Laden...
Igensdorf
Wahlkampf

Kreis Forchheim: Vier Bürgermeisterkandidaten setzen ihre Schwerpunkte

Die vier Igensdorfer Bürgermeisterkandidaten stellten sich den Bürgern und setzen ihre Schwerpunkte. Dabei dreht es sich nicht immer um die Lindelberghalle.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die vier Kandidaten standen Rede und Antwort (von links): Uwe Zollikofer, Hartmut Kreisl, Barbara Poneleit und Edmund Ulm.   Foto: Petra Malbrich
Die vier Kandidaten standen Rede und Antwort (von links): Uwe Zollikofer, Hartmut Kreisl, Barbara Poneleit und Edmund Ulm. Foto: Petra Malbrich

Für die einen Bürger entscheidet die Lindelberghalle die Wahl. Die anderen können das Thema (Sanierungsstopp bei der Mehrzweckhalle wegen der Finanzen) nicht mehr hören. Es gebe noch andere Aufgaben in der Gemeindepolitik. Ähnlich sehen dies die vier Bürgermeisterkandidaten, die in einer gemeinsamen Wahlveranstaltung im Rathaushof ihre Themenschwerpunkte vorstellten und Fragen der Bürger beantworteten. Auch die Parteien, die keinen Bürgermeisterkandidaten stellen, informierten über ihre politischen Ziele im Igensdorfer Gemeinderat für die neue Legislaturperiode. Die drei wichtigsten Inhalte der Kandidaten hier in einem Überblick.

Uwe Zollikofer (Igensdorfer Umland): Wohnraum und Bauplätze speziell für Igensdorfer und Angehörige anzubieten ist sein Anliegen Nummer 1. Er denkt dabei an Kinder, die des Studiums wegen weggezogen sind und nun in der Heimat mit Familie ansässig werden wollen. Allerdings ist er gegen Baugebiete außerhalb der Ortschaften. Vielmehr gebe es viele Baulücken, die gefüllt werden müssten. Genug Krippenplätze anbieten zu können ist für Zollikofer ein anderes wichtiges Thema. Kindergartenplätze seien ausreichend vorhanden und sogar noch einige frei. Doch im Krippenbereich sieht er Handlungsbedarf. Der Waldkindergarten, der durchaus ein interessantes Konzept habe, jedoch eher den Kindergartenbereich abdecke, stünde in Konkurrenz zu den bestehenden Kindergärtenplätzen, mit deren Trägern der Markt jedoch eine Defizitvereinbarung hat. Eine gesicherte und ausreichende Wasserversorgung ist das dritte Thema für Uwe Zollikofer."Wir müssen Wasser zur Verfügung stellen", betont Zollikofer.

Barbara Poneleit (Grüne): Als wichtigsten Punkt erachtet sie eine größere Beteiligung der Bürger an allen Vorgängen. Eine Bürgersatzung hat sie deshalb bereits entworfen. Wie in Workshops sollen dann Bürger mit Fachkenntnissen bei den Entscheidungen einbezogen werden. Auch für die Grünen-Kandidatin sind die Kitaplätze ein Thema. "Es sollen keine Eltern mehr sagen, es sind keine Plätze da", meint Poneleit. Zwischengruppen anzubieten, könnte dafür eine Lösung sein. Darunter falle auch der Waldkindergarten, der schon für unter Dreijährige geeignet sei. Zudem möchte sie mehr Möglichkeiten für alle Generationen. Junge Familien, die sich noch nicht zugehörig fühlen, mit einsamen Senioren zusammenführen, wäre eine Idee dazu. In den leerstehenden Räumen wie dem Jugendtreff könnten Angebote für alle Generationen stattfinden. Um dies umzusetzen, regt sie eine halbe Stelle für einen Pädagogen an, aber auch einen Kümmerer für die Seniorenarbeit.

Edmund Ulm (CSU): Die Lindelberghalle mit Gastronomie wieder herzustellen ist sein erstes Anliegen, allerdings unter Berücksichtigung des finanziellen Aspekts. Ein weiterer Punkt war von der CSU in der Vergangenheit schon mehrmals angesprochen worden: ein allumfassendes Gemeindeentwicklungskonzept. "Wir habe das schon zwei Mal angestoßen. Es liegt jetzt in der Schublade. Dort wollen wir es wieder herausholen", betonte Ulm. Mit dem Gemeindeentwicklungskonzept werden die Themen Flächennutzungsplan, der Klimaschutz, Energiekonzepte bis hin zur Jugend- oder Seniorenarbeit alle Bereiche und Arbeitsfelder der Marktgemeinde unter die Lupe genommen. Mit dem Konzept würden Möglichkeiten für die Umsetzung in diesen Bereichen aufgezeigt. Um endlose, nicht zielführende Diskussionen im Gemeinderat zu vermeiden, sollen die Räte wieder besser vernetzt werden. Dazu könnten wieder Fraktionen gebildet werden, ohne dass es zu einer Grüppchenbildung komme.

Hartmut Kreisl (FW): Die Lindelberghalle sei seiner Meinung nach das Thema, das die Bürger am meisten interessiere. Schließlich werde hier das meiste Geld verbraucht. "Ich möchte einen Ideenwettbewerb mit einem Konzept zur Sanierung samt Machbarkeitsstudie, mit dem dann mit einem Bürgerentscheid über die Halle abgestimmt wird", sagte Kreisl. Außerdem sollten ähnlich wie bei den Dorferneuerungen in anderen Gemeinden die Dorfplätze der Igensdorfer Orte gestaltet werden, um für Jung und Alt einen Treffplatz zu schaffen. Die Bedeutung des Ehrenamts sichtbar herauszustellen, ist ein weiteres Thema, das Hartmut Kreisl wichtig ist. Dazu könnte er sich einen Handwerkerraum vorstellen, um Workshops zu halten. Handwerker würden dabei junge Leute handwerkliches Arbeiten lehren. Zugleich solle damit mehr Zuspruch und Anerkennung fürs Handwerk erreicht werden. Eine Veranstaltung für die aktiven Feuerwehrleute, die immer zur Verfügung stehen, könne er sich als Dank vorstellen.

Peter Zeiß, in der Stichwahl um den Bürgermeisterkandidaten der CSU unterlegen, verfolgt eine eigene Kandidatur aus privaten Gründen nicht mehr weiter.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren