Neunkirchen am Brand
Marktgemeinderat

Kreis Forchheim: Schulneubau soll Lern- und Teamhausmodell beinhalten

Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob der Grundschulneubau in Neunkirchen am Brand am jetzigen Standort möglich ist. Mit dem Lern- und Teamhausmodell wäre sie Vorreiter in Oberfranken.
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Die Grundschüler in Neunkirchen konnten ihre Vorstellungen für  das neue  Schulgebäude  einbringen. Foto: Petra Malbrich
Die Grundschüler in Neunkirchen konnten ihre Vorstellungen für das neue Schulgebäude einbringen. Foto: Petra Malbrich

In Neunkirchen am Brand wird eine neue Grundschule gebaut. Fragen wirft allerdings der Standort auf. Viele Eltern bevorzugen den jetzigen Standort, den Deerlijker Platz. Dorthin ist es ein relativ sicherer Schulweg für die Kleinen aus allen Richtungen, und das Gebäude liegt zentral zu den anderen Einrichtungen, den Kindergärten und der Bücherei. Dem gegenüber steht die Frage, was in dem neuen Schulgebäude alles untergebracht werden soll. Zweifelsfrei befürwortet wird ein Schulbau nach dem Lern- und Teamhausmodell. Die Marktgemeinderäte haben deshalb in München eine Schule nach diesem Konzept besucht und waren begeistert. Im Lernhausmodell sind mehrere Klassen zusammengefasst, ähnlich der früheren Großklassen auf dem Land, arbeiten jedoch in kleineren Gruppen eigenständig zusammen und werden von mehreren Lehrern betreut. Eine Lehrkraft kümmert sich um die Schüler, die an leichteren Aufgaben arbeiten, eine andere betreut die Schüler, die sich auf schwierigerem Terrain bewegen. Doch das Lernhauskonzept erfordert 20 Prozent mehr Platz. Einstimmig befürwortete der Gemeinderat das Lern- und Teammodell. Neunkirchen am Brand wäre damit die erste Schule Oberfrankens, die nach diesem Konzept arbeitet.

Zweifachturnhalle

Fest steht auch, dass die neue Schule eine Zweifachturnhalle besitzen soll. Das bedeutet fast doppelt so viel Platz wie in der jetzigen Schule. Die Hausmeisterwohnung mit 100 Quadratmetern Fläche soll im Gebäude untergebracht werden. Auch auf eine "Cook-and-Serve"-Verpflegung einigten sich die Räte: Hinter dem Begriff steckt eine Küche, in der nicht nur gekocht, sondern das Essen auch ausgegeben werden kann. Es ist mehr als eine kleine Schulküche und braucht 33 Quadratmeter mehr Platz.

Ganztagesbetreuung

Eine Ganztagesbetreuung soll in der neuen Schule stattfinden. Die Jugend- und Trachtenkapelle erhält multifunktionale Räume, deren Bedarf mit 400 Quadratmetern angegeben ist. Martin Walz (CSU) zweifelte daran, dass all das am jetzigen Standort unterzubringen sei, und regte deshalb eine Machbarkeitsstudie für den Deerlijker Platz an. Das neue Gebäude am Schellenberger Weg bei der Mittelschule unterzubringen, steht für ihn außer Frage. Eine Machbarkeitsstudie dafür sei nicht notwendig. Die Räte beauftragten deshalb die Verwaltung, die Machbarkeitsstudie vorzubereiten und zu vergeben.

Dritte Kinderkrippe

Nicht nur die Schulkinder, auch die Kleinsten sollen eine neue Unterkunft bekommen. Die Betreuung ist gut ausgelastet. Zwei nebeneinanderliegende Kinderkrippen hat die katholische Kirche bereits, eine dritte mit 24 Plätzen soll nun vom St.-Elisabethen-Verein ebenfalls in der Umgebung gebaut werden. Ein passendes Grundstück ist vorhanden. Mit 1,8 Millionen Euro wird das Bauvolumen beziffert. Mit 800.000 Euro wird das Vorhaben vom Staat bezuschusst. Somit bleiben eine Million Euro, die noch bezahlt werden müssen, wenn es bei den genannten Kosten bleibt. Nun mussten die Gemeinderäte entscheiden, welchen Anteil die Kommune Neunkirchen am Bau leistet. Der Marktgemeinderat beschloss, sich an der Hälfte der Kosten bis maximal 400.000 Euro zu beteiligen.

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