Mittelehrenbach
Kunst

Künstlerin Diana Häfner und ihre inspirierende Kunst

Es sind besondere Bilder: Inspiriert von Gott und dem Walberla erschafft Diana Häfner aus Mittelehrenbach individuelle Kunst.
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Diana Häfner vor einem ihrer großformatigen Engelsbilder.Niklas Schmitt
Diana Häfner vor einem ihrer großformatigen Engelsbilder.Niklas Schmitt
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Zu Füßen liegt Mittelehrenbach, das kleine Dorf der Gemeinde Leutenbach. Im Hintergrund erhebt sich das Walberla. Dahinter, in weiter Ferne, treffen sich Himmel und fränkische Erde. Schöner kann der Ausblick, den man vor Diana Häfners Haus hat, kaum sein. Dieser Ausblick ist die stete Inspirationsquelle für ihre Kunst, die sie bei einem Besuch in ihrem Atelier vorstellt.

Die ursprünglich aus Schlaifhausen stammende Künstlerin, die jahrelang als Erzieherin tätig war, will den Menschen durch ihre Kunst einen Zugang zu sich selbst ermöglichen: sich also nicht mit dem fernen Horizont zu beschäftigen, sondern das Gute in sich selbst zu finden. Schließlich machten sich heute viele von fremder Anerkennung abhängig, anstatt sich selbst wertzuschätzen: "Viele verlieren sich im Außen", sagt Häfner.

Spiritualität und Glaube

Das tut Diana Häfner nicht, sie folgt ihrem Herzen, wie sie sagt, und lässt sich von Gott führen. Seit zehn Jahren malt sie schon, aber als sie etwa 2010 den Auftrag bekommen hat, einen Engel zu malen, hat das etwas in ihr losgetreten, dem sie seitdem gefolgt ist. Gespürt habe sie diese Spiritualität schon immer, erzählt Häfner von der wichtigen Veränderung in ihrem Leben. Aber erst im letzten Jahr wurde ihr bewusst, dass diese Energie von Gott komme, erläutert sie. "Spiritualität gehört zum Glauben dazu." Es spiele keine Rolle, wo man sich befinde, Gott ist überall, nicht nur in der Kirche.

Was auf den ersten Engel folgte, war ein Ausprobieren und Weiterentwickeln, bis im April letzten Jahres die Entscheidung fiel: Sie gab ihre Arbeit als Erzieherin auf und lebt seitdem als freie Künstlerin. Das funktioniert momentan so gut, dass Häfner sogar die Workshops, die sie lange Zeit für Kinder wie Erwachsene gehalten hat, zugunsten der zahlreichen Aufträge erst einmal hintanstellen musste.

Denn für die vielen Bilder, die sie malt, braucht sie Zeit - und die Aufträge sind zahlreich. Zwei bis drei Tage im Schnitt dauert es, bis ein Bild fertig ist, erläutert Häfner. Sie betont aber auch, "es geht um den Fluss des Bildes", den sie als Medium herstellt. "So ein Bild darf auch mal ein oder zwei Tage ruhen." Vor allem malt sie Engelsbilder in unterschiedlicher Größe. Immer beliebter werden aber auch Sonnenuntergänge, die sie auf Lesbos einfängt.

Hilfsmittel der Gefühle

"Das Bild", so erläutert Häfner ihre besondere Vorgehensweise, "passt sich dem Raum und dem Mensch an." Sie selbst stellt als Medium eine Verbindung zu Gott her, der Formen, Motive und Farben für das Bild vorgibt, was Häfner für einen bestimmten, individuellen Menschen malt. Diese Eingebungen notiert sie gleich, damit sie nach diesen Vorgaben vorgehen kann. Was sie erfahren hat, fügt sie meist noch in einem kleinen Brief dem fertigen Bild bei.

Das Schöne an der Kunst von Diana Häfner ist, dass sie ohne Worte funktioniert. Denn, und das wird im Gespräch manchmal deutlich, man könne Glaube und Spiritualität, die für sie zusammengehören, kaum in Worte fassen. Schließlich empfindet das jeder anders. "Man kann Gott unterschiedlich wahrnehmen. Jeder macht das auf seine Art und Weise." Die Bilder sind nur Hilfsmittel für Gefühle, die man manchmal nicht ausdrücken kann. Diese in den Menschen zu erspüren und ihnen mitzuteilen, das ist die Aufgabe von Häfner.

Doch diese Spiritualität ist nicht das Einzige, woraus sich die Kunst von Diana Häfner speist. Ebenso wichtig ist die Heimat, das Walberla. "Es war schon immer mein Wunsch, ein Walberla-Bild zu malen." Denn für Häfner ist beides wichtig, der Himmel, aber eben auch die Erdung, die man braucht. "Das ist halt meine Wurzel", sagt sie. Im März werden zehn dieser Walberla-Bilder - querformatige Landschaftsbilder, die den erhabenen Tafelberg aus verschiedenen Perspektiven in den Fokus rücken - im Landgasthof Schrüfer ausgestellt.

Wo Diana Häfner ihre Inspiration hernimmt, lässt sich nicht beschreiben. Aber es scheint, als befänden sich ihre Bilder auf der Trennlinie, dem Horizont zwischen Himmel und Erde. Dennoch geht es bei ihrer Kunst weniger darum, den Blick zu weiten, sondern ihn - ganz persönlich - zu öffnen für das, was man selbst beim Sehen empfindet.

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