Neuses
Kandidatenportrait

Landtagswahl 2018: Michael Hofmann (CSU) will für alle da sein

Der Forchheimer CSU-Stimmkreisabgeordnete muss seit 2014 Familie, Beruf und sein Mandat unter einen Hut bringen. Eine gute Organisation ist dabei das A & O.
Artikel drucken Artikel einbetten
"Ich bin seit meiner Jugend ein durch und durch politischer Mensch", bekennt Michael Hofmann (CSU).  Foto: Josef Hofbauer
"Ich bin seit meiner Jugend ein durch und durch politischer Mensch", bekennt Michael Hofmann (CSU). Foto: Josef Hofbauer

Um seinen Hauptberuf als Landtagsabgeordneter und die eigene Anwaltskanzlei unter einen Hut zu bringen, dabei aber auch noch genügend Zeit für seine Frau und die beiden Töchter zu haben, hat der Stimmkreisabgeordnete Michael Hofmann (CSU) den Tag gut durchgetaktet. "Organisation ist alles", findet er, denn eine Alternative dazu gibt es für ihn nicht.

"Auf drei Hochzeiten zu tanzen geht aber nur, weil ich in der Kanzlei und im Abgeordnetenbüro extrem zuverlässige Mitarbeiter habe, die mir viel abnehmen. Und meine Frau bringt sehr viel Verständnis für meine beruflichen Ambitionen auf", unterstreicht der 44-Jährige, für den die heiße Phase des Landtagswahlkampfes begonnen hat.

Seine Frau hatte er kennen gelernt, da war er JU-Kreisvorsitzender. "Sie wusste, dass ich ein politischer Mensch bin und hat das immer mitgetragen", freut sich Hofmann über den familiären Rückhalt. Hier im Kreise der Familie - Lieblingsplätze sind der Garten, die Terrasse und das Sofa - findet er Rückhalt, kann er auftanken. "Ich habe meiner Frau und meinen Töchtern aber auch versprochen, dass ich immer da bin, wenn sie mich brauchen, versichert der Mandatsträger.

Whats-App hilft weiter

"Wenn ich in München bin, das Handy läutet und ich sehe, dass eine meiner Töchter dran ist, frage ich, wie dringend ihr Anliegen ist und dann nehme ich mir Zeit für sie. Über Skype und Whats-App habe ich schon stundenlang Mathe-Aufgaben erklärt. Da ist die Technik ein großer Segen", betont Hofmann.

Zugunsten seiner Familie hat er sein Engagement bei der Feuerwehr Neuses in den letzten Jahren zurückgeschraubt. "Die wenige Zeit, die ich zu Hause bin, will ich meiner Familie widmen", setzt der Familienvater klare Prioritäten. Er betont: "Wir reden viel miteinander, über alles. Das ist eine gute Basis für unsere Beziehung."

Er hat aber auch jene Menschen nicht vergessen, die ihm als jungen Rechtsanwalt ihr Vertrauen geschenkt haben. "Sie haben mir eine Chance gegeben, als es darum ging, etwas aufzubauen. Deshalb bin ich auch heute für sie da, auch wenn ich nur wenige Stunden pro Woche in der Kanzlei verbringe. Das sind alles meine Mandanten", unterstreicht der Jurist. Für diesen Beruf entschied sich Hofmann nach seinem Einser-Abitur, das er 1994 am Ehrenbürg-Gymnasium ablegte. "Ich war nie ein guter Schüler", räumt Hofmann lächelnd ein, fügt aber hinzu: "Als es darauf ankam, habe ich richtig Gas gegeben. Und dann habe ich mich ein wenig geärgert, dass das Abiturzeugnis später niemanden mehr interessiert hat."

Argumente überzeugen

Schon zu Schulzeiten, im Deutsch-Leistungskurs sei ihm klar geworden, dass das richtige Argument, gut vorgetragen, viel bewirken kann. Da schien ihm Jura das richtige Terrain, um mit Worten zu überzeugen.

