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Kreis Forchheim: Wie ein Seelsorgebereich zu seinem Namen Neubau kommt

Der Strukturprozess im Erzbistum Bamberg steht vor dem Abschluss. Im Dekanat Forchheim gibt es künftig einen Seelsorgebereich mit dem Namen Neubau.
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Die Marienkapelle Ebermannstadt mit barockem Hochaltar und der äußerst seltenen Deckengestaltung aus der Renaissancemode, die erst bei einer Restaurierung 1979 zum Vorschein kam. Ebermannstadt ist Verwaltungssitz des neuen Seelsorgebereichs Fränkische Schweiz. Foto: Eduard Nöth
Die Marienkapelle Ebermannstadt mit barockem Hochaltar und der äußerst seltenen Deckengestaltung aus der Renaissancemode, die erst bei einer Restaurierung 1979 zum Vorschein kam. Ebermannstadt ist Verwaltungssitz des neuen Seelsorgebereichs Fränkische Schweiz. Foto: Eduard Nöth

Wenige Wochen vor dem Inkrafttreten der neuen Strukturen im Erzbistum Bamberg am 1. September stehen sowohl die territoriale Umschreibung als auch die Namen der künftigen 35 Seelsorgebereiche fest.

Die bisherigen Pfarreien bleiben laut Pressemitteilung des Erzbistums bestehen und arbeiten in den neuen Seelsorgebereichen eng zusammen. In jedem Seelsorgebereich gibt es ein Team, bestehend aus Priestern, Diakonen, Gemeinde- und/oder Pastoralreferenten, dem ein Leitender Pfarrer vorsteht.

Außerdem ist vorgesehen, dass hauptamtliche Verwaltungsleiterinnen und -leiter die Seelsorger von Verwaltungsaufgaben, etwa in der Kita-Verwaltung oder beim Gebäudemanagement, entlasten. In jedem Seelsorgebereich wird ein Verwaltungssitz als verlässliche Anlaufstelle für alle Anliegen festgelegt. "Mit diesen Schritten reagieren wir heute auf die Anforderungen der Menschen an die Pastoral bei den veränderten Lebensverhältnissen und dem demografischen Wandel, der eine sinkende Zahl von Gläubigen und Seelsorgern mit sich bringt", sagt Generalvikar Georg Kestel.

Gemeinde soll lebendig bleiben

Das Gemeindeleben soll in den Pfarreien und Filialen lebendig bleiben, auch wenn nicht an jedem Ort künftig jedes Angebot aufrechterhalten werden könne und in manchen Fällen zu bestimmten Zeiten längere Wege zum Gottesdienst notwendig würden, betont der Generalvikar. Eine Zusammenlegung von Gemeinden zu "XXL-Pfarreien" werde es nicht geben. Bei allen Entscheidungen seien die Gremien vor Ort gehört und deren Vorschläge allermeist in die Beschlüsse der Ordinariatskonferenz eingeflossen, die Erzbischof Ludwig Schick nach Anhörung des Priesterrats bestätigt hat und mit Wirkung zum 1. September in Kraft setzen wird.

Auch die Dekanatsstrukturen wurden neu geordnet. Die 35 Seelsorgebereiche sind künftig in den zehn erzbischöflichen Dekanaten Hof, Kronach, Coburg, Bamberg, Bayreuth, Forchheim, Erlangen, Nürnberg, Fürth und Ansbach gegliedert. Für die neuen Seelsorgebereiche - fünf davon gibt es im Dekanat Forchheim - sollten auch Namen gefunden werden. Dazu gab es von der Diözese einen Kriterienkatalog. Nicht gewünscht waren beispielsweise Heiligennamen für die neuen Bereiche. Der Name sollte unter anderem einen regionalen Bezug haben. Ein übergeordnetes Gremium mit Mitgliedern aus allen zum künftigen Seelsorgebereich gehörenden Mitgliedern hatte die Aufgabe der Namensfindung.

"Der Name Neubau war Pfarrer Ciburas Idee", sagt Renate Siebenkäs, die Kirchenpflegerin der Pfarrei Stöckach-Forth, mit Blick auf den neuen Seelsorgebereich Neubau, dessen Verwaltungssitz Neunkirchen am Brand mit Pfarrer Joachim Cibura ist. Natürlich musste der Name in Bamberg dann auch begründet werden. Neubau ist ein Weiler zwischen Schellenberg und Etlaswind, in dem drei Familien wohnen und der mittig im gesamten neuen Seelsorgebereich liegt. Der Name solle auch sinnbildlich gelten, werde doch künftig viel Neues gebaut und geschaffen, wie Siebenkäs erklärt. Die Mehrdeutigkeit des Wortes war dann auch ausschlaggebend dafür, dass sich die Mehrheit der Gremiumsmitglieder für diesen Namen entschied.

Dekan wird gewählt

In jedem Dekanat wählen die Seelsorger aus dem Kreis der hauptamtlichen Priester einen Dekan, der das Dekanat nach außen vertritt. Die Regionen und die Regionaldekane wird es künftig nicht mehr geben.

"Nach Abschluss der strukturellen Umwandlungen soll die kooperative-missionarische Pastoral gestaltet und intensiviert werden", erläutert Erzbischof Ludwig Schick. Die neuen Seelsorgebereiche mit den Dekanaten bilden die strukturelle Grundlage für die Gestaltung der Pastoral.

Die ehrenamtlich Engagierten vor Ort sollen mehr Verantwortung übernehmen und mehr Kompetenzen übertragen bekommen. Die Hauptamtlichen sollen diese und alle Christen vor Ort inspirieren, moderieren und integrieren, damit überall lebendige Gemeinden vorhanden sind. Dabei haben die Pfarrgemeinde- beziehungsweise Seelsorgebereichsräte eine wichtige Aufgabe.

Seelsorgebereiche im Dekanat Forchheim

Jura-Aisch: Verwaltungssitz Eggolsheim

Fränkische Schweiz: Verwaltungssitz Ebermannstadt Neubau: Verwaltungssitz Neunkirchen am Brand

Forchheim: Verwaltungssitz Forchheim St. Martin Höchstadt: Verwaltungssitz Höchstadt

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