Wiesenthau
Mobilfunk

Kreis Forchheim: Strahlenmessung ist der nächste Schritt

Ein spannendes Thema in Wiesenthau bleibt der Sendemast, der im Bereich Langenlohe geplant ist und der aus der Bevölkerung Widerstand erfährt.
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Symbolfoto: Stefan Sauer, dpa
Symbolfoto: Stefan Sauer, dpa

Ein spannendes Thema in Wiesenthau bleibt der vorgesehene Sendemast, der von dem Telekommunikationsunternehmen Telekom im Bereich Langenlohe geplant ist und aus der dortigen Bevölkerung Widerstand erfährt. Der Rathaussaal war in der Gemeinderatssitzung daher wieder voll besetzt.

Die Telekom war ursprünglich an die Gemeinde herangetreten mit der Bitte um einen geeigneten Standort, den diese nicht bieten konnte. Daraufhin fand die Telekom eine Möglichkeit, auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im Ort einen kleineren Mast zu errichten. Das fanden die Gemeindevertreter nicht gut und auch das Landratsamt Forchheim lehnte diesen Standort wegen fehlender Unterlagen ab. Rechtlich wäre das Vorhaben nicht zu verhindern.

Es ist aber das sichtbare Bestreben der beteiligten Partner, die Bevölkerung nicht außen vor zu lassen. Daraufhin fand sich der Standort Langenlohe. Es gab eine Aufklärungsversammlung mit der Telekom und dem Amt für Umwelt.

Bürgermeister Bernd Drummer (BGW) sieht zunächst zwei Möglichkeiten: die Messung an verschiedenen Punkten für eine Prognose oder eine Bürgerbefragung. Gemeinderat Michael Schüpferling (JB) schlug eine Bürgerbefragung ohne Standortbezug vor. "Das ist aber immer eine Frage des Standorts", entgegnete Theobald Messingschlager (FW), und Otto Roppelt (BGW) fürchtete ein Ergebnis wie beim Brexit in England. Hans Böhmer (BGW) sah eine Bürgerbefragung nur mit Vorbehalt sinnvoll und brachte den Standort Walberla ins Gespräch.

Bürgermeister Drummer verwies auf einen früheren erfolglosen Versuch in diese Richtung wegen FFH-Gebiet, Landschafts- und Vogelschutz und Biotop.

Christian Weisel (JB) sah die Lösung in einem Sendemast, den mehrere Anbieter nutzen könnten. Er sei kein Freund von Bürgerbefragung und warf außerdem dem Gemeinderat, sich selbst eingeschlossen, vor, das Thema nicht schon viel früher offensiv angegangen zu sein, bevor es so emotional wurde.

"Nachher ist man immer schlauer", meinte Zweiter Bürgermeister Hans Schütz (FW). "Viele beschweren sich über Funklöcher. Das WLAN in der Schule, für das alle Eltern stimmten, ist so stark wie die Strahlung des Funkmastes", gab er zu bedenken.

Die sachliche Diskussion zeigte das Bestreben einer Lösung in offener Aussprache. Man kennt aber auch die gespaltene Gesellschaft zwischen Befürwortern und Gegnern.

Wie immer die Lösung aussieht, sie birgt eine Menge Sprengstoff. Bürgermeister Drummer schlug vor, erst einmal die Strahlenmessung in Auftrag zu geben und die Rückmeldung der Telekom abzuwarten. Dann könnte eine Befragung anberaumt werden. Dem pflichtete der Gemeinderat einstimmig bei. gal

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