Weißenohe
Kommunalwahl

Kreis Forchheim: Kleine Gemeinde sucht Bürgermeisterkandidaten

Es findet sich kein Kandidat für das Bürgermeisteramt in Weißenohe. "Der Rudi macht das schon", sagen die Bürger. Doch Amtsinhaber Rudolf Braun ist (noch) nicht dazu bereit.
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Rudolf Braun ließ seine Gemeinde bisher nicht hängen. Foto: Petra Malbrich
Rudolf Braun ließ seine Gemeinde bisher nicht hängen. Foto: Petra Malbrich

Bürgermeister gesucht! Dieser Aufruf ist vor allem in kleineren Gemeinden immer häufiger zu hören und trifft auch auf Weißenohe zu. Denn der amtierende Bürgermeister Rudolf Braun (WGA/FW) wollte bereits vor sechs Jahren das Ehrenamt an den Nagel hängen und ist eigentlich auch für die kommende Wahl nicht mehr bereit, zu kandidieren. Wer dann? "Wir haben viele Leute abgefragt. Doch das Problem ist wie in vielen kleinen Gemeinden: Es findet sich niemand, der dieses Ehrenamt wie einen Beruf ausführen kann", erklärt Rudolf Braun. Sein Blick über die Gemeinden im Landkreis Forchheim scheint dies zu bestätigen. Einen Bürgermeister, der hauptberuflich in Vollzeit in Anstellung ist und das Amt nebenher führt, gibt es nicht: Entweder die Bürgermeister haben ihren Job an den Nagel gehängt oder sind selbstständig, im öffentlichen Dienst oder sind Rentner oder haben auf Halbtagsjob reduziert. Eine Abfrage im Gemeinderat in interner Runde bringt ein ähnliches Ergebnis. Interesse am Amt und an der Gemeinde ist sicher bei vielen vorhanden. "Aber es ist ein gut ausgefüllter und überfüllter Job, das schaffe ich zeitlich unmöglich", sagt Daniel Trübenbach (FWG), der eine Steuerkanzlei besitzt. Das Bürgermeisteramt möchte man dann auch gut ausüben, nicht nur am Rande.

Tagsüber Termine

Deshalb nennt auch Dritter Bürgermeister Thomas Windisch (UWG) zeitliche Gründe für eine Nichtkandidatur. Als Kreisbrandrat hat er bereits ein intensives Nebenamt. "Neben dem Beruf ist das nicht zu stemmen. Vor allem sind viele Termine tagsüber", erklärt Windisch. "Wenn man tagsüber bei den Veranstaltungen nicht ist, fehlen viele Informationen", erklärt Zweiter Bürgermeister Raimund Schwarz (WGA), der aus diesen Gründen bereits vor sechs Jahren nicht kandidiert hat. Er ist mit seinem Geschäft für Heizung, Sanitär und Energietechnik zeitlich ausgebucht. Beides lasse sich nicht unter einen Hut bringen, wolle man ein Bürgermeister sein, der das Bestmögliche für seine Gemeinde herausholt. "Den Job des Bürgermeisters kann man unmöglich nebenbei machen. Die Arbeiten und Aufgaben in diesem Ehrenamt werden immer mehr. Es gehört ein hauptamtlicher Bürgermeister her. Da muss endlich ein Umdenken stattfinden", betont Schwarz. Er spricht damit seinen Kollegen aus der Seele. Selbst für eine kleine Gemeinde wie Weißenohe, das nicht einmal 1200 Einwohner zählt, sei das nicht zu schaffen. Sorgen bereiten sich die Weißenoher trotzdem nicht. "Der Rudi macht es schon", sind nicht nur die Gemeinderäte zuversichtlich. "Fachlich ist er einwandfrei", betont Schwarz. Auch ein bisschen Stolz schwingt bei den Weißenohern mit, schließlich ist es ihr Bürgermeister, der für den Kreisverband Forchheim Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetags ist. "Da kommt man nicht aus Spaß hin. Er hat sich hochgearbeitet", sagt Schwarz. Findet sich kein Kandidat, dürften die Wähler auf den Wahlzettel selbst einen Namen als Wunschbürgermeister angeben, und die Person, die am häufigsten vorgeschlagen wird, könnte dieses Amt auch ausüben, wenn sie dazu bereit wäre. Doch auch wenn Rudolf Braun bisher nicht bereit ist, zu kandidieren, und auch noch nicht offiziell nominiert ist, könnte er der nächste Bürgermeister sein. "Ich bin niemand, der hinwirft. Dazu habe ich zu viel Verantwortung gegenüber der Gemeinde. Ich habe mich schon einmal überreden lassen, als sich niemand gefunden hatte", erklärt Braun.

Viele Projekte

Und er hat noch so viele Projekte, die er ins Rollen gebracht habe oder zu Ende bringen würde. "Die Chorakademie ist sein Kind", nennt Schwarz eines davon. "Allerdings muss klar sein, dass es zeitlich begrenzt wäre", sagt Braun. Schließlich könne auch er einmal krank werden. Er wäre nach jetzigem Stand ab 2020 nicht nur der älteste Bürgermeister im Landkreis, sondern zusammen mit dem Eggolsheimer Claus Schwarzmann (BB) auch derjenige, der den Titel am längsten trägt. Immerhin übt Rudolf Braun das Amt bereits 24 Jahre lang aus - ohne die neue Legislaturperiode.

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