Forchheim
Umweltschutz

Kreis Forchheim übertrifft Klimaschutz-Ziele

Der Energieverbrauch und die CO2-Belastung durch die Landkreis-Immobilien ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Sanierungsmaßnahmen und Umstellungen zeigen Wirkung.
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Das Landratsamt Forchheim im Fokus der Wärmebild-Kamera. Blau signalisiert kalte Stellen, rot die gut gedämmten warmen Bereiche.  Foto: Hofbauer
Das Landratsamt Forchheim im Fokus der Wärmebild-Kamera. Blau signalisiert kalte Stellen, rot die gut gedämmten warmen Bereiche. Foto: Hofbauer

Der Landkreis Forchheim habe seine vor Jahren gesteckten Ziele in Sachen Klimaschutz nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen. Dies belegte Klimaschutz-Manager Dominik Bigge bei der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses an Hand des Energieverbrauches landkreiseigener Gebäude.

Als Basisdaten verwendete Bigge den Energieverbrauch der Liegenschaften aus den Jahren 1998 bis 2000 und aus den Jahren 2010 bis 2012. Diesen Daten wurde der jährliche Energieverbrauch aus den Jahren 2015 bis 2017 gegenübergestellt. Um aussagefähige Werte zu bekommen, wurden die Daten witterungsbereinigt. Dies sei notwendig, um jährliche Witterungsschwankungen auszugleichen. Überdurchschnittlich warme oder außergewöhnlich kalte Heizperioden würden deshalb über einen Faktor an das langjährige Durchschnittsklima des Standorts angepasst. Auch Photovoltaikanlagen oder ein Blockheizkraftwerk, das mit Deponiegas betrieben wird, wurde in die Gesamtbilanz eingerechnet.

Um ein Viertel weniger Wärme

Dabei habe sich gezeigt, dass der Wärmebedarf der Liegenschaften 2017 nur noch bei 76 Prozent des Gesamtenergieaufwandes lag. So wurde im Vorjahr nur noch ein Viertel der Energie für Heizung benötigt wie noch vor der Jahrtausendwende. Insbesondere die Sanierungsmaßnahmen der letzten Jahre hätten hier enorme Wirkung gezeigt, unterstrich Bigge.

Lag der Energieverbrauch beim Ehrenbürg-Gymnasium vor der Sanierung noch bei 1300 Megawattstunden pro Jahr sank dieser Wert im Vorjahr auf etwa 900 Megawattstunden. Beim Landratsamts-Gebäude halbierte sich dieser Wert von tausend auf rund 500 Megawattstunden. Dies gilt annähend auch für das Gymnasium Fränkische Schweiz. Noch gravieren ist die Energieeinsparung bei der Realschule Ebermannstadt, bei der vor der Sanierung eine Energieverbrauch von tausend Megawatt ausgewiesen ist, im Vorjahr aber nicht einmal 400 Megawatt Strom verbraucht wurden.

Glänzende CO2-Bilanz

Insgesamt, so Bigge, sei der Stromverbrauch zwischen 1998 und 2012 um elf Prozent, im Vergleich zwischen 1998 und 2017 sogar um 20 Prozent gestiegen. Energie-Effizienzmaßnahmen wie LED-Leuchten könnten daher den steigenden Verbrauch durch EDV und Gebäudetechnik (Be- und Entlüftungsanlagen) nicht kompensieren. Dennoch stelle der Stromverbrauch nur ein Viertel des gesamten Energieverbrauches der Liegenschaften dar.

Besonders erfreulich: Der CO2-Ausstoß konnte von 4875 Tonnen in den Jahren 1998 bis 2000 auf nunmehr ein Fünftel (883 Tonnen) reduziert werden. Zu dieser deutlichen Reduzierung habe die Errichtung der Biomasseheizkraftwerke in Ebermannstadt, Forchheim und Gräfenberg beigetragen. So sank der CO2-Ausstoß am Ehrenbürg- Gymnasium von annähernd 1200 auf 200 Tonnen, Beim Gymnasium und der Realschule Ebermannstadt fiel der CO2-Ausstoß von 600 auf nicht einmal 50 Tonnen.

Auch die Sanierungsmaßnahmen hätten einen großen Anteil für die Verminderung des CO2-Ausstoßes. Daran solle weitergearbeitet werden. So sei durch die geplante Sanierung der Heizung am Kreisbauhof mit Umstellung auf Biomasse mit einer deutlichen CO2-Einsparung zu rechnen.

Ebenso könne durch den Bau eines Blockheizkraftwerkes, das den Energiebedarf für das Landratsamt sowie das Herder- und Ehrenbürg-Gymnasium liefert, mit einer weiteren CO2-Einsparung zu rechnen. Der Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Neubau des Landratsamtes erhöhe die Eigenstrom-Nutzung und stelle einen Beitrag zur dezentralen Energieerzeugung dar.



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