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Kreis Forchheim: "Es ist abartig" - 24-Jähriger wegen sexuellem Missbrauch und Kinderpornografie vor Gericht

Ein 24-Jähriger aus dem Raum Forchheim stand am Dienstag vor Gericht. Ihm wurde sexueller Missbrauch von Kindern sowie der Besitz von Jugend- und Kinderpornografie vorgeworfen. Die Richterin fand deutliche Worte.
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Ein 24-Jähriger aus dem Raum Forchheim stand vor Gericht: Er hat einem Mädchen ein Penisbild per WhatsApp geschickt. Symbolfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Ein 24-Jähriger aus dem Raum Forchheim stand vor Gericht: Er hat einem Mädchen ein Penisbild per WhatsApp geschickt. Symbolfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

"Es ist abartig", bezeichnete Richterin Silke Schneider die Taten eines 24-Jährigen aus dem Kreis Forchheim. Die Anklage lautete: Sexueller Missbrauch von Kindern sowie der Besitz von Jugend- und Kinderpornografie.

Der Angeklagte räumte sämtliche Vorwürfe ein. Sein Rechtsanwalt, Bernd Wittmann, erklärte: "Es stimmt."

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Der sexuelle Missbrauch ereignete sich am 18. September 2016. Der junge Mann aus dem Kreis Forchheim chattete per WhatsApp, einer Nachrichtensoftware, mit einem 13-jährigen Mädchen. "Das Alter war dem Angeschuldigten bekannt", erläuterte Staatsanwältin Lea Klautke.

Während dieses Chatverlaufs teilte der Angeklagte dem Mädchen mit, "dass sie geil sei". Zusätzlich schickte er dem Kind ein Penisbild mit der Frage, "ob sie da mal ran wolle".

Besitz von Kinderpornografie im Kreis Forchheim

Der Anwalt des 24-Jährigen räumte diese Handlungen seines Mandanten ein. Allerdings liege dieser Chat schon einige Zeit zurück, versuchte der Anwalt zu beschwichtigen.

Neben diesem Chat mit einem Mädchen, hat der Beschuldigte mehrere kinder- und jugendpornografische Dateien auf seinem PC sowie seiner externen Festplatte besessen. Die Daten waren wissentlich auf den Datenträgern gespeichert, erläuterte die Staatsanwältin Klautke. Im Oktober 2018 wurden die Daten bei dem 24-Jährigen entdeckt.

Anwalt Wittmann erklärte, dass sein Mandant diese Dateien aus einem Chat erhalten und nicht bewusst gesucht habe. "Das hat er lange nicht mehr genutzt", sagte Wittmann über den Angeklagten.

"Ich habe mir die Videos angesehen", begann Richterin Schneider, "und das ist abartig." Auf den Videos waren unter anderem vaginaler Geschlechtsverkehr eines Mannes mit einem circa achtjährigen Mädchen zu sehen, erörterte Staatsanwältin Klautke.

Der Inhalt anderer Videos zeigte den Oralverkehr von mehreren circa fünfjährigen Mädchen an erwachsenen Männern, beschreibt die Klautke weiter. Insgesamt waren es 50 Bilder und Videos.

Deutliche Worte der Richterin in Forchheim

"Man sollte sich Gedanken machen, ob man noch normal ist", fand Richterin Schneider klare Worte für den Angeklagten. Dieser saß eingeschüchtert und reumütig auf der Anklagebank neben seinem Anwalt.

Schneider ging noch weiter und erklärte ihm in deutlichen Worten, dass er mit dem Besitz solcher Videos dazu beitrage, dass Kinder für solche Videos missbraucht werden. "Wenn man einigermaßen normal ist im Kopf, fällt einem dazu nichts mehr ein", sagte die Richterin.

Auch die Staatsanwältin hakte nach: "Wenn man sich sowas holt, sollte man sich daran erinnern." Anwallt Wittmann erwiderte jedoch, dass der Chat sowie der Fund der kinderpornografischen Dateien schon einige Zeit zurück liege. Der 24-Jährige würde solche pornografischen Inhalte nicht mehr konsumieren.

"Haben Sie erkannt, dass es ekelhaft und strafbar ist", fragte Klautke den Angeklagten daraufhin. "Ja", nuschelte er eingeschüchtert mit gesenktem Kopf.

Sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung forderte Staatsanwältin Klautke. Die Vorwürfe der Anklage haben sich bestätigt. Für den sexuellen Missbrauch von Kindern sind mindesten drei Monate Freiheitsstrafe vorgesehen. Für den Besitz der kinder- und jugendpornografischen Dateien könne wischen einer Geld- oder Freiheitsstrafe entschieden werden, beschrieb die Staatsanwältin.

Zugute konnte sie dem Angeklagten halten, dass er geständig war, der Chat mit dem Mädchen drei Jahre und auch die Kinder- und Jugendpornografie längere Zeit zurückliege. "Dennoch sind es harte Vorwürfe", sagte Klautke. Zusätzlich habe er keine geringe Anzahl an kinderpornografischen Dateien besessen. Deshalb forderte sie eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Monaten.

Amtsgericht Forchheim: Gute Sozialprognose

Da der Angeklagte eine gute Sozialprognose habe, da er behütet aufgewachsen sei, keine Vorstrafen habe, einen Job habe und die Taten lange zurückliegen, könne die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden.

Zusätzlich forderte Klautke Beratungsstunden, in die der Angeklagte gehen muss, sowie eine Geldstrafe von 1000 Euro. Rechtsanwalt Wittmann stimmte der Staatsanwältin in weiten Teilen zu: "Wir sind uns einig mit einer Freiheitsstrafe auf Bewährung." In Abstimmung mit seinem Mandanten riet auch er ihm zu solchen Beratungsstunden.

Richterin Schneider verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung wegen sexuellen Missbrauch von Kindern und dem Besitz kinderpornografischer sowie jugendpornografischer Schriften. Sie stimmte auch der Summe von 1000 Euro zu. "Die soll an den Kinderschutzbund Forchheim" überwiesen werden.

Zusätzlich muss der 24-Jährige eine ambulante Therapie absolvieren. Die Länge der Therapie sollen die Verantwortlichen der Ambulanz bestimmen. Das Urteil ist rechtskräftig.

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