Forchheim
Auszeichnung

Kreis Forchheim zeichnet Altlandrat Reinhardt Glauber mit goldenem Ehrenring aus

Reinhardt Glauber bekam die höchste Auszeichnung, die der Landkreis Forchheim vergibt. Glauber war von 1996 bis 2014 der Landrat des Kreises.
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Der frühe Landrat Reinhardt Glauber (links) bekam den goldenen Ehrenring vom jetzigen Landrat Hermann Ulm überreicht. Foto: Pauline Lindner
Der frühe Landrat Reinhardt Glauber (links) bekam den goldenen Ehrenring vom jetzigen Landrat Hermann Ulm überreicht. Foto: Pauline Lindner
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Der Landkreis Forchheim hat Altlandrat Reinhardt Glauber (FW) mit dem goldenen Ehrenring ausgezeichnet. Der derzeitige Landrat Hermann Ulm (CSU) erinnerte in seiner Laudation an wichtige Lebensstationen des Geehrten und an die vielen Projekte, die in seiner Amtszeit auf den Weg gebracht wurden. Bereits mit 24 Jahren zog Glauber in den Gemeinderat seines Wohnortes Pinzberg ein und arbeitete auch in seinem Bürgermeisteramt - bedingt durch die Gebietsreform auf einen Zusammenschluss der Nachbarorte - hin. 1972 war auch das Jahr, in dem Glauber das Olympische Feuer durch Forchheim trug.

Reinhardt Glauber war ein "homo politicus"

Der Architekt, der auch als Berufsschullehrer tätig war, wurde - so Ulm - zu einem "homo politicus", mit der Wahl 1996 dann aber zu einem "erfolgreichen Architekten des Landkreises". An erstere Stelle nannte Ulm Glaubers Engagement für Bildung und Ausbildung. Der Landkreis Forchheim wurde deshalb als einer der ersten in Bayern mit dem Qualitätssiegel Bildungsregion ausgezeichnet. Stichpunkte dazu sind: der Bildungsverein "FOrsprung" und das Bildungsbüro. Oder der fundierte Jugendhilfeplan und das Projekt "Jeki" zur Förderung des Instrumentalspiels.

Glauber hat in seiner Amtszeit viel erreicht

Auf baulicher Seite schlug sich der Einsatz in der Renovierung der Realschule Ebermannstadt für 43 Millionen Euro nieder. Und in dem "Kunststück" (Ulm) in Forchheim zwei Schulturnhallen zum Preis von einer zu bauen. Die erste Gründung eines Kreisseniorenrings in Bayern geht ebenfalls auf Glauber zurück und die "Pack mer's" gGmbH zur verbesserten Eingliederung Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt. Weiter gehen der Beitritt zur Metropolregion Nürnberg und die Gründung der Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim auf Glaubers Initiativen zurück.

Autofreier Sonntag zum Fränkische-Schweiz-Marathon

Ganz besonders aber der autofreie Sonntag auf der B 470 zum Fränkische-Schweiz-Marathon. Nur mit etwas List, so berichtete Glauber in seinen Dankesworten, gelang dies. Kaum war zum Millennium die Marathon-Idee geboren, drohte sie an der Straßensperrung zu scheitern, wäre nicht der damalige Regierungspräsident ein Marathonläufer gewesen. Ihn gewann Glauber als Schirmherrn, und der "kriegte es hin", die Bundesstraße für einen Tag zu sperren.

Kirschenkönigin, ständige Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, Internetauftritt der Tourismuszentrale sind Bausteine der Tourismusförderung durch den Altlandrat. Längst bewährt hat sich das dreistufige Kletterkonzept für die Felsen der Fränkischen Schweiz, das mittlerweile auch in anderen Regionen übernommen wurde. Am stärksten in der öffentlichen Erinnerung dürften aber die "Wanderungen mit dem Landrat" verhaftet sein. Jahr um Jahr brachte Glauber mindestens 25 Personen dazu, die Wanderstiefel zu schnüren und mit ihm alle Ecken und Winkel im Landkreis und auf dem Jura zu durchstreifen. Als Hauptvorsitzender des Fränkische-Schweiz-Vereins ist Glauber bis heute der Qualitätswanderregion und auch dem Radwandernetz verpflichtet.

Bei der Gewinnung von Fördermitteln hob Ulm besonders das EU-Leader-Programm hervor. Es kam dem Pfalzmuseum in Forchheim, dem Wallfahrtsmuseum in Gößweinstein, der Neideck und dem Walberla sowie diversen Wanderwegen zugute. Eigens erwähnte er die "Inwertsetzung" der Gereons-Kapelle als Kulturraum, in dem auch die Feierstunde stattfand.

Umweltschutz-Projekte im Landkreis Forchheim

Den Aspekt Umweltschutz in der Agenda seines Vorgängers machte Ulm am Energiebüro, den drei Biomasse-Heizkraftwerken und dem Ausbau der Deponie Gosberg zum Entsorgungszentrum fest. "Dein intuitiver Sinn für das Machbare und die Nähe zu den Bürgern waren der Schlüssel zu deinem Erfolg", fasste Ulm zusammen.

In seiner Dankesrede griff Glauber ein Erlebnis als Landrat auf. Eine Frau in "Bauernmontur" kam zu ihm und klagte, dass sie wegen der Kerwa vier Tage nicht schlafen konnte. Außer Gutzureden hatte der Landrat keine Handhabe. Dennoch schloss die Frau: "Ich habe mir schon gedacht, das Sie mir nicht helfen können. Aber schön war's doch mit Ihnen."

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