Hallerndorf
Sanierung

Kreis Forchheim: Nur mit Schutzanzügen geht es in die Schule

Um in die Grund- und Mittelschule Hallerndorf zu kommen, müssen Arbeiter und Besucher durch eine Schleuse. Die Schadstoffbelastung macht auch Schutzanzüge erforderlich.
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Die Schulbaustelle in Hallerndorf Foto: Sylvia Hubele
Die Schulbaustelle in Hallerndorf Foto: Sylvia Hubele
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Bevor der Vorarbeiter Eugen Lik die Tür zur Schleuse öffnet, müssen alle gut in ihren Einweganzügen verpackt sein und die Atemmasken richtig vor Nase und Mund tragen. Erst danach dürfen die Besucher in die Turnhalle der Hallerndorfer Schule. Weil einst Schadstoffe wie Asbest und polychlorierte Biphenyle (PCB) in Fugen verbaut wurden, müssen sie aufwendig und unter hohen Sicherheitsmaßnahmen wieder entfernt werden.

Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG) hat sich dafür entschieden, alles rund um die Schulsanierung in Hallerndorf öffentlich zugänglich zu machen. Auf der Gemeindepräsenz im Internet sind somit sämtliche Gutachten zu finden, ebenso ein zeitlicher Ablauf.

Ein Gerät fängt an zu rattern und schreibt Zahlen auf einen Papierstreifen. "Dort wird der permanente Unterdruck dokumentiert", erläutert Lik. Damit keine Schadstoffe ins Freie gelangen können, darf die gesamte Luft aus dem Sanierungsbereich nur über mehrere Filter nach außen. Inzwischen ist der Asbest aus dem Gebäude entfernt. Dieser befand sich im Fugenkitt zwischen den Fensterrahmen aus Aluminium und der Fassade. Mittlerweile wurden sämtliche Fenster der Schule untersucht, versichert Jörg Thumulla, Sachverständiger der Firma Anbus-Analytik, glücklicherweise verwendeten die Handwerker bei den restlichen Fenstern einen anderen Kitt. Asbesthaltiger Fugenmörtel, Fliesenkleber oder Spachtelmasse wurden früher oft auf dem Bau eingesetzt. Die Asbestfasern in der Masse machten das Material leichter schleifbar.

Alte Lüftungsanlage

Zwar sei in den Flanschdichtungen der alten Lüftungsanlage ebenfalls Asbest vorhanden, doch dieser lasse sich mit einem emissionsarmen Verfahren viel einfacher ausbauen als aus den Fensterfugen, erläutert der Architekt. Der Fachmann weist darauf hin, dass die Asbestfasern erst dann gefährlich sind, wenn sie ausgebaut werden und damit in die Luft gelangen.

Jetzt muss noch das in einem anderen Fugenkitt enthaltene PCB aus dem Gebäude entfernt werden. Damit allerdings nicht die gesamte Betonplatte als hoch belasteter Sondermüll unter Tage eingelagert werden muss, wird die Fugenflanke rund fünf Zentimeter dick herausgeschnitten. "Damit sind wir sicher, dass das in das Bauteil diffundierte PCB entfernt ist", erklärt Matthias Michel, Architekt bei Konopatzki und Edelhäuser.

In Aktivkohle eingepackt

Auch rund um die tragenden Säulen wird das PCB entfernt. Anschließend werden sie in Aktivkohle eingepackt und sicher eingekapselt. Die Kohle nimmt den enthaltenen Rest PCB auf und kann bei einer erneuten Sanierung einfach entsorgt werden. Dabei sei PCB selbst zunächst ungiftig, aber langfristig problematisch, sagt der Architekt: "Das war damals ein ganz hochwertiger Baustoff." In der Fugenmasse sorgt es dafür, dass der Kitt bis heute weich, plastisch und immer noch leicht klebrig ist. Setzt sich ein Baukörper im Lauf der Zeit, macht ein damit versetzter Fugenkitt jede Bewegung mit. Gefährlich ist PCB durch seine chronische Giftigkeit, für die bereits geringe Mengen ausreichend sind. Möglicherweise löst es Krebserkrankungen aus und es steht im Verdacht, hormonell zu wirken.

Damit nicht nur die Kinder, sondern auch die am Bau beteiligten Arbeiter sicher sind, seien sämtliche Bauteile gründlich untersucht worden, bestätigt der Schadstoffgutachter und versichert, dass im Zweifel lieber drei Löcher mehr für Proben gebohrt würden.

Am Samstag können sich alle Interessierten von den Verantwortlichen über die Schulsanierung der Grund- und Mittelschule Hallerndorf informieren lassen.

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