Neunkirchen am Brand

Kunden müssen nichts vermissen

Der für seine Bratwürste, Salami und Schinken bekannte Metzger Hans Gundel geht in den Ruhestand. Mit Metzgermeister Marco Pawlik gibt es einen Nachfolger.
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Aus Metzgerei Gundel wird Metzgerei Pawlik: von links im Bild Marco Pawlik, Verkäuferin Anna Schwalb-Derbfuß sowie Hans und Gudrun Gundel. Foto: Petra Malbrich
Aus Metzgerei Gundel wird Metzgerei Pawlik: von links im Bild Marco Pawlik, Verkäuferin Anna Schwalb-Derbfuß sowie Hans und Gudrun Gundel. Foto: Petra Malbrich

Die vielen Autofahrer, die an dem Samstagmorgen in die Wohnsiedlung in der Dina-Ernstberger-Straße fahren, kommen nicht vom Einkaufen nach Hause, sondern fahren gezielt dorthin, um in der Metzgerei Gundel ihr Essen fürs Wochenende zu kaufen.

"Früher hat man sich einen Standort im Siedlungsgebiet gesucht", sagt Hans Gundel. In den 70er Jahren haben seine Eltern die Metzgerei aufgebaut und am 2. April 1971 die ersten Wurst-und Fleischwaren über die Theke verkauft. Nun geht das Familienunternehmen nach 49 Jahren in eine neue Hand.

Marco Pawlik aus Dormitz wird die Metzgerei zum 1. März übernehmen. Auf die "Gundel-Spezialitäten" müssen die Kunden nicht verzichten, beruhigen Gundel und Pawlik. Bekannt war Gundel über die Gemeindegrenzen hinaus für seine Bratwürste und den Kartoffelsalat, aber auch für die bekannte luftgetrocknete Salami, für die er mit der Goldmedaille prämiert wurde und für den ebenso luftgetrockneten rohen Schinken.

Eine lange Tradition

"Das wird übernommen", versichert Pawlik. Das Rezept kennt er, hat er doch in der Zeit der Geschäftsübergabe Gundels Spezialitäten bereits hergestellt.

Seit 1930 ist die Familie Gundel in Neunkirchen. Paul Gundel, der die Metzgerei in der Dina-Ernstberger-Straße gegründet hat, stammte selbst aus einer Metzgerei. Diese war am Forchheimer Tor und wurde von Hans Gundels Onkel weitergeführt. Deshalb gründete Paul Gundel selbst eine Metzgerei. Als er 1979 starb, führte dessen Ehefrau Margareta die Metzgerei als Inhaberin weiter, Sohn Hans, der ein Jahr zuvor die Meisterprüfung abgelegt hatte, war bis 1988 der Betriebsleiter und übernahm dann mit Ehefrau Gudrun die Metzgerei, wie sie immer bekannt war.

Das Sortiment war schon immer vielfältig und für ihre Eigenherstellung der Wurstwaren bekannt. Doch auch den Trends haben sich die Gundels nicht verschlossen und deshalb den Partyservice zusätzlich angeboten.

"Das ist sehr gesucht", sagt Hans Gundel. Anfangs waren es die kalten Platten, die von den Kunden gewünscht wurden, doch längst wird von Ende April bis August warmes Essen, vor allem Spanferkel und "Schäuferla", gewünscht. Das Geschäft lief konstant. Der Grund, nun nach 49 Jahren aufzuhören, ist altersbedingt. "Ich werde heuer 65 Jahre alt", erklärt Gundel. Den Ruhestand wird er dann antreten.

Nachfolger außerhalb der Familie

Hans Gundels Sohn hatte zwar zunächst einen anderen Beruf erlernt und Logistik studiert, wäre aber bereit gewesen, Metzger zu lernen, um das Geschäft zu übernehmen. "Ich habe ihm nicht abgeraten, es aber auch nicht gefördert", erklärt Gundel, der sich dann gedanklich mit einem Nachfolger außerhalb der Familie beschäftigte und das auch bekanntmachte. Marco Pawlik zeigte Interesse an der Metzgerei und sagte bereits vor Jahren, dass er die Metzgerei weiterführen würde, wenn Gundels aufhören. So fiel die Entscheidung für den Dormitzer.

"Wir haben in den vergangenen neun Jahren schon zusammengearbeitet", sagt Pawlik. Er hat in Neunkirchen einen Schlachtbetrieb. Von dort hat auch Hans Gundel seine Ware bekommen und entsprechend weiterverarbeitet.

Schlachttiere aus dem Umkreis

"Die Tiere kommen alle aus dem Umkreis", erklärt Pawlik. Auch das Rindfleisch, aus freilaufender Haltung in Marloffstein. "Es ist das, worauf die Leute Wert legen", erklären die beiden Metzgermeister zur Wurst aus eigener Herstellung. Denn auch Marco Pawlik stellt seine Wurstwaren selbst her.

Nebenher hatte auch der Dormitzer Pawlik bereits einen Partyservice und ist mit seinen Spezialitäten wie dem Schaschliktopf oder den verschiedenen Braten über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Vor allem mit dem "Super-Schäuferla".

Woran man das festmacht? Alleine für die Kerwa in Dormitz hat Pawlik 300 "Schäuferla" gebraucht. "Die Wünsche werden mit den Kunden individuell abgesprochen", erklärt Pawlik. Auch das werde sich nicht ändern. Abgerundet ist die Metzgerei mit einer warmen Theke und Brotzeiten.

Da man bei einem derartigen Vorhaben auch die Ehefrau im Boot haben muss, sprach Marco Pawlik alles mit Ehefrau Cornelia ab. Die Angestellten, ein Metzgergeselle, eine Küchenhilfe und zwei Verkäuferinnen, werden alle übernommen. Statt Gundels Ehefrau Gudrun wird künftig Pawliks Ehefrau Cornelia die Kunden bedienen und beraten. Die Kunden müssen also nichts vermissen.

Die Vorteile und Spezialitäten werden übernommen und durch Pawliks eigene Spezialitäten erweitert. Auch die Qualität soll bleiben: "Die Herkunft und die Qualität müssen passen. Darauf legen wir großen Wert", beteuert Pawlik.

"Absolut genfreies Futter"

Der Vorteil der Fleisch- und Wurstwaren der Metzgerei Gundel/Pawlik sei zudem, dass die Tiere absolut genfreies Futter erhielten. "Wir arbeiten mit Tutogen zusammen. Schon deshalb muss alles absolut genfrei sein", erklärt Pawlik.

Nur das Schild wird sich ändern: Steht oberhalb noch der Name des Gründers Paul Gundel, wird dann Pawliks Namenszug zu lesen sein.

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