Heroldsbach
Denkmalschutz

Kulturzentrum mit überörtlicher Wirkung in Heroldsbach

Das Kuratenhaus in Heroldsbach soll als Kulturzentrum überörtliche Wirkung haben und ganztags der Erwachsenenbildung zur Verfügung stehen.
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Das Kuratenhaus in Heroldsbach Foto: Barbara Herbst
Das Kuratenhaus in Heroldsbach Foto: Barbara Herbst
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Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Kulturerlebnis Fränkische Schweiz hielt gewissermaßen einen Prüftermin ab, wie ihre ausgeschütteten oder zugesagten EU-Fördermittel verwendet werden. Eine kleine Delegation mit dem Forchheimer Landrat Hermann Ulm (CSU) als Vorsitzenden an der Spitze und Toni Eckert sowie Michael Hofmann vom Amt für Ländliche Entwicklung Bamberg und Bezirksrat Ulrich Schürr (CSU) besuchte das Kuratenhaus in Heroldsbach.

Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1916 war seinerzeit als Wohnstätte für einen künftigen Pfarrer von Heroldsbach durch einen Honoratiorenförderverein und hohe finanzielle Unterstützung durch Baron Sturmfeder-Horneck errichtet worden. Es war damals das viertgrößte Gebäude im Ort, wusste Kreisheimatpfleger Edwin Dippacher.

Aus Zeit des Ersten Weltkriegs

Lange Jahre diente es als Teil eines Altenheims und zuletzt als Wohnung eines Pfarrers im Ruhestand und als Pfarrheim. Das Gebäude wurde von den Denkmalschützern als eines von wenigen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs als über den Landkreis hinaus bedeutend eingestuft.

Die Kommune hat das Haus mit seinen Nebengebäuden vor einigen Jahren erworben und danach mit Städtebaumitteln saniert. Die LAG-Mittel von 270.000 Euro dienen der Inwertsetzung, einer sinnvollen und auf die Zukunft gerichteten Nutzung des Anwesens. So wird das Erdgeschoss zu Vortragsräumen für Volkshochschule, Heimatverein und Erwachsenenbildung.

Kulturzentrum westlich der Regnitz

"Ein ganz besonderes Haus" ist es auch für Hofmann, den Koordinator der LAG-Fördermittel. "Es ist ein Schmuckstück geworden", lobte er beim Gang durch die Räume, die wieder in den Originalzustand versetzt worden sind. Dass nun "Leben in das Objekt" kommt, war, so Eckert, die Begründung für den bislang höchsten Einzelzuschuss aus LAG-Mitteln. Als Kulturzentrum westlich der Regnitz soll es überörtliche Wirkung haben und vor allem ganztags der Erwachsenenbildung zur Verfügung stehen.

"Es gibt Förderprojekte, die an der Eigenbeteiligung scheitern", wusste der Landrat. Heroldsbach hingegen bringt allein für die Inwertsetzung 175.000 Euro auf. Dazu gehören neben der Innenausstattung der Vortrags- und künftigen Heimatmuseumsräume noch eine neu aufzubauende Scheune, ein Freilichttheater und ein Backofen. Die Sammlung fristet derzeit ein bescheidenes Dasein im Dachgeschoss des Feuerwehrhauses. Im Kuratenhaus soll sie ansprechend präsentiert werden, stellte Bürgermeister Edgar Büttner (SPD) die weiteren Pläne vor.

Der Gesamtaufwand für die Inwertsetzung beträgt rund 535.000 Euro. 80.000 Euro trägt dazu neben den Genannten Geldgebern die Oberfrankenstiftung bei; je 5000 Euro die Sparkasse und örtliche Raiffeisenbank. Dippacher bedankte sich im Namen der Bevölkerung: "Es war nicht leicht, die Öffentlichkeit vom Erhalt zu überzeugen."

Dafür ging es dann nach dem Ratsbeschluss vom Dezember 2017 einigen nicht schnell genug, berichtete Büttner und erinnerte an die Nachfragen und Detailprüfungen der LAG. Insbesondere Eckert und dessen Mitarbeiterin Rita Metzner dankte er für die Vermittlung von Fachleuten.

Mehrgenerationenspielplatz

Als zweites Projekt schaute sich die LAG-Delegation den Mehrgenerationenspielplatz in der Talmulde des Hirtenbachs an. Auch dieses Vorhaben der Gemeinde wird gefördert. Das Gelände liegt unmittelbar am Radweg durch Heroldsbach und wird vom Hirtenbach durchflossen; das Gewässer ist direkt in die Spiel- und Bewegungslandschaft eingebunden.

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