damit erzeugen wir Laute, die dann zu Wörtern und ganzen Sätzen werden. Tiere haben nicht dieselbe "Ausrüstung" wie wir, deshalb können sie nicht sprechen, sondern bellen, zwitschern und miauen.
Aber wie machen wir das nun? "Viele Forscher denken, dass wir deshalb sprechen können, weil bei uns der Abstand zwischen dem Gaumensegel und dem Kehlkopf größer ist, als bei Menschenaffen, von denen wir abstammen", sagt Patrizia Noel.


"Rrrrrrr" - da vibriert der Gaumen

Euer Gaumensegel könnt ihr fühlen, wenn ihr ganz weit hinten im Rachen das "Rrrrr" sprecht. "Das, was dann da vibriert, ist euer Gaumensegel." Und wenn ihr laut "Aaaa" sagt und mit den Fingern sanft an den Hals drückt, spürt ihr euren Kehlkopf vibrieren.


Sind die Gene fürs Sprechen verantwortlich?

Andere Forscher denken, dass ein bestimmtes Gen dafür sorgt, dass wir sprechen können. Gene sind Informationen in unserem Körper, die zum Beispiel bestimmen, ob wir blonde, rote, braune oder schwarze Haare haben. Die Gene erben wir von unseren Eltern.
Und von ihnen lernen wir auch das Sprechen. Schon als Baby merken wir nämlich, dass die Laute, die Menschen machen, irgendwie interessant sein müssen. Also machen Babys sie nach und probieren noch andere Laute aus. "Mmm", "Ppp" und "Aaa" sind für Babys ganz leicht, "deshalb gibt es in vielen Sprachen die Wörter ,Mama‘ und ,Papa‘", erklärt Patrizia Noel. Fragt doch mal eure Eltern, was euer erstes Wort war!


Die Kinder-Uni geht weiter!

Vorlesung 2 "Bist du verrückt, oder was? Seelische Krankheiten verstehen" am Samstag, 14. November, 11-12 Uhr, Hörsaal U5/00.24, An der Universität 5 in Bamberg

Vorlesung 3 "Schreiben Bäume Tagebücher? Was die Jahresringe erzählen, wie wir dies verstehen und was wir daraus lernen können" am Samstag, 21. November, 11-12 Uhr, Hörsaal U5/00.24, An der Universität 5 in Bamberg

Vorlesung 4 "Wie Wörter wandern - warum wir alle auch ein wenig Arabisch sprechen" am Samstag, 28. November, 11-12 Uhr, Hörsaal U5/00.24, An der Universität 5 in Bamberg

Eltern müssen leider draußen bleiben.

Anmelden! Alle Kinder zwischen 9 und 12 Jahren können sich auf der Internetseite www.infranken.de/kinder-uni für die Vorlesungen anmelden.

Fotos Für unsere Zeitung und unser Newsportal inFranken.de machen wir Fotos und berichten über die Vorlesungen. isa


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