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Oberehrenbach
Wohltätigkeit

Kreis Forchheim: Sie spenden für den letzten Wunsch-Ausflug

Die Jungs vom Club 72 in Oberehrenbach spenden 1000 Euro für den Wünschewagen, der todkranken Menschen eine Fahrt zu einem Wunschziel ermöglicht.
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Der kleine Oskar durfte sogar Schlitten fahren.  Foto: Lukas Hänsch
Der kleine Oskar durfte sogar Schlitten fahren. Foto: Lukas Hänsch
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"Das geht einem schon nahe. Und es ist schön, dass wir wissen, was mit dem Geld passiert", meint der Vorsitzende des Vereins "Club 72 - Fränkische Geselligkeit" in Oberehrenbach, Christian Kern. Der Verein spendet jedes Jahr Geld an eine gemeinnützige Organisation.

"Uns geht es gut. Wir wollen aber auch die Menschen nicht vergessen, die Hilfe brauchen", sagt Kern und erzählt, dass die Mitglieder - der Verein hat etwa 130 - zusammengesessen waren und Markus Heilmann vorgeschlagen hatte, in diesem Jahr 1000 Euro an den Wünschewagen Franken zu spenden. Heilmann hatte gelesen, dass hier ehrenamtliche Helfer aus den Bereichen Gesundheit, Pflege und Rettungsdienst schwerkranken Menschen einen letzten Wunsch-Ausflug erfüllen. Die Idee fanden alle gut und luden deshalb Lukas Hänsch und Karin Fenzl mit dem Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) nach Oberehrenbach ein, um ihnen einen Scheck zu überreichen.

Zuerst zeigt Lukas Hänsch dem Vorstand das eingerichtete Fahrzeug. Es hat eine notfallmedizinische Ausstattung, die jedoch nicht zu sehen ist. Stattdessen wurde großer Wert auf ein harmonisches Ambiente wie einen Sternenhimmel oder Panoramafenster gelegt, damit sich die Fahrgäste wohlfühlen. "Erst gestern haben wir einen dementen Mann zu seiner sterbenden Frau ins Hospiz in Erlangen gebracht", erzählt Lukas Hänsch.

Ins Stadion und zum Fasching

Er berichtet, dass in dieser Woche noch eine Fahrt mit einem Kranken ins Stadion nach Nürnberg und eine Fahrt zur Generalprobe vom Fasching in Veitshöchheim anstehe. "Und da bekommt Ihr Karten?", fragt Markus Heilmann nach. Hänsch antwortet, dass sie da keine normalen Karten bekämen, sondern mit der Liege oder dem Rollstuhl Sonderplätze haben. Allerdings seien Firmen und Vereine immer sehr hilfsbereit und großzügig.

"Und was kostet dem Fahrgast dann die Fahrt und das Drumherum?", fragt Heilmann weiter. Hänsch antwortet, dass dem Fahrgast keine Kosten entstehen und dass es auch keine Warteliste gebe. Da oft nicht klar sei, wie lange der Betroffene noch lebe, müsse man schnell reagieren können. "Einfach bei uns anrufen, wenn ein Schwerkranker noch eine letzte Wunschfahrt unternehmen will", empfiehlt Hänsch.

Inoperabler Gehirntumor

Karin Fenzl schwärmt, dass diese ehrenamtliche Tätigkeit den Helfern viel zurückgebe: "Anders als bei einem Krankentransport sind die Leute gut drauf. Und wir haben kein Zeitlimit." Zum Beispiel wünschte sich der kleine Oskar, der an einem inoperablen Gehirntumor leidet, eine Fahrt in die Berge. Zuerst war ein Besuch im "Sea Life" München organisiert worden, dann ging es nach Sachrang in den Chiemgauer Alpen, wo die Bergwacht wartete und unterstützte. Auf dem Weg in die Berge machte der Wünschewagen auch noch bei einem McDonalds-Restaurant halt.

Eine ältere Dame wurde überrascht, weil der Wünschewagen einen ungeplanten Abstecher zu ihren Freundinnen unternahm. Oder es wurde schon mal spontan an einer Wiese angehalten, um Blumen zu pflücken. Den Wünschewagen Franken gibt es seit einem Jahr. Die weitesten Ziele waren Wacken und die Ostsee. Von den über 30 Fahrgästen im letzten Jahr leben nur noch zwei. Bisher waren die Ehrenamtlichen 37 000 Kilometer unterwegs.

Realschüler aus Ebermannstadt spenden ebenfalls

Am Morgen war Lukas Hänsch bereits in Ebermannstadt gewesen und hatte dort von den Schülern der Realschule einen Scheck über 2400 Euro in Empfang genommen. "Die Schüler hatten im Dezember ein kleines Weihnachtsdorf im Schulhof gemacht", erzählt Lukas Hänsch. Die jungen Leute hatten alles selbst organisiert und Lebkuchen gebacken und verkauft. Der Erlös sollte Menschen zugutekommen, die am Ende ihres Lebens noch einmal Freude haben sollen.

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