Egloffstein
Wasser

Kreis Forchheim: Trinkwasser muss nicht mehr abgekocht werden

Die Gemeinde Egloffstein gibt Entwarnung. Das Trinkwasser in Egloffstein, Mostviel und Dietersberg muss nicht mehr abgekocht werden.
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Symbolfoto: Patrick Pleul, dpa
Symbolfoto: Patrick Pleul, dpa

Am Dienstag, 4. Dezember, war im Netzbereich der Wasserversorgung Arlesbrunnenquelle (Ortsteile Egloffstein, Mostviel und Dietersberg) vereinzelt ein erdiger, moosiger Geruch des Trinkwassers festgestellt worden. Das Trinkwasser wurde umgehend durch ein Fachlabor untersucht. Als Vorsichtsmaßnahme erließ das Gesundheitsamt Forchheim eine Abkochanordnung.

Am Freitag, 7. Dezember, erhielt der Markt Egloffstein die Analysewerte der Wasserproben. Es wurden keinerlei pathogene beziehungsweise fäkale Verunreinigungen des Trinkwassers im Netz festgestellt. Das Trinkwasser ist somit laut Mitteilung der Marktgemeinde Egloffstein bedenkenlos für den menschlichen Verzehr geeignet und muss nicht mehr abgekocht werden. Das Staatliche Gesundheitsamt habe das Abkochgebot aufgehoben.

Säuren im Waldboden

Der teilweise noch vorhandene erdige, moosige Geruch stammt von Huminsäuren aus dem Waldboden. Diese Huminsäuren sind biologischen Ursprungs und entstehen beim Zersetzungsprozess von Laub, Streu und Grüngut im Zuge der Humusbildung. Durch die hohen Niederschlagsmengen von 80 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 48 Stunden seien diese Huminsäuren in das Quellwasser gespült worden.

Der Markt Egloffstein als Wasserversorger betreibt in seinen Versorgungsanlagen UF-Filter und hat zudem UV-Anlagen zur Entkeimung des Wassers nachgeschaltet. Diese komplexen Filteranlagen haben eine Porengröße von 0,01 Mikrometer - zum Vergleich: Legionella species oder Escherichia Coli haben einen Durchmesser von 0,5 bis 1,5 Mikrometer, die meisten weiteren Bakterien befinden sich auch in der Größe von 0,6 - 1, also um ein Vielfaches größer als die Filterporen. Ein Haar eines Europäers hat eine Stärke zwischen 50 und 100 Mikrometer, ist also 5000 bis 10 000 mal stärker als die Filterpore. Kurzum: Diese Filter sind laut Marktgemeinde in der Lage, jegliche fäkale Verunreinigung beziehungsweise auch sämtliche pathogenen Keime aus dem Rohwasser zu filtern.

Unangenehmer Geruch

Allerdings sei es nicht möglich und auch nicht gewollt, den Geruch beziehungsweise die natürliche Ionenzusammensetzung des Wassers zu verändern (wie es zum Beispiel in der Nanofiltration oder Umkehrosmose geschieht), so dass es an manchen Stellen im Ortsnetz zu diesem unangenehmen Geruch des Wassers gekommen ist.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Beobachtung, dass Anschlussnehmer, welche über eine Trinkwasserenthärtungsanlage auf Natriumbasis (Salztabletten) verfügen, eine stärkere Geruchs- und Geschmacksbildung nach Walderde wahrnehmen. Dies liegt daran, dass Säuren an Salze (zum Beispiel Calcium) gebunden sind. In den Enthärtungsanlagen werden diese Salze aufgespalten, so dass die Säuren sich im Wasser verflüchtigen können. Dies führt zu dem beschriebenen Phänomen, dass enthärtetes, weiches Wasser stärker nach Waldboden riecht und schmeckt als nicht enthärtetes Wasser. "Dieser moosige, erdige Geruch und Geschmack ist natürlich ungewohnt und mag abstoßend wirken, er ist jedoch keineswegs gesundheitsschädlich", schreibt die Gemeinde Egloffstein.



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