Forchheim
Kommunalwahl 2020

Kreis Forchheim: SPD-Mann Reiner Büttner kandidiert als Landrat

Die SPD hat sich für die Kommunalwahl im nächsten Jahr in Stellung gebracht. Mit Reiner Büttner (47) steht der erste Gegenkandidat zu Landrat Hermann Ulm (CSU) fest.
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Auf zu neuen Ufern. Reiner Büttner beim Wasser holen.  Foto: Barbara Herbst
Auf zu neuen Ufern. Reiner Büttner beim Wasser holen. Foto: Barbara Herbst

Die Genossen im Landkreis Forchheim sind sich einig. Die Führungsriege der Sozialdemokraten hat den Buckenhofener Reiner Büttner (47) dazu ermuntert, bei der Wahl des Landrates 2020 als Spitzenkandidat für die SPD ins Rennen zu gehen. "Ich will das machen", bekräftigt der Betriebsratsvorsitzende des Hörgeräte-Herstellers Sivantos, Erlangen, der vorab Landrat Hermann Ulm (CSU) von seiner Gegenkandidatur in Kenntnis gesetzt hat.

Die Landkreis-SPD habe mit der Entscheidung für Büttner nicht nach anderen Parteien geschielt. "Wir wollen den Bürgern ein attraktives Angebot machen", nennt Büttner die Motivation für seine Kandidatur. Auch das Tief der Partei auf Landes- und Bundesebene sei kein Hinderungsgrund gewesen. Kommunalwahlen seien Persönlichkeitswahlen.

Ein Angebot machen

Hier hätten die Sozialdemokraten im Landkreis Forchheim gut abgeschnitten. Zeugnis davon gäben die SPD-Bürgermeister in Heroldsbach und Kirchehrenbach, aber auch der Forchheimer Oberbürgermeister Uwe Kirschstein. "Wenn sich die Wähler richtig schwer tun, wem sie ihre Stimme geben sollen, haben wir alles richtig gemacht", unterstreicht Büttner.

Will ein gutes Ergebnis

Glaubt der Herausforderer ernsthaft, den amtierenden Landrat beerben zu können? "Wenn jemand zu einer Wahl antritt, will er auch gewinnen", zeigt sich Büttner kämpferisch. Es werde schwer, aber er wolle auf jeden Fall ein "gutes Ergebnis" erreichen. In Prozent lasse sich das zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausdrücken. "Es kommt darauf an, wer sonst noch zur Wahl antritt". Davon hänge ab, was als gutes Ergebnis anzusehen sei.

Und wofür steht Reiner Büttner? "Das, was gut ist, möchte ich erhalten", findet er. "Weil aber Stillstand gleichbedeutend ist mit Rückschritt, müssen wir dafür arbeiten, damit vieles von dem Guten so bleiben kann, wie es ist." So will der designierte Landratskandidat, der in der Delegiertenversammlung am 9. November offiziell zum Herausforderer von Hermann Ulm gekürt werden soll, ein Verkehrskonzept für den Landkreis anstoßen. Solle der Wunsch, den -Ausstoß zu verringern, verwirklicht werden, müsse der Individualverkehr weniger werden. Diesen Wandel, gelte es zu gestalten. "Wir müssen verhindern, dass wir von den Veränderungen überrollt werden", so Büttner.

Soll heißen: Der öffentliche Personennahverkehr muss attraktiver und günstiger werden. Dafür schlägt der SPD Landratskandidat eine einmonatige Testphase vor, in der die Bus- und Bahnfahrten gratis angeboten werden. Daraus könnten die Planer Erkenntnisse, ziehen, welche Folgen es hätte, wenn dieses Angebot verstärkt angenommen würde.

Mehr Homeoffice ermöglichen

Andererseits räumt Büttner aber auch ein, dass einer Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln Grenzen gesetzt seien. Besonders in den kleineren Ortsteilen der Fränkischen Schweiz.

Deshalb müssten parallel mehr Computer-Arbeitsplätze zuhause geschaffen werden. Hier schwebt dem Genossen ein Gründerzentrum vor, das "digitalen Nomaden" Arbeitsplätze vor Ort bietet. Schnelles Internet per Glasfaser und ein lückenloses Mobilfunknetz seien dafür freilich Bedingung. Die gesparte Zeit könnten die Menschen nutzen, sich wieder mehr vor Ort zu engagieren.

Um den Menschen in der Region eine Heimat zu geben, denkt der Sozialdemokrat auch an die Gründung einer Kreis-Wohnungsbau-Gesellschaft. In den Dörfern gibt es viele Leerstände. Die müssten belebt werden. Neue Wohnungen müssten nicht zwangsläufig in Ballungszentren geschaffen werden.

Mehr Miteinander

Schließlich will der SPD Landratskandidat das Miteinander von Stadt und Landkreis viel stärker betonen, als bisher. Beide seien aufeinander angewiesen. Die wirtschaftliche Stärke der Stadt und die unberührte Landschaft, die Erholungsoasen in der Fränkischen Schweiz, die kulturellen Glanzpunkte, die Wander- und Kletterrouten im Naturpark bedingten sich gegenseitig.

Dieses Mehr solle auch im Namen deutlich werden. Analog zum Kinikum Forchheim/Fränkische Schweiz soll auch der Landkreis Forchheim diesen Namen tragen, plädiert Büttner für eine Umbenennung des Landkreises.

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