Gräfenberg
Natur

Kreis Forchheim: Neu gepflanzte Silberlinde steht für die Zukunft

Eine Silberlinde pflanzte der Kreisverband Gartenbau- und Landespflege am Gräfenberger Schulstandort. Die Linde ist klimaresistent.
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Wolfgang Vaitel, Thorsten Glauber, Gertrud Eismann und Rosi Kraus schaufeln. Im Hintergrund (blaues Hemd) Reinhardt Glauber und Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla. Foto: Petra Malbrich
Wolfgang Vaitel, Thorsten Glauber, Gertrud Eismann und Rosi Kraus schaufeln. Im Hintergrund (blaues Hemd) Reinhardt Glauber und Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla. Foto: Petra Malbrich
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Kerzengerade steht die junge Silberlinde im Rasen am Gräfenberger Schulbusplatz und kann von jetzt an ihren großen Baumgeschwistern nacheifern. Diese Silberlinde steht nicht nur für Nachhaltigkeit, für Umwelt-, Klima- und Naturschutz, sondern vor allem für 125 Jahre Landesverband für Gartenbau und Landespflege und für die Zukunft. Jeder Kreisverband erhält einen Baum, dies war die Idee der Verantwortlichen, diesen Geburtstag zu feiern, verriet der Kreisvorsitzende des Vereins, Altlandrat Reinhardt Glauber. Für eine Silberlinde hat sich der Verein entschieden. "Die Silberlinde ist ein Zukunftsbaum. Sie verträgt Hitze und ist trockenresistent", sagte Glauber. Der Kreisverband Forchheim entschied dann, diese Silberlinde am Gräfenberger Schulzentrum zu pflanzen, um das ökologische Engagement der beiden Schulen damit zu würdigen. Der gemeinsam von der Offenen Ganztagesbetreuung - Schülern der Mittelschule und der Realschule - betreute Schulgarten war bereits zweimal mit dem Naturschutzpreis der Raiffeisenbank prämiert worden, betonte Kreisfachberater Hans Schilling. Die Big Band mit der Bläserklasse unter Leitung von Wolfgang Distler umrahmte die kleine Feier. Nicht nur Mitarbeiter des Landratsamts Forchheim und Vizelandrätin Rosi Kraus (CSU) waren bei der Pflanzaktion dabei, sondern auch Gräfenbergs Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD), die Schulleiterinnen Gertrud Eismann, Petra Meyer und Julia Steinlein, der Präsident des Landesverbands des Gartenbauvereins, Wolfgang Vaitel, und Schirmherr und Umweltminister Thorsten Glauber (FW), der vorher bei der Eröffnung der Landesgartenschau in Wassertrüdingen war.

Thema Gartenschauen

Solche Gartenschauen besucht Reinhardt Glauber selbst seit Jahrzehnten. "Es werden auch Fehler gemacht", meinte Glauber und erinnert an Steine und farbige Glasnuggets für den Garten. Die Besucher wurden zu Nachahmern, was in vielen Gärten sichtbar sei. "Das hilft der Artenvielfalt nicht", betonte Reinhardt Glauber. Der Kreisverband Gartenbau und Landespflege bietet deshalb auch Gartengestaltungslehrgänge an. Mit einem Architekten können Hausherren unter fachlicher Anleitung den Garten von Anfang an vielfältig und zugleich nachhaltig gestalten und so für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sorgen. Denn auch in der Natur- und Gartengestaltung sollten die Klimaveränderungen einkalkuliert werden. Das Wetter beinhalte hohe und tiefe Temperaturen, nur die Verteilung werde eine andere, erläutert Vaitel. Es gebe mehr Extreme und länger anhaltende Perioden. Doch nach wie vor brauche es Pflanzen, die auch Frost vertragen würden. Auch hier sei die Linde als klimaresistenter Baum geeignet.

Gemüsebau und Gartenzwerge

"Klimaveränderungen hat auch der Landesverband durchgemacht", sagte Wolfgang Vaitel. Schließlich habe sich der Landesverband gerade in den letzten Jahren zum Umweltverband entwickelt. Die Landespflege stehe im Vordergrund, ohne die Gartenkultur zu vernachlässigen, dabei eine Bewirtschaftung ohne chemische Mittel aufzuzeigen. Damit waren bereits Themen wie "Volksbegehren Artenvielfalt" und die "Friday for future"-Demos angeschnitten, wie Umweltminister Thorsten Glauber erwähnte. Jeden Freitag bekomme die Politik einen Spiegel vorgehalten. Doch wie viele der Schüler hätten schon eine Karotte geerntet? "Vom Kopf übers Herz in die Hand. Was im Kindergarten, in der Schule und in den Vereinen an die Kinder weitergeht, wird eine gute Zukunft haben", betonte der Umweltminister. Nicht zuletzt deshalb und wegen der Vorbildfunktion, die der Schulgarten in Gräfenberg habe, freute sich auch der Minister über diesen Standort als Platz für die Zukunftslinde. Der Baum habe Tradition, stehe für die Zukunft und für die Vergangenheit, sei noch immer ein Zeichen der deutschen Kultur und am Gräfenberger Schulstandort zusätzlich Symbol für den Umwelt-, Natur- und Klimaschutz.

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