Geprägt habe ihn selbstverständlich auch sein Elternhaus. "Da gab es keinen Abend, an dem wir nicht die Tagesschau gesehen oder uns über politische Themen unterhalten hätten", erinnert sich Hofmann, dessen erster politischer Erfolg der Bürgerentscheid über den Bau eines Uhrenturmes in Eggolsheim war. Da habe er gefühlt, dass Argumente ernst genommen wurden. "Heute steht der Turm, obwohl wir den Bürgerentscheid gewonnen haben. Aber es wurde kein Geld der Gemeinde dafür ausgegeben, zeigt sich Hofmann zufrieden. "Die Sache hat sich gelohnt", findet der Politiker, der mit seinem Bruder in den 1990-er Jahren zur Faschingszeit in Neuses den DJ gab. "Das waren Kult-Nächte", erinnert er sich. "Wenn wir die richtigen Lieder hintereinander gespielt haben und die Leute eine halbe Stunde lang die Tanzfläche nicht verlassen haben, das war einfach großartig", schwärmt Hofmann. Heute stehen die alten LPs und Singles im Schrank. "So was müsste man mal wieder machen", durchzuckt es ihn. Aber heute spielt für ihn die Musik jetzt wo anders.

Um diese Inhalte will sich der Stimmkreisabgeordnete Michael Hofmann (CSU) kümmern

Der Heimat verpflichtet Als vordringlichste Aufgabe eines Landtagsabgeordneten nennt Michael Hofmann (CSU), sich dafür einzusetzen, dass möglichst viel Geld in den Landkreis fließt. Es gelte, Projekte zu starten die nachhaltig die Lebenssituation der Menschen verbessern. Während im südlichen und westlichen Teil des Landkreises die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im Vordergrund stehe, gelte es, im östlichen Teil eine Infrastruktur aufzubauen, die diese Region für die dort wohnenden Menschen l(i)ebenswert mache. Deshalb sei der Landkreis Forchheim als Raum mit besonderem Handlungsbedarf und deutlich höheren Fördersätzen ausgewiesen worden. "Darauf bin ich schon ein wenig stolz", so Hofmann.

Vielgliedriges Schulsystem Hofmann bekennt sich zum vielgliedrigen Schulsystem. In einer Gesamtschule könnten die Schüler nicht ihren Begabungen entsprechend gefördert werden.

Individuelle Förderung "Wenn es auf Bundesebene nicht gelingt, die Bürger steuerlich zu entlasten, müssen wir auf Landesebene dafür sorgen, dass bestimmte Gruppen finanziell unterstützt werden, verweist Hofmann auf das, von der CSU beschlossene Familien- und Pflegegeld. Auch beim Ausbau der Breitbandversorgung sei die Bayerische Staatsregierung mit ihrem Förderprogramm vorangegangen. Hofmann ist allerdings der Ansicht, dass Flächengemeinden mit vielen Ortsteilen deutlich stärker unterstützt werden müssten als Kommunen, die nur aus einem oder zwei Ortsteilen bestehen.

Schnelles Netz für alle Glasfaser bis zu jedem Haus müsse das langfristige Ziel sei. "Um mit der Zukunft Schritt halten zu können, brauchen wir eine vernünftige Abdeckung", fordert der CSU-Mann.

"Die Digitalisierung in den Schulen ist dort nötig, wo sie der Pädagogik dient", unterstreicht Hofmann. Hier dürften Kommunen und Landkreise bei der Finanzierung vom (Frei)Staat nicht allein gelassen werden.

Naturschutz mit Augenmaß Die Politik müsse durch vernünftige Vorgaben dafür sorgen, dass unsere Kinder und Enkel noch in und mit der Natur leben können. "Eine Käseglocke-Politik halte ich für verfehlt. Landwirte und Waldbauern haben dafür gesorgt, dass wir eine weitgehend intakte Natur haben, die Basis für den Tourismus, auf den die Region setzt", so Hofmann. Dafür bräuchten sie politische und finanzielle Unterstützung.

Heimatgefühl stärken Es gelte auch, die Rahmenrichtlinien abzustecken, dass die Familienstrukturen erhalten blieben und die Menschen dort alt werden können, wo sie ihre Heimat haben. Es sei aber auch eine Aufgabe der Politik, den Menschen die Einzigartigkeit der Region, den Wert ihrer Heimat, bewusst zu machen. "Das kostet nichts, ist aber wichtig, wenn wir im Tourismus stärker als bisher mitreden wollen", so Hofmann.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren