Kunreuth
Feuerwehr

Landkreis Forchheim verfügt über 4645 Feuerwehrleute in 122 Wehren

Die FFW Kunreuth hat sich gerüstet für ihr großes 150. Jubiläum. Das große Festzelt bot dabei auch einen guten Rahmen für die Kreisfeuerwehrversammlung.
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Die Kommandanten, die für 20 und 30 Jahre im Amt geehrt wurden Foto: Franz Galster
Die Kommandanten, die für 20 und 30 Jahre im Amt geehrt wurden Foto: Franz Galster
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Landrat Hermann Ulm (CSU) begrüßte die Kommandanten und ihre Vertreter der 122 Wehren im Landkreis Forchheim, zahlreiche Bürgermeister und weitere Ehrengäste. Ulm dankte dem Kommandanten Klemens Hommel und Vorsitzenden Hans-Jürgen Held von der FFW Kunreuth für die Ausrichtung der Versammlung. Bürgermeister Konrad Ochs (CSU) als Gastgeber der Gemeinde Kunreuth betonte in seinem Grußwort die Bedeutung gerade auch der kleinen Wehren, deren Status bei der Eingemeindung erhalten wurde. Hermann Ulm sieht die Verpflichtung der politisch Verantwortlichen, die Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit zu unterstützen. Er dankte auch Kreisbrandinspektor Ernst Messingschlager und den Kreisausbildern, die bestrebt sind, die Ausbildungsinhalte für die Feuerwehren an die ständig wachsenden Herausforderungen anzupassen. Ulm erwähnte die Einführung des Digitalfunks, die nach einigen Anlaufschwierigkeiten gelungen sei. Offen ist noch der Zeitpunkt der Umstellung der Alarmierung auf digitale Technik. Für die Nachwuchsgewinnung nannte Ulm die Jubelwehr aus Kunreuth, die bereits 1989 erste Gedanken einer Jugendgruppe hatte und diese am 11. Januar 1992 umsetzte. Die Jugend renovierte zum Jubiläum auch die erste Spritze von 1883. Organisatorisch erwähnte er, dass Josef Distler vom Brand- und Katastrophenschutz in den Ruhestand ging und ein Nachfolger noch offen ist. Vielseitig zeigte sich der Jahresbericht von Kreisbrandrat Oliver Flake in der Kommandantenversammlung. Der Landkreis verfügt über 4645 Feuerwehrdienstleistende, davon 578 Frauen und 559 Feuerwehranwärter. Sie leisteten 2018 Dienst in 122 freiwilligen Feuerwehren und einer Löschgruppe sowie einer Werksfeuerwehr. 154 Aktive sind in zwei Wehren tätig.

21 Kinderfeuerwehren

21 Kinderfeuerwehren im Landkreis Forchheim mit 324 Kindern machen sich spielerisch mit dem Thema Feuerwehr vertraut. In keinem Jahr habe es mehr Anträge auf Ersatzbeschaffungen für Fahrzeug und Neu- und Anbauten von Feuerwehrgerätehäusern gegeben. Die Aufgaben bei Abwasserbeseitigung, Versorgungseinrichtungen, sozialen Angelegenheiten, um nur einige zu nennen, sind extrem vielseitig und wachsen. Flake regt nach einem Beispiel im Ostallgäu eine interkommunale Zusammenarbeit an, um die wichtigen regionalen und kulturellen Leistungen langfristig sicherstellen zu können. Die Notwendigkeit regionaler Wehren nennt er auch im Zusammenhang von diversen Unwettern und Erste-Hilfe-Leistungen 2018. 2634 Einsätze (1066 mehr als 2017) wurden 2018 gefahren, darunter 496 Brandeinsätze und 1570 technische Hilfeleistungen. Dazu kamen Personenrettungen. Wohnungsöffnungen, Beseitigung von Ölspuren, aber auch Fehlalarmierungen und 97 Sicherheitswachen. Anschließend gab Oliver Flake noch den Bericht als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV) ab und warb für die Mitgliedschaft.

Ehrungen

Schließlich galt es noch, verdiente Kommandanten mit Urkunde und Präsent zu ehren. 20 Jahre tun Dienst Werner Horsch (Forchheim), Rudolf Huhn (Muggendorf) und Dietmar Winkler (Behringersmühle). 30 Jahre im Amt sind Roland Brütting (Streitberg), Alfred Hofmann (Kasberg), Willibald Hofmann (Langensendelbach), Reinhold Polster (Thuisbrunn) und Heinrich Sponsel (Wohlmuthshüll).

Das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber nahm aus der Hand von Flake Thomas Müller aus Gräfenberg entgegen. Er war von 1990 bis 2019 Kommandant der Schwerpunktwehr Gräfenberg. Das Feuerwehr-Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes Forchheim konnte Ludwig Baumann entgegennehmen. Er ist seit 1990 Kreisbrandmeister für den Inspektionsbezirk Gräfenberg/Weißenohe, somit einer der Dienstältesten in der Führungsposition, und bringt 42 Jahre Erfahrung in der Feuerwehr mit. Kreisgeschäftsführer Christian Uttenreuther ehrte mit der Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Oberfranken für verdienstvolle Jugendarbeit Andrea Erner aus Poxdorf, Timo Sokol aus Hausen und Christian von Rhein aus Neunkirchen am Brand.

Besondere Ehrung

Zu einer gemeinsamen, besonderen Ehrung bat Flake Bürgermeister Markus Grüner (CSU) aus Obertrubach auf die Bühne. Aus seiner Gemeinde kommt die Firma Schmetterling mit den beiden Bereichen Schmetterling International in Geschwand und Schmetterling Reise- und Verkehrslogistik aus Obertrubach. Schmetterling unterstützt die Wehren im Bereich von Kreisbrandmeister Marc Meier "in überdurchschnittlicher Bereitschaft und Offenheit in sämtlicher Vielfalt", wie es Flake formulierte. Geschäftsführerin Daniela Singer nahm für beide die Ehrung entgegen. Das Team sei entscheidend. "Ihr habt Einfluss auf die Jugend. Die Jugend ist nicht morgen, sie ist Gegenwart", betonte Singer die wertvolle Aufgabe in den Wehren. Mit ihrem Dank überreichte sie ein Präsent zur Jugendarbeit. Blieb zum Schluss noch die Bitte von Landrat Hermann Ulm an die Wehren, sich für die Ausrichtung des Kreisfeuerwehrtages 2020 und 2021 beim Fachbereich 31 des Landratsamtes Forchheim zu melden.

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