Pinzberg
Kandidatenportrait

Landtagswahl 2018: Thorsten Glauber (FW) will gleichwertige Lebensbedingungen

Bei den Landtagswahlen in Bayern geht im Stimmkreis Forchheim Thorsten Glauber für die Freien Wähler ins Rennen.
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Die Schulzeugnisse der ersten Klassen seien nicht dazu angetan, damit zu prahlen, räumt MdL Thorsten Glauber (FW) ein. "Ich habe nur das allernötigste getan, stattdessen viel lieber Fußball gespielt", erzählt das Mitglied im Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen des Landtages.

Er sei ein typischen Beispiel für eine Karriere auf dem zweiten Bildungsweg, bekräftigt Glauber. "Für mich hat das gepasst!" Erst mit 13 habe es Klick gemacht, als ihm klar wurde, dass er sein Geld wohl nicht mit Fußball spielen verdienen werde. Aber er habe dem Fußball viel zu verdanken. Schon als Siebenjähriger wollte er bei den Großen mitspielen. "Da lernst Du dich durchzusetzen", so Glauber.

An der Ehre gepackt

"Mein Vater hat mich bei der Ehre gepackt und mir klar gemacht, dass jeder für sein Leben selber verantwortlich ist und das Zeugnis eine Eintrittskarte in den Beruf bedeutet", erinnert sich Glauber. Nach seinem qualifizierenden Hauptschul-Abschluss an der Hauptschule Kirchehrenbach absolvierte er eine Ausbildung zum Kommunikationselektroniker, arbeitete auf Montage unter anderem in den Niederlanden, entschied sich dann aber dafür, sein Abitur nachzumachen. "Du kannst mehr", hatte er sich gesagt.

So absolvierte Glauber eine Ausbildung zum Bauzeichner, ehe er von 1996 bis 2000 an der Fachhochschule Coburg Architektur studierte. "Da war mein Vater nicht ganz unschuldig, denn der ist ja Architekt. Als Kind durfte ich da schon mit auf die Baustellen."

Nach zwei Jahren als angestellter Architekt und einem Master-Abendstudium für Facility Management gründete er 2003 das Büro Glauber und Rosbigalle. "Trotz meiner Arbeit als Landtagsabgeordneter begleite ich pro Jahr mindestens ein Bau-Projekt noch selbst", betont der Kreisrat und Dritte Bürgermeister von Pinzberg. Nur so behalte er die Verbindung zur Basis, bleibe er im Team.

Glauber brennt für die Politik

"Zwangsläufig wird da der Familie viel abverlangt", betont Glauber, der mit seinen 48 Jahren immer noch ledig ist. In der Beziehung tauche da schon die Frage auf: "Ist denn die Feuerwehr, die Einweihung oder der Festbesuch wichtiger? " Aber ich brenne für die Politik und will das auch weiter machen. Ich kann doch meine Überzeugung nicht verraten", unterstreicht Glauber, der sich als "Kind der 80er Jahre" outet.

"Die Musik von Toto, Queen, Survivor oder Status Quo höre ich nach wie vor gern", gesteht er. Ob im Auto, im Büro oder zuhause, bei mir läuft immer Musik", so Glauber, der auf die Toten Hosen steht und auch "jungen deutschen Schlager mit fetzigen Texten mag.

Bei Filmen muss es nicht immer der Action-Thriller sein, aber "Filme mit hohem Spannungsbogen wie Krimis oder Psychodramen mag ich", gesteht Glauber. Und natürlich Filme, bei denen es etwas zu lachen gibt. Ein Kluftiger oder "Wer früher stirbt ist länger tot", geht immer! Auf seine Landtags-Kandidatur beziehen will Glauber diesen Film-Klassiker aber nicht.

Diese Themen sind Thorsten Glauber (FW) besonders wichtig

Bildungspolitik

Sie nimmt mit 60 Milliarden Euro ein Drittel des Landtags-Etats ein und reicht von der Vorschulerziehung bis zur Volkshochschule. Doch wir haben nach wie vor zu große Klassen (über 30 Kinder) an Realschulen und Gymnasien. Das muss sich ändern. Dass der Freistaat in den Ferien 2000 Lehrer in die Arbeitslosigkeit entlässt, geht gar nicht. "Da müssen wir uns nicht wundern, wenn sie abwandern und wir zu wenig Lehrer haben. Die Schulämter bräuchten ein 110-prozentige Abdeckung mit Lehrkräften, dann müssten die mobilen Reserven nicht schon zu Schulbeginn für den Normalbetrieb eingesetzt werden.

Erziehung stärken Das Familiengeld ist ein Rohrkrepierer. Wir müssen am Berufsbild der Erzieherinnen arbeiten. Wenn sie vier Jahre kaum etwas verdienen, ist dieser Beruf unattraktiv. Gottseidank haben wir in Höchstadt mit der Schule für Kinderpflege eine heimatnahe Ausbildungsmöglichkeit."

Verlässliche Förderung Der Freistaat muss den Kommunen beim Bau von Kitas und Kindergärten finanziell mehr zur Seite stehen und verbindliche Förderquoten einhalten. Aus einer 70-prozentigen Förderung werde durch ein staatlich verordnetes Raumkonzept schnell eine 58-prozentige Förderung. Dieses Risiko scheuten die Kommunen. Bei den Schulen orientierten sich die Richtlinien am Schulbauprogramm der 90er Jahre. Intensivierungsräume müssen gefördert werden, sonst werden sie nicht gebaut, so Glauber.

Breitband für alle Der Breitbandausbau ist unabdingbar und Glasfaserkabel in jedes Haus sind notwendig. Aber das ist nicht Aufgabe der Kommunen, die bislang dafür sorgen sollen. Hinzu kommt, dass die Flächengemeinden hier nicht genug Unterstützung erfahren. Den Kommunen auch noch die Sicherung der Mobilfunk-Standorte aufs Auge zu drücken sei realitätsfremd. Da müssen andere Lösungen her.

Gleichwertige Bedingungen

Von gleichwertigen Lebensbedingungen sind wir weit entfernt. Deshalb setze ich mich für ein starkes Franken ein. Wenn in München ein Prestigeobjekte wie die zweite Stammstrecke der S-Bahn mit 1,5 Milliarden gefördert wird,hat der Rest Bayerns nichts davon. Das gleiche gilt,für das Konzerthaus München, für das es keine Kostendeckelung gebe. Ein weiteres sei für Nürnberg geplant. Viel besser wäre es, das Geld in die Musikschulen zu stecken. Hier zahlt der Freistaat nur 5 Millionen, die Eltern werden mit 15 Millione belastet. Das ist Politik am Bürger vorbei, urteilt Glauber.

Wohnraum schaffen Auch beim fehlenden Wohnraum muss eine Gegenbewegung angestoßen werden. Der Wohnruam sei heimatnah notwendig.

Bürokratie-Abbau Es werde immer schwieriger, nach geltender Rechtslage ein Pfarrfest durchzuführen. Deshalb erinnere ich: Alle Abgeordneten sind Ehrenamtsbeauftraqte. Gelingt es, alle drei Monate ein bürokratisches Hemmnis zu beseitigen, kann in einer Legislaturperiode viel erledigt werden.



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