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Freibäder

Kreis Forchheim: Sie sind Bademeister aus Leidenschaft

Pottenstein hat endlich eine Badeaufsicht gefunden, da heißt es in Gräfenberg: Bademeister gesucht. Einen Glücksgriff hat Neunkirchen am Brand gemacht.
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Frank Hettmannsperger (l.) und Eken Gürkan sind Aushilfsbademeister, die auch aushelfen, wenn es einen  festangestellten Bademeister gibt. Foto: Petra Malbrich
Frank Hettmannsperger (l.) und Eken Gürkan sind Aushilfsbademeister, die auch aushelfen, wenn es einen festangestellten Bademeister gibt. Foto: Petra Malbrich

Im Wasser planschen Kinder und Erwachsene. Die Warteschlange an der Wasserrutsche ist lang. Der diensthabende Interims-Bademeister im Freibad Gräfenberg achtet auf sauberes Wasser und und hat den Freibadbetrieb aufmerksam im Blick. Abgelöst wird er von Kioskbesitzer Eken Gürkan, der Rettungsschwimmer ist und dann in seine Bademeisterkleidung schlüpft, um als Dienstaufsicht auszuhelfen. Und doch heißt es im Gräfenberger Amtsblatt: Bademeister gesucht. Auch die Betreiber des Pottensteiner Freibads hatten lange einen Bademeister gesucht, um überhaupt in Betrieb gehen zu dürfen. "Wir haben von der Stadt die Zusage erhalten, dass der Betrieb in der laufenden Saison auf jeden Fall gesichert ist. Natürlich sind wir als Förderverein sehr daran interessiert, dass eine Lösung für den Bademeister gefunden wird, die auch möglichst weit in die Zukunft trägt", sagt der Grüne-Stadtrat Matthias Striebich, der Vorsitzende des Fördervereins Freibad Gräfenberg, der diesbezüglich ständig mit Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) in Kontakt ist. Dieser gibt zu: "Die in Gräfenberg eingegangenen Bewerbungen sind übersichtlich." Trotzdem gibt sich Nekolla zuversichtlich: "Wir bauen das neue Hallenbad, das ein Lehrschwimmbad wird, und auch dort brauchen wir qualifiziertes Personal für den Winter. Der neue Bademeister wäre dann ganzjährig beschäftigt." Bislang ist es so geregelt, dass der Bademeister im Winter im Bauhof beschäftigt ist. Dass der Freibadbetrieb wie in Pottenstein gefährdet ist, in diese Bedrängnis kommt die Stadt Gräfenberg nicht. "Wir haben zwei Badeaufsichten, denn ein Bademeister allein reicht ohnehin nicht", erklärt Nekolla. Mit Frank Hettmannsperger steht ein Aushilfsbademeister am Beckenrand, und dieser wird von Eken Gürkan vertreten. "Wir haben vorausschauende Personalpolitik betrieben", meint Nekolla.

Schichtbetrieb im Königsbad

Wegen des Schichtbetriebs haben auch das Königsbad in Forchheim und das Ebsermare in Ebermannstadt zwei oder mehr Bademeister. Im Egloffsteiner Freibad überblickt Sven Rißmann als Bademeister den Betrieb. Er hat Verständnis, wenn sich ein Bademeister beruflich verändern will. "Dann, wenn andere Leute Urlaub haben, grillen oder im Biergarten sind, stehen wir am Beckenrand. Von früh bis spät", sagt Rißmann.

Gelernter Bademeister

Die eigentliche Arbeit beginnt weit vor den Öffnungszeiten. "Es muss das Wasser aufbereitet werden, der Müll weggebracht werden, damit die Gäste das Bad wieder schön vorfinden", zählt Rißmann auf. Der Egloffsteiner Bademeister ist nicht nur Fachangestellter für Bäderbetriebe, also gelernter Bademeister, sondern bildet für die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Forchheim auch Rettungsschwimmer aus.

Aber auch hier weiß der gebürtige Berliner, dass es immer weniger werden, die das Ehrenamt ausüben. Nicht zuletzt weil der DLRG das Schwimmenlernen so am Herzen liegt, arbeitet sie in Egloffstein mit der Schule und dem Kindergarten zusammen. "Unser Ziel ist es, dass jedes Kind das Seepferdchen hat", berichtet Rißmann. Wenn er sieben Tage die Woche, und das über den ganzen Sommer hinweg, im Freibad Dienst hat, stehen ihm auch Rettungsschwimmer zur Seite. Im Winter muss er nicht im Bauhof arbeiten, sondern feiert Überstunden ab. Gerade bei hohen Temperaturen wie derzeit kommen da nicht wenige zusammen. Rißmann kam aus der IT-Branche, Bademeister ist er mit Leidenschaft. Als Aushilfe ist er zu dem Job gekommen, der Liebe wegen von Berlin nach Egloffstein gezogen.

Perfekte Lösung

Mit den Rettungsschwimmern der Wasserwacht hat auch der Markt Neunkirchen am Brand eine perfekte Lösung für den Freibadbetrieb gefunden. Die diensthabenden Badeaufsichten sind alle Mitglieder der Wasserwacht. "Wenn wir Dienst haben, sind wir beim Markt Neunkirchen angestellt", erklärt Zweiter Bürgermeister Martin Mehl (CSU), der selbst langjähriger Vorsitzender der Wasserwacht Neunkirchen war und noch immer im Vorstand ist. "Wir schreiben die Dienstpläne und sorgen für die regelmäßige Aus- und Weiterbildung der Rettungsschwimmer", erklärt Mehl. Das sind der Erste-Hilfe-Kurs und das Rettungsschwimmerabzeichen in Silber. Alle zwei Jahre muss das erneuert werden. Die dafür entstehenden Kosten übernimmt die Wasserwacht.

Seit 1952 am Becken

Für die Aufsicht während der Freibadsaison muss der Markt auch nur den vollen Stundensatz für die geleisteten Stunden übernehmen. Ist das Wetter weniger gut, zahlt die Gemeinde ein Bereitschaftsdienstgeld. Denn die Wasserwachtler nehmen Gleitzeit oder Urlaub, um Badeaufsicht zu leisten. Am Wochenende oder an Feiertagen wollen die Rettungsschwimmer der Wasserwacht kein Bereitschaftsgeld. "Der Wasserwacht liegt das Freibad sehr am Herzen", erklärt Mehl. Dass die Wasserwachtmitglieder als Angestellte der Gemeinde die Aufsicht übernehmen, ist seit 1952 so, seit der Eröffnung des Freibads.

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