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Forchheim
Beschluss

Landkreis Forchheim tauscht die Stadtbusse aus

Der Landkreis zieht die Forchheimer Stadtbusse aus dem Verkehr. Die Benutzer finden sie zu unbequem.
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Der Mittelgang ist sehr eng. Für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen ungeeignet. Fotos: Josef Hofbauer
Der Mittelgang ist sehr eng. Für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen ungeeignet. Fotos: Josef Hofbauer
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Ein vernichtendes Urteil fällt Busfahrer Horst N. (Name geändert) über sein "Arbeitsgerät": "Der Bus ist eine Katastrophe; für den Stadtverkehr völlig ungeeignet!" Das findet auch CSU-Fraktionschef Udo Schönfelder. "Die Busse sind ein No Go" sagt er über das "Weihnachtsgeschenk". "Für unsere Zielgruppen, Senioren und Mütter mit Kindern absolut ungeeignet."

Die Fahrgäste stimmen mit den Füßen ab. Sie fahren nur im Notfall mit den feuerroten Bussen. Bei älteren, insbesondere gehbehinderten Personen stoßen die Fahrzeuge, die erst seit Dezember im Einsatz sind, auf Ablehnung. Begründung: Der Mittelgang ist sehr eng. "Ein Rollstuhlfahrer hat keine Chance, vom Einstighe aus nach hinten durchzukommen", erklärt der Busfahrer. Wie zum Beweis quetscht sich eine Dame mit ihren Gehhilfen seitlich durch den Gang. Er ist einfach zu eng.


Viel zu eng

Will jemand hinten einsteigen, muss er sich zum Fahrer durchkämpfen, um seinen Fahrschein zu entwerten. "Es würde mehr Sinn machen, wenn dieser Entwerter im Bereich des hinteren Einstieges angebracht wäre", sagt der Busfahrer. Allerdings räumt er ein, dass es dort sehr eng wird. Mehr als ein Rollstuhl und ein Kinderwagen haben dort nicht Platz. Dann müssen sich alle Gäste, die über weitere Stufen ganz nach hinten wollen, daran vorbeidrücken.

Mehr Platz schaffen geht nicht, denn das Heck ist nicht tiefer gelegt, wie bei anderen Bussen, bedauert Klaus Hummel. Deshalb seien diese Fahrzeuge in der Anschaffung auch günstiger gewesen.

"Der Bus ist voller Ecken und Kanten", bedauert Horst N. Die Fahrgast-Plätze sind auf 15 Zentimeter hohen, teilweise sogar noch höheren Podesten. Stolperstellen, insbesondere für Senioren. Chauffeur Horst moniert zudem die Türen, die sich nur langsam öffnen und schließen und für den Zeittakt im Stadtverkehr ungeeignet seien.

Die vielen Proteste der Stadtbus-Benutzer haben die Verwaltung nun zum Handeln veranlasst. Die Mitglieder des Kreis-Verkehrsausschusses stimmten dem Vorschlag des ÖPNV-Beauftragten Klaus Hummel zu, dass die fünf Busse ausgetauscht werden. Allerdings unter der Voraussetzung, dass die Auswechlsung durch den Freistaat Bayern gefördert wird. Die Mehrkosten für die insgesamt fünf Busse betragen pro Jahr 30 233 Euro. Hoch gerechnet auf die Laufzeit eines Busses von acht Jahren summieren sich die Zusatzkosten auf 241 864 Euro.

Verluste befürchtet

Immer noch besser, wie wenn die Leute den Bussen den Rücken kehren, findet der für den öffentlichen Personennahverkehr zuständige Klaus Hummel, der zur Geduld mahnt. Vor Weihnachten seien die neuen Busse keinesfalls da. "Die Ankündigung, dass die roten Busse ausgetauscht werden sollen, erfüllt die CSU mit Zuversicht", sagt Schönfelder. Gleichzeitig fordert er die Mitglieder des Verkehrsausschusses im Kreis auf: "Lasst Taten folgen!"
